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„Stadt Mühlheim“ und „Helene“Am 2.Oktober 1854 hatte der Assekuranzmakler Gustav Adolph Droege das Konzessionsgesuch für eine Alsterschifflinie eingereicht. Die Genehmigung wurde ihm am 9.Mai 1856 erteilt. Droege hatte eine Aktiengesellschaft zur Betreibung einer Alsterdampferschifffahrt gegründet. Er war der Hauptaktionär.Sein Schiff, der gebrauchte 25 m lange und rund 60 Personen fassende Raddampfer „Stadt Mülheim“ vom Rhein, traf am 11.7.1856 in Cuxhaven ein. leider hatte man vor der Abfahrt aus Amsterdam über die Nordsee nicht auf gutes Wetter gewartet, Es war eine stürmische Überfahrt! Zudem hatte man auf der Fahrt über die Nordsee den Kessel mit Nordseewasser befüllt, so dass die Maschine mit Seesalz verstopft war. Das Schiff wurde in Cuxhaven notdürftig repariert und traf am 16.7. im Hamburger Hafen ein. Monatelang konnten sich Käufer und Verkäufer nicht über die notwendigen Reparaturkosten einigen. Ein kalter Winter folgte. Der Hamburger Hafen wurde von Treibeis blockiert und die „Stadt Mülheim“ schlug leck. Ohne in Hamburg in Betrieb gegangen zu sein, versank das vertäute Schiff im Januar 1857 am Grasbrook in die Elbe[„Reform“ 28.1.1857]. Davon lässt sich ein Assekuranzmakler nicht unterkriegen. Er ließ bei Gebrüder Elsner in Koblenz 1857 einen 34,4 m langen und 6,9 m breiten 30 PS starken Raddampfer bauen. Er benannte ihn nach seiner ältesten Tochter. Leider erwies sich dieser Dampfer, die „Helene“, als zu groß. Um die Alsterschleusen passieren zu können, mussten Aufbauten, Schornstein und Radkästen abgebaut werden. Bei der ersten Probefahrt am 3.August 1857 zeigte sich, dass die „Helene“ zu viel Wellengang verursachte. Sie bekam bei der folgenden amtlichen Probefahrt am 6.August keine Betriebsgenehmigung. Die „Helene“ wurde nach Russland verkauft und bewährt sich anschließend auf der Wolga recht gut. Sie soll bis etwa 1900 in Russland in Betrieb gewesen sein. G.A. Droege hatte bereits mit der Einrichtung von vier Anlegestellen begonnen:
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„Alina“ und „Hilda“Der Schiffsmakler Johann Peter Parrau hatte mehr Erfolg. Er hatte sich im November 1857 um die Konzession beworben. Im März 1859 erhielt er die Konzession. Bereits am 15.Juni 1859 nahm er mit seinem bei der „Reiherstieg Schiffswerft und Kesselschmiede“ gebauten Alster-Dampfboot „Alina“ den ersten Alsterdampferlinienbetrieb zum Mühlenkamp und nach Winterhude auf.Die „Alina“ war eher ein Schiffchen. Sie war 13,50 m lang, 2,50 m breit und war für 50 Passagiere zugelassen. Dampfmaschine und Schraube gaben ihr eine Geschwindigkeit von etwa 8 km pro Stunde. Der Erfolg der „Alina“ war überzeugend. Schon gab Parrau sein zweite Dampfboot bei der Reiherstiegwerft in Auftrag. Im Frühjahr 1860 zeigte sich die neue „Hilda“ auf der Alster. Die „Hilda“ war auch am ersten Verkehrsunfall mit einem Alsterdampfer beteiligt. Im Juli 1860 drückte sie an der Lombardsbrücke ein Ruderboot unter Wasser. Dessen Insassen konnten sich schwimmend retten. Der Steuermann der „Hilda“ kam nicht so glimpflich davon. Er kam für 4 Wochen ins Gefängnis. Die „Alina“ wurde bald zum Schlepper umgebaut und erhielt den neuen Namen „Adler“. 1870 sollte das Schiff als Hilfsdampfschiff für Torpedozwecke eingesetzt werden. Am 23.Juni 1870 erwarb sie deshalb die Marinestation Ostsee. Auf der Überführungsfahrt (vermutlich am 24.7.1870 um 11:30) wurde sie auf der Elbe nahe Nienstedten von dem aus Newcastle kommenden Dampfschiff „Brigadier“ überrannt und sank. Drei Mann der vierköpfigen Besatzung ertranken. Das Wrack wurde am 1.August gehoben und den Bergern überlassen[17, Seite 49]. |
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Die KonkurrenzDie „Vereinigten Alsterschiffer“ der konzessionierten Fährleute und Bootsvermieter stiegen in das offensichtlich lohnende Geschäft ein. Ebenfalls 1860 brachten sie zwei Alsterdampfer in Gang: „Astraea“ und „Concordia“. Sie waren grün gestrichen und somit gut von den roten Dampfern des Herrn Parrau zu unterscheiden.Beide Unternehmen einigten sich auf einen gemeinsamen Betrieb - man nahm den gleichen Tarif, benutzte die gleichen Anlegestege und einen gemeinsamen Fahrplan. Auch 1860 war ein gutes Jahr. Deshalb setzten beide Betriebe 1861 je einen weiteren Alsterdampfer in Betrieb! Allerdings kam 1861 mit dem Winterhuder Fährmann Rambke und seiner „Eppendorf“ ein neuer Marktteilhaber hinzu. Bereits im Februar 1862 war dessen Nachfolger J.F. Guttmann mit nunmehr seiner „Eppendorf“ im gemeinsamen Fahrplan enthalten. |
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| Christian Ludwig Wilhelm Heuer (*6.11.1813 in Hamburg; †15.4.1890 in Hamburg) hat diese Lithographie 1860 oder 1861 geschaffen. Es ist nicht wirklich bekannt, welcher Alsterdampfer abgebildet ist. Es könnte die „Alina“ oder aber die „Astraea“ sein: Auf der Originallithographie hat der Alsterdampfer einen grünen Rumpf[17,Seite 49]. Oberhalb der roten Flagge links im Bild ist die damalige Alsterfähre zu sehen. Sie transportiert eine zweispännige offene Kutsche - vielleicht ist es ein Landauer. | |
Das Polizei-Reglement von 18651865 waren bereits 10 Alsterdampfer unterwegs. Bei so vielen Alsterdampfern kam es vor, dass zwei davon fast gleichzeitig an der Lombardsbrücke eintrafen. Dann ging es um die Ehre: denn wer zuerst ankommt kann als erster hindurchfahren! Nicht alle Fahrgäste und auch die Polizei sahen solche Wettrennen gerne. Und dann war da noch der Unfall mit dem Ruderboot und der „Hilda“. Aber in solchen Fällen schafft eine Verordnung schafft Ordnung und Sicherheit. Hier ist sie - bemerkenswert knapp und prägnant formuliert: Polizei-Reglement
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