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Das Zemship „FSC Alsterwasser“
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Alsterschiffe |
Zeittafel 2008 |
Fast fertig: Das Zemship in der Werft am 10.8.2008 |
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| Am 29.8.2008 stellte die Alstertouristik GmbH ihr „Zemship“ in Dienst. Die seltsame Schiffsbezeichnung soll andeuten, dass dies Schiff emissionsfrei angetrieben wird - Zero Emisson Ship. Dies wird durch einen Brennstoffzellenhybridantrieb der Proton Motor Fuel Cell GmbH in 82178 Puchheim erreicht. Diese Art des Antriebs erleichtert auch
die Finanzierung des Schiffes, denn so konnte die Europäische Union das 5,2 Millionen € schwere Projekt fördern. Die Projektpartner planen, lediglich 2,4 Millionen € selber zu investieren.
Für die Antriebsbezeichung hat man sich die Abkürzung FCS wie Fuel Cell Ship (Brennstoffzellenschiff) einfallen lassen: „FCS Alsterwasser“. Das auf der Spezialschiffsbauwerft SSB Oortkaten gebaute Alsterschiff kann bis zu 100 Fahrgäste mitnehmen. Sogar ein barrierefreier Zugang ist möglich, denn das Schiff verfügt über eine Rampe für Rollstühle. Pro Jahr soll es gegenüber einem vergleichbaren Dieselschiff 1000 kg Stickoxide, 220 kg Schwefeloxide, 40 kg Partikel und 70 t Kohlenstoffdioxid einsparen. Da fragt sich der kritische Chronist, wieviel Schadstoffe bei der Erzeugung und Lagerung der benötigten verflüssigten Antriebsgase zusätzlich anfallen - und ob das bei den genannten Emissionseinsparungen wohl wirklich mit berücksichtigt ist? Das Zemship wurde auf den Namen „Alsterwasser“ getauft. Ich empfinde den Namen als ausgesprochen unpassend. Zumindest hätte ich dann einen hellbraunen Schiffsrumpf und weiße Aufbauten erwartet. Ein absenkbares weißes Dach über einen hellbraunen Rumpf hätten besser zu dem gleichnamigen Getränk gepasst. |
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Das neue Alsterschiff ist Bestandteil eines Projektes unter Federführung der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Die übrigen weiteren Projektpartner sind:
Die ATG Alster-Touristik war für den Entwurf des Schiffskörpers zuständig. Das Dach des Schiffes ragt 2,65 m aus dem Wasser. Das Dach lässt sich um 35 cm absenken, damit auch die niedrigen Fleetbrücken passiert werden können. Die Fahrgäste können dabei an Bord bleiben. Der Schiffsantrieb besteht aus den Hauptkomponenten:
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Die Wasserstofftankstelle |
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Oberes Bild: Links ist ein Teil des Anleger erkennbar. Auf ihm befindet sich die Zapfsäule. Der hohe weiße Turm mit dem blauen Oberteil rechts im Bild hinter dem Baum und der ganz rechts erkennbare graue Turm mit den vertikalen Rippen gehören mit zur Tankanlage. | ||||||||||||||||||||||
| Überraschend viel Technologie steckt in der Wasserstofftankstelle. Sie befindet sich am Anleger Hellbrookstraße am Barmbeker Stichkanal, also auf dem Gelände der Hamburger Hochbahn AG. Wie man an den schemenhaft erkennbaren Verbotszeichen erahnt, soll man in 5 m Abstand von der Zapfsäule einige Dinge unterlassen. Wasserstoffgas brennt ausgezeichnet! | |||||||||||||||||||||||
| Der tiefkalt verflüssigte Wasserstoff wird mit dem Tankwagen geliefert und in einem wärmeisolierten Tank bei einer Temperatur von minus 253 °C gespeichert. Bei einer Betankung des Schiffes wird der
Wasserstoff durch einen Verdampfer vom flüssigen in den gasförmigen Zustand überführt und mittels zweier hintereinander geschalteter Verdichter auf einen Druck von maximal 450 bar komprimiert. Das Zemship soll in rund 12 Minuten mit
50 kg komprimiertem Wasserstoffgas betankt werden. Diese Treibstoffmenge reicht für drei Tage Schiffsbetrieb.
Bei dieser Sache gibt es einen bitteren Beigeschmack: Leider hat der angelieferte verflüssigte Wasserstoff eine lange Autofahrt hinter sich. Er wird aus Erdgas gewonnen. Das erfolgt weit entfernt in Leuna bei Merseburg an der Saale. Von dort aus wird er bei minus 253 °C per Tankwagen auf der Straße zur Tankstelle nach Hamburg gefahren. Die extrem niedrige Temperatur bei Transport und Lagerung ist erforderlich, da der Siedepunkt von flüssigem Wasserstoff bei minus 252,6 °C liegt. |
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Fotos vom 1. Betriebstag (29.8.2008) |
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Oben: Der Schwan schaut sich das neue Schiff genau an. Es hat heute über die Toppen geflaggt und trägt Girlanden am Vorschiff, denn heute war seine Schiffstaufe. Mitte: Das neue Schiff von vorne. Es liegt an Landestelle 1 des provisorischen Anlegestegs Jungfernstieg. Unten: Die „Alsterwasser“ bei ihrer Jungfernfahrt auf der Außenalster. |
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| Am 28.4.2010 tauchte die „FSC Alsterwasser“ wieder in den Medien auf. Das Schiff war zur Inspektion in der Oortkatener Werft. Die 500 kg schwere Brennstoffzelle und die Batterie waren neu in die „Alsterwasser“ eingebaut worden und sollten getestet werden. Auf der Probefahrt explodierte gegen 11°° eine Blei-Gel-Zelle der Batterie. Weitere Blei-Gel-Zellen explodierten danach in rascher Folge. Das Alsterschiff konnte zum Kai zurückkehren, die Besatzung brachte sich in Sicherheit. Weil das Schiff Wasserstoff an Bord hat, wurde Explosionsgefahr vermutet. Die Feuerwehr kam auf dem Landwege mit über 50 Feuerwehrleuten und zwei Wasserwerfern(!) und zusätzlich mit einem Löschboot auf dem Wasserwege.
Glücklicherweise konnte verhindert werden, dass die Flammen auf die sich in einem separaten Raum befindlichen Wasserstofftanks übergriffen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Erst in der Saison 2011 konnte die „Alsterwasser“ wieder ihren Fahrdienst auf der Alster aufnehmen. Sie ist das weltweit einzige Fahrgastschiff mit Wasserstoffzellenantrieb (Stand April 2011). | |||||||||||||||||||||||