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Die Linie U1 der Hochbahn:
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Hamburger U-Bahn
Die U1 in Hamburg So funktioniert es:

Den schwarzen, roten oder grünen Punkt bei der entsprechenden Station anklicken!

Architekten
Von allen U-Bahn-Stationen sind bei Google.maps Luftaufnahmen verfügbar. Man kann dazu z.B. „Hamburg, U-Bahn-Klein Borstel“ (ohne die Anführungszeichen) im Suchfeld eintippen. Man erhält einen Straßenkarte und eine Schaltfläche, die die Straßenkarte mit den passenden Satellitenfotos überzieht. Die Darstellung ist vergrößerbar - häufig soweit, dass man die Art der Autos erkennen kann.
Die Hamburger Hochbahn benutzt überwiegend Mittelbahnsteige, d.h. die Bahnsteige liegen zwischen den beiden Richtungsgleisen, und der Fahrgast kann von einem Bahnsteig aus in beiden Fahrtrichtungen einsteigen.

Zur U1 gehören die beiden Streckenteile „Langenhorner Bahn“ und „Walddörfer Bahn“. Beide wurden gebaut, um der Abwanderung von Steuerzahlern in das preußische Umland entgegenzuwirken. Mit der 1907 erfolgten Elektrifizierung der „Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn“ setzte eine spürbare Abwanderung steuerstarker Hamburger Einwohner in das nun besser per Stadtbahn erreichbare preußische Gebiet zwischen Altona und Blankenese ein.

Stichstrecke nach Ohlsdorf und Langenhorner Bahn

Die Stationen Alsterdorf und Lattenkamp der Ohlsdorfer Stichstrecke von Kellinghusenstraße nach Ohlsdorf wurden schlichter gebaut als die Stationen der Ringstrecke aus der gleichen Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Ein wenig aufwändiger wurde damals die Haltestelle Hudtwalckerstraße und der damalige Endbahnhof Ohlsdorf errichtet.

Die Stichstrecke nach Ohlsdorf wurde im Dezember 1914 eröffnet. Seit 1913 wurde an der Strecke von Ohlsdorf nach Ochsenzoll gebaut. 1916 wurden wegen des Krieges die Bauarbeiten unterbrochen.

Am 5.Januar 1918 begann ein provisorischer Betrieb zwischen Ohlsdorf und Ochsenzoll. Die Berliner Tiefbaufirma Julius Berger AG (sie hatte u.a. für die Strecke die Erdarbeiten ausgeführt) erhielt den Auftrag, mit ihrer Dampflok die Strecke zu befahren. Eine Dampflok bewegte zwei alte Personenwagen 4-mal täglich auf dem Gütergleis zwischen Ohlsdorf und Ochsenzoll. Einen Monat später wurde eine zweite Dampflok ergattert, so dass die Zugfrequenz verdoppelt werden konnte. Für diesen provisorischen Betrieb hielten die Züge nur in Ohlsdorf, Fuhlsbüttel, Langenhorn (jetziger Name: Langenhorn Markt) und Ochsenzoll. Die bereits fertiggestellten sonstigen Haltestellen Langenhorn Süd (jetziger Name: Fuhlsbüttel Nord) und Langenhorn Nord blieben geschlossen, denn dort wohnte kaum jemand. Auch die Haltestelle Klein Borstel blieb geschlossen. Ihr Bau wurde im August 1920 abgeschlossen[50, Seite 44].

Für die ursprünglichen Stationen der Langenhorner Bahn zeichnete der damalige Baudirektor Sperber verantwortlich[50, Seite 42].

Der elektrische Betrieb nach Ochsenzoll wurde am 1.Juli 1921 aufgenommen.

Kellinghusenstraße - Jungfernstieg

Die Streckenerweiterung von der Kellinghusenstraße zum Jungfernstieg ging in drei Etappen in Betrieb: 1929 bis zum Stephansplatz, ab März 1931 zur provisorischen Endstation Jungfernstieg und ab Ende 1934 zur endgültigen Endstation Jungfernstieg. Vergleiche:  i Die Entstehung der Kelljunglinie.

Nach Wandsbek

Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verlängerung der Strecke von Jungfernstieg aus über die Innenstadt und Wandsbek nach Wandsbek Gartenstadt in Etappen erbaut. Ab hier wurde die Linienführung der Walddörferbahn nach Ohlstedt und Großhansdorf über Volksdorf übernommen.

Walddörferbahn

Mit dem Bau der Walddörferbahn wurde kurz vor dem Ersten Weltkrieg begonnen. Die Inbetriebnahme erfolgte kriegsbedingt erst am 12.9.1918 nach Ohlstedt und am 5.11.1921 nach Großhansdorf. Alle Haltestellen der Walddörferbahn wurden von dem Architekten Eugen Göbel entworfen. (Ich bin mir nicht sicher, ob er Architekt oder Baumeister war und ob sein Nachname als Goebel geschrieben wird). Alle Zugangsgebäude mit Ausnahme von Volksdorf und Kiekut sind im Heimatstil zweigeschossig gestaltet und aufwändig ausgeführt, da man eine gehobene Wohnbebauung erwartete.

Bei den Stationen der Walddörferbahn habe ich unterschiedliche Angaben über die ehemaligen Stationsnamen und die Eröffungstermine gefunden. Ich habe mich deshalb entschlossen, die Eröffungstermine aus der Broschüre Achilles/Elsner/Oetzmann: Die elektrische Kleinbahn Altrahlstedt - Volksdorf - Wohldorf und ihre Nachfolger, Hamburg 2004, zu übernehmen.

Ein wenig abseits steht die Station Beimoor.

Die gesamte Walddörferbahn war schon einmal zweigleisig schrieb Egbert A. Hoffmann in seinem Artikel „Zweigleisig nach Ohlstedt“ (Hamburger Abendblatt vom 3.8.1954, Seite 3). Auf den beiden Streckenästen nördlich von Volksdorf wurde jedoch anfänglich nur ein Gleis in Betrieb genommen. Laut dem Zeitungsartikel ließ Mitte der 1920er die Stadt Hamburg die bereits verlegten zweiten Gleise nördlich von Volksdorf wieder abbauen und verkaufte die Schienen.

Nachfolgend die Streckeninbetriebnahme der Walddörferbahn in Tabellenform:

Strecke Datum der Eröffnung oder Stilllegung
Barmbek-Ohlstedt 12.9.1918 Dampfbetrieb eingleisig
28.7.1919 Betrieb eingestellt
Barmbek-Volksdorf 6.9.1920 eingleisig elektrisch
Volksdorf-Großhansdorf 5.11.1921 eingleisig elektrisch
Barmbek-Volksdorf 20.5.1923 zweigleisig elektrisch
Volksdorf-Ohlstedt 1.2.1925 eingleisig elektrisch
Hoisbüttel-Ohlstedt 10.5.1927 zweigleisig elektrisch
Volksdorf-Buchenkamp 15.7.1935 zweigleisig elektrisch
Volksdorf-Hoisbüttel 26.10.1954 zweigleisig elektrisch. Laut einem Artikel im „Hamburger Abendblatt“ vom 18.10.1954 erfolgte die Inbetriebnahme des zweiten Gleises bereits am 17.10.1954.

Architekten (Liste nicht vollständig)

Bei einigen Haltestellen ist mir der Name des bzw. der Architekten nicht bekannt.
  • Ochsenzoll, verantwortlich Baudirektor Sperber, 1921
  • Langenhorn Nord, verantwortlich Baudirektor Sperber, 1921
  • Langenhorn Markt, verantwortlich Baudirektor Sperber, 1921
  • Fuhlsbüttel Nord, verantwortlich Baudirektor Sperber, 1921
  • Flughafenstraße, verantwortlich Baudirektor Sperber, 1921
  • Fuhlsbüttel, verantwortlich Baudirektor Sperber, 1921
  • Klein Borstel, verantwortlich Baudirektor Sperber, 1920
  • Ohlsdorf, Architekt 1906: Eugen Göbel (Friedhofsseite), 1914: Henry Grell (Ausgang zur Straße „Im Grünen Grunde“), etwa 2000(?): trapez architektur
  • Alsterdorf, Architekten 1914: Volz und Vogel (Siemens- und AEG-Bauverwaltung)
  • Lattenkamp, Architekten 1914: Volz und Vogel (Siemens- und AEG-Bauverwaltung)
  • Hudtwalckerstraße, Architekten 1914: Volz und Vogel (Siemens- und AEG-Bauverwaltung)
  • Kellinghusenstraße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke
  • Klosterstern, Architekt Bahnsteighalle 1929-1930: Walther Puritz, Architekt Zugang Rothenbaumchaussee: Karl Schneider, Rückbau und Renovierung 1986: Grundmann und Rehder
  • Hallerstraße, Architekt 1929: Karl Schneider, Umbauten 1995-1996: Grundmann + Hein
  • Stephansplatz, Architekten 1929: Distel & Grubitz, Umbauten 1973: Holthey & Körber
  • Jungfernstieg, Architekten 1929: Distel & Grubitz, Architekt 1975: Fritz Trautwein
  • Meßberg, Architekt 1960: Hans Christoph Rübcke
  • Steinstraße, Architekten 1960: Schramm + Elingius
  • Hauptbahnhof Süd, Architekten 1960:  i Sandtmann & Grundmann
  • Lübecker Straße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke, 1961: Sandtmann & Grundmann
  • Ritterstraße, Architekten 1961: Sandtmann & Grundmann
  • Wandsbeker Chaussee, Architekt 1960: Fritz Trautwein
  • Wandsbek Markt, Architekten 1960: Schramm + Elingius (Bus-Umsteigeanlage: Heinz Graaf), 2001 bis 2003 Umbau der Umsteigeanlagen: Grundmann + Hein
  • Alter Teichweg, Architekt 1963: Fritz Trautwein
  • Trabrennbahn, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Farmsen, Architekt 1918: Eugen Göbel, 1996: Friedhelm Grundmann
  • Berne, Architekt 1918: Eugen Göbel, 1966: Horst Sandtmann
  • Meiendorfer Weg, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Volksdorf, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Buckhorn, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Hoisbüttel, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Ohlstedt, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Buchenkamp, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Ahrensburg West, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Ahrensburg Ost, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Schmalenbeck, Architekt 1918: Eugen Göbel
  • Kiekut, Architekt 1918: Eugen Göbel(?)
  • Großhansdorf, Architekt 1918: Eugen Göbel
Eine Web-Darstellung wird anders gelesen als ein Buch. Im Vergleich zu einem Buch enthält sie weniger Informationen und die Darstellung von Bildern leidet unter der geringen Pixeldichte des Bildschirmes. Falls Sie sich für die Architektur der Bahnbauten in Hamburg interessieren, empfehle ich die Anschaffung der folgenden Bücher:

Anne Frühauf: Die Bauwerke des Schienenverkehrs in Hamburg, Hamburg 1994 und
Hamburger Hochbahn AG: Stationen Hamburger Architektur, Hamburg 2008

Über den in Hamburg tätigen Oberbaurat Eugen Göbel (*20.09.1875 Reinbach/Hessen; † 30.01.1937 Hamburg laut http://www.kmkbuecholdt.de/historisches/personen/architekten_go.htm - Stand März 2010) existieren im Internet praktisch keine Informationen.

Für die U-Bahn gilt die Betriebsordnung Straßenbahnen (BOStrab). Diese kennt keine Bahnhöfe, sondern nur Haltestellen. Hiervon abweichend, betrachte ich U-Bahn-Haltestellen mit Weichen als Bahnhöfe. Bei der Eisenbahn ist ein Bahnhof eine Bahnanlage mit mindestens einer Weiche. Hier beginnen, enden, kreuzen, überholen oder wenden Züge.
Seite zuletzt geändert am 10.3.2010