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Bildhauer Richard Kuöhl
Die Gorch-Fock-Halle
in Finkenwerder


Sämann am
Kreisbauernverbandshaus
(Bad Oldesloe, um 1930?)

Die Märchenfiguren
im Maienweg
(1931?)

Auswahl-
seite
Gorch-Fock-Halle in Finkenwerder, Frontseite (20.6.2004)
Die Gorch-Fock-Halle des Architekten Fritz Schumacher in Hamburg-Finkenwerder beim Fährschiffanleger in der Straße Focksweg wurde von 1929 bis 1930 errichtet. Es ist eine wirklich schlichte Halle.

Durch die Pfeilervorhalle an der Frontseite gelangen die Besucher in die eigentliche Halle. Über dem Eingang unter dem Vordach ist eine Plastik von Richard Kuöhl angebracht.

Gorch-Fock-Halle Finkenwerder, Plastik über dem Eingang (20.6.2004)
Das Vordach schützt die Besucher und die Plastik vor den Unbilden des Wetters. Für den Hobbyfotografen macht sie allerdings eine gleichmäßige Ausleuchtung des Motives zunichte- daraus ergibt sich die schlechte Bildqualität auf dieser Seite.
Gorch-Fock-Halle Finkenwerder, Plastik über dem Eingang, Detail (20.6.2004) Gorch-Fock-Halle Finkenwerder, Plastik über dem Eingang, Detail (20.6.2004)
Dargestellt ist ein etwas verkniffen blickender gesund und kräftig aussehender Seemann am Ruder eines Bootes. Offenbar hat er sechs Möwen aufgescheucht, die jetzt die Flucht ergreifen. Die Inschrift „GORCH FOCK ZUM GEDÄCHTNIS“ mit Geburts- und Sterbedatum 22.8.1880 und 31.5.1916 macht überdeutlich, wer hier geehrt werden soll.

Heinrich Kinau, der Vater von Hans Kinau (korrekt Johann Wilhelm Kinau) alias Gorch Fock, war Hochseefischer. Seit 1876 gehörte ihm der Besan-Ewer HF125(?) „Cäcilie“. Vielleicht hat er Modell gestanden?

Hans Kinau / Gorch Fock war zur Kaiserzeit ein Heimatschriftsteller. Ab 1906 arbeitete er als Angestellter bei der Hamburg-Amerika-Linie (HAPAG). Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. 1915 wurde er eingezogen und war als Infanterist im Reserve Inf.-Rgt. 207 in Serbien, Russland und bei Verdun im Einsatz. Im März 1916 wurde er auf eigenen Wunsch vom Heer zur Marine versetzt. Er file als Matrose am 31.Mai oder 1.Juni 1916 in der Skagerrak-Seeschlacht. (Ich habe in verschiedenen Quellen beide Angaben gefunden. Gorch Fock diente auf dem Kleinen Kreuzer „Wiesbaden“. Der Kleine Kreuzer „Wiesbaden“ erhielt zu Beginn der Schlacht am 31.5.1916 gegen 20 Uhr einen Volltreffer im Maschinenraum und trieb anschließend unter Beschuss zwischen den Schlachtlinien. Das Schiff sank am Morgen des 1.6.1916.[www.deutsche-schutzgebiete.de/sms_wiesbaden.htm und andere, abgerufen am 25.12.2012])

Neben humorvollen Erzählungen aus dem Leben von Fischern und Seeleuten (1912 - Seefahrt ist Not, 1915 - Fahrensleute) dichtete Gorch Fock auch plattdeutsche Kriegslieder.

Gorch-Fock-Halle Finkenwerder, Plastik über dem Eingang (20.6.2004)
Gorch Fock Halle Finkenwerder, Teil der Inschrift (20.6.2004) Links und rechts der Plastik wurden auf Vorschlag des Bruders Rudolf Kinau zwei große Schrifttafeln mit einem Vers von Gorch Fock[208,Seite 278] angebracht:

DIE*HEIMAT*IST
DER*SCHLÜSSEL
ZU*DER*SEELE
*DES MENSCHEN
  DANN ABER GIBT
ES MENSCHEN DIE
DER SCHLÜSSEL ZU
IHRER HEIMAT SIND

Mir unverständlich ist die seltsame Anordnung der Sterne in der linken Schrifttafel. Die linke Schrifttafel enthält 6 Sterne, die rechte keinen einzigen Stern. Die 6 Sterne könnten den Buchstaben F ergeben.


Letztes Update: 15.1.2014