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Die Grabanlage der Familien
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Vom alten Wasserturm zum Kornweg |
Der kleine Ring |
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| Bild rechts: Der auffliegende Bronzeengel auf dem Familiengrab Laeisz gilt als die erste auf dem Ohlsdorfer Friedhof aufgestellte Bronzeplastik[206,Stichwort „Bronzeplastik“]. Bildhauer: Otto Geyer (*1843; †1914), gegossen von der Bronzegießerei H. Gladenbeck und Sohn in Berlin-Friedenau. Der Engel wurde 1886 gefertigt. | |||||||||
| Um diese gut versteckte Grabanlage zu finden, geht man vom Denkmal für verstorbene Schiffsoffiziere der Handelsmarine zurück zur Nebenallee. Dann folgt man der Nebenallee für etwa 5 m Richtung Osten (also fort vom
Krematorium) und folgt einem engen Fußpfad nach links in die Rhododendren. 1888 erwarben die Familien Laeisz, Canel, Hanssen und Meerwein diese Anlage. Diese etwa 10 mal 20 m große Anlage wird als „Friedhof im Friedhof“ bezeichnet.
Sie liegt nur 5 m neben der Nebenallee, ist aber wegen der dichten Rhododendren von dieser aus nicht zu sehen- eine perfekte Tarnung.
Es ist eine imponierende Gesamtanlage dieser vier befreundeten Familien, bestehend aus einem Rechteck mit einem Familiengrab an jeder Seite. Die am 21.Dezember 2002 gemachten Fotos vermögen nur einen schalen Eindruck wiederzugeben. Gleich links neben dem Zugangspfad befindet sich an der Schmalseite das Familiengrab Meerwein. Der Familienname ist im Wappen auf dem Grabmal dargestellt: eine Meerjungfrau hält eine Weintraube. Die beiden Familiengrabstätten - Canel und Hanssen - an den beiden Längsseiten des Rechtecks sehen einander ähnlich, da hier roter Sandstein als Material verwendet wurde und die Bronzestatuen beider Gräber aufeinander abgestimmt sind. Die je zwei kleinen Engel bzw. Putten an den Seiten der Grabmale sagen etwas über die Berufe aus. Bei der Familie Canel deuten sie auf Schifffahrt hin (Friedrich Heinrich Ramon Canel war Reeder), bei Familie Hanssen auf Handel und Architektur. Diese Engel bzw. Putten hat Aloys Denoth geschaffen. Die beherrschende Plastik der gesamten Anlage dürfte der von Bruno Kruse geschaffene Engel mit dem Kind am Familiengrab Hanssen sein. Gegenüber dem Familiengrab Meerwein befindet sich an der entgegengesetzten Schmalseite die Familiengrabanlage Laeisz. Markiert wird sie durch einen auffliegenden Bronzeengel. Er hält in einer Hand einen Palmenwedel. Mit der anderen Hand verhüllt er gerade sein Gesicht. Familie Laeisz ist eine in Hamburg bekannte Reederfamilie. Der Buchbinder und angelernte Hutmacher Ferdinand Laeisz (1801-1887) begründete 1824 die Seeversicherungsfirma F. Laeisz. Das Hutmachergeschäft war anfänglich nicht sehr erfolgreich. Dies änderte sich, nachdem Ferdinand Laeisz einem Kapitän eine Partie seiner Zylinderhüte nach Buenos Aires mitgegeben hatte. Die Nachfrage nach den Hüten stieg sehr stark an. Die Hüte wurden in Naturalien bezahlt. Zum Transport der Hüte und der Naturalien waren Schiffe erforderlich. Das Transportgeschäft wollte sich Ferdinand Laeisz nicht entgehen lassen, er wollte einen möglichst großen Anteil an der Wertschöpfungskette. Es wurden eigene Schiffe gebaut und bereedert. Ferdinand Laeisz war 1847 an der Gründung Reederei HAPAG beteiligt. Er war es, der 1861 den Hamburgischen Rettungsverein gründete. Der Verein ging 1865 in die heute noch aktive Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger über. Die Reederei war besonders durch ihre P-Großsegler, die „Flying P-Liner“ bzw. „Windjammer“ bekannt. Allerdings war die Technik auf diesen Schiffen unzureichend: es gab keine Maschinen und demzufolge keinen Strom (mit allen Folgen). Nicht einmal Öfen gab es an Bord. Der alte Laeisz meinte: „Was wollt ihr mit 'nem Ofen - ihr erkältet euch doch nur!“. Mit der Sicherheit war es schlecht bestellt. Die Schiffe hatten nur ein einziges Kollosionsschott. Der Rest des Schiffes war ein großer Raum: sie Schiffen sanken wie ein Stein. Die Windjammer waren nicht langsamer als die Clipper, und auf der Route um Cap Horn waren Dampfer langsamer als die Windjammer. Die Pamir und ihr nicht baugleiches Halbschwesterschiff Passat dienten nach dem 2.Weltkrieg als Segelschulschiffe. Auch der legendäre i Fünfmaster „Preußen“ gehörte zu dieser Reederei. Es war das erste Fünfmast-Vollschiff und es war der größte Segler ohne Hilfsantrieb, den es jemals gab. Die Taufpatin der „Preußen“ war übrigens Erna Canel, die Großnichte von Carl Laeisz. An jenem 7.Mai 1902, als sie die „Preußen“ auf der berühmten Segelschiffswerft von Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde (heute ein Stadtteil von Bremerhaven) taufte, war sie 17 Jahre alt. Laeisz hatte drei Arbeitsfelder: Reederei, Schifffahrt und Seeschifffahrtsversicherungen. |
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Im Webauftritt von Laeisz entdeckt man unter anderem, weshalb die Namen der Schiffe der Reederei Laeisz mit einem „P“ beginnen, wie es zum Bau der „Preußen“ kam, und was es mit der testamentarischen Spende zum Erbau der Hamburger Musikhalle auf sich hat. Die Musikhalle heißt seit Anfang 2005 wieder Laeiszhhalle. Erbaut wurde sie von 1904 bis 1908 nach Plänen der Architekten Haller und Meerwein. Sie hat zwei Säle: Der kleine Saal besitzt 640 Plätze, der großer Saal 2000 Plätze. Das Schicksal wollte es, dass männliche Angehörige dreier Generationen Laeisz innerhalb von nur vier Jahren starben. Da die Vornahmen ähnlich sind, sind Verwechslungen gar nicht so selten:
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Bild Links und unten: Ein interessantes Detail: Der Bronzeengel auf dem Familiengrab des Architekten Bernh. Hanssen vergleicht gerade den Grundrissplan genau dieser Grabanlage mit der Wirklichkeit. |
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Die beiden anderen Namen (Hanssen und Meerwein) haben etwas mit dem Bau des Hamburger Rathauses, des i Kontorhauses Laeisz-Hof und dem Verwaltungsgebäude der Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft „Bei St. Annen“ in der Speicherstadt zu tun. |
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