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Zwischen Bad Schandau und dem Gasthof Lichtenhainer Wasserfall:
Die Kirnitzschtalbahn (2008 und 2009)

Kleine Übersicht
Schandau wurde 1920 amtlich zu „Bad Schandau”. Die Stadt liegt dort an der Elbe, wo die Kirnitzsch in die Elbe mündet. Bad Schandau ist der bedeutendste Kur- und Ferienort der Sächsischen Schweiz. Sie ist der ideale Ausgangsort für Touren in das Wander- und Klettergebiet der Schrammsteine im Elbsandsteingebirge.
Bild: Kirnitzschtalbahn, Stadtpark
Bei der Abfahrt am Stadtpark

Seit 1898 verbindet die „Schandauer elektrische Straßenbahn” den Kurort Schandau bzw. Bad Schandau mit dem Gasthof „Lichtenhainer Wasserfall”. Wer jedoch einen großartigen Wasserfall in der Nähe des Gasthofes erwartet, könnte enttäuscht werden. Es ist ein kleiner künstlicher Wasserfall.

Bild: Kirnitzschtalbahn, Strecke am Stadtpark
Die Strecke noch im Stadtgebiet von Bad Schandau.
Die 7,9 km lange eingleisige Strecke verläuft in Meterspur neben der sächsischen Staatsstraße 165 (Kirnitzschtalstraße) entlang des Flüsschens Kirnitzsch. Die Strecke wird in 25 Minuten Fahrzeit bewältigt.

Auf der Strecke sind zwei Ausweichen vorhanden. Eine befindet sich am Depot (sog. Depotweiche), die andere auf freier Strecke zwischen den Haltestellen Forsthaus und Nasser Grund (sog. Schneiderweiche). Mit Übergabestäben wird sichergestellt, dass sich immer nur ein Zug in jedem Streckenabschnitt befindet.

Das Fahrgastaufkommen ist stark vom Tourismus abhängig. Im Winterhalbjahr schafft ein Zug bzw. Wagen den Umlauf, im Sommerhalbjahr sind drei Züge in Betrieb. Der Fahrplantakt ist entsprechend - im Winterhalbjahr alle 70 Minuten, im Sommer alle 30  Minuten.

Bild: Kirnitzschtalbahn, Betriebshof
Einfahrtseite des Betriebshofs. Die seltsame Dachkonstruktion beinhaltet die Solarkollektoren.
Die Bahn verfügt über 7 Triebwagen und 7 Beiwagen. Drei der Triebwagen und ein Beiwagen gelten als historisch.
Bild: Kirnitzschtalbahn, Betriebshof Dank öffentlicher Förderung wurde Mitte der 1990er auf dem Dach der Wagenhalle eine 40 m lange und 9 m breite Solarkollektorenanlage eingerichtet. Sie trägt mit 25 bis 30 Megawattstunden pro Jahr zur Stromversorgung der Stadt und der Straßenbahn bei. Die Produktivität der Anlage wird seitlich am Betriebshofsgebäude angezeigt (Bild links).
Die Bahn hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Beispielsweise brach am Abend des 26.7.1927 ein Feuer aus. Es vernichtete die Wagenhalle, die Werkstatt und des gesamten Wagenpark der Kirnitzschtalbahn. Bis zum 11.8.1927 wurde ein Schienenersatzverkehr mit Kraftomnibussen durchgeführt. Vom 12.8.1927 bis zum Saisonende im November 1927 konnten vier Triebwagen und vier Beiwagen von der Lößnitzbahn geliehen werden. Nur einer der Triebwagen blieb bei der Kirnitzschtalbahn. Am 1.4.1928 wurde der Betrieb mit fünf neuen Triebwagen, sechs neuen Beiwagen und dem Triebwagen von der Lößnitzbahn wieder eröffnet. Außerdem wurde ein neuer Betriebshof an alter Stelle neu erbaut. Zum 31.12.1928 erwarb die Kirnitzschtalbahn den noch geliehenen Triebwagen von der Lößnitzbahn.[78,Seite 10f]

Wegen der wenig häufigen Zugfolge empfiehlt sich ein Blick in den Fahrplan.


Haltestellen der Kirnitzschtalbahn
  • Stadtpark (Bad Schandau)
  • Pflanzengarten
  • Waldhäusel (Depot)
  • Ostrauer Mühle (Zeltplatz)
  • Mittelndorfer Mühle
  • Forsthaus
  • Nasser Grund
  • Beuthenfall
  • Lichtenhainer Wasserfall
Bild: Kirnitzschtalbahn bei Forsthaus
Bild: Kirnitzschtalbahn zwischen Forsthaus und Nasser Grund
Vom Wanderweg aus fotografiert:
(1.) Bei der Haltestelle Forsthaus und (2.) zwischen Forsthaus und Nasser Grund.
Fahrzeuge (Stand 2008)
Nr.BaujahrHerstellerEinsatz
hier ab
Hinweise
8II1938Gotha/AEG19791977 ex Dresden, Lockwitztalbahn 240 008-2.
historischer Triebwagen. 2 * 37 kW
9II1925Busch/Nied19791979 ex Dresden, Lockwitztalbahn 240 101-8.
Einziger in Europa noch betriebener Zweiachstriebwagen mit Einachsdrehgestellen (Lenkachsen),
historischer Triebwagen. 2 * 60 kW
1III1957Gotha/LEW1993ex Plauen Tw 61. T57, 2 * 60 kW
2III1957Gotha/LEW1993ex Plauen Tw 63. T57, 2 * 60 kW
3III1958Gotha/LEW1995ex Plauen Tw 73. T57, 2 * 60 kW
4IV1960Gotha/LEW1996ex Zwickau Tw 906. T57, 2 * 60 kW
5II1928MAN/Siemens1928seit 1983 historischer Triebwagen
6III1959Gotha/LEW 2005 ex Jena Tw 103. T57, 2 * 60 kW. 2007 ex Denkmal Radeburg, Fahrzeug ist zur Aufarbeitung vorgesehen.
121928MAN1928

Betrieb bis 1986, ab 1991 historischer Beiwagen

21II1963Gotha19851984 ex Leipzig Bw 470, B2-62
22II1963Gotha19851984 ex Leipzig Bw 465, B2-62
23II1963Gotha19871984 ex Leipzig Bw 467, B2-62
24II1963Gotha19891984 ex Leipzig Bw 468, B2-62
25II1966Gotha19971995 ex Zwickau Bw 984, B2-64
26II1968CKD19961995 ex Zwickau Bw 995, ex Bw 248, 1973 ex Halle Bw 471, B2D
  • AEG=Allgemeine Elektricitätsgesellschaft, Berlin
  • Busch=Waggonfabrik W.C.F. Busch, Bautzen
  • CKD=Ceskomoravska Kolben Danek, Prag
  • LEW=VEB Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke „Hans Beimler”, Hennigsdorf
  • MAN=Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg
  • Nied =Sachsenwerk, Niedersedlitz bei Dresden
  • Eine römische Ziffer gibt die Generation der vergebenen Fahrzeugnummer an
  • Die Fahrzeuge mit den Nummern unter 10 sind Triebwagen; alle anderen sind Beiwagen
Bild: Kirntitzschtalbahn, Lichtenhainer Wasserfall
Bild: Kirntitzschtalbahn, Lichtenhainer Wasserfall
Der Umlauf des Triebwagens lässt sich am Lichtenhainer Wasserfall gut beobachten
Bild: Kirnitzschtalbahn, Türöffner im Beiwagen Bild: Kirnitzschtalbahn, Triebwagen innen
Bild: Kirnitzschtalbahn, Beiwagen innen
Im Triebwagen und im Beiwagen sitzt man gepolstert!
  • Foto links: Türöffner im Beiwagen
  • Fotos rechts: Innenraum des Triebwagens, darunter Innenraum des Beiwagens.

Alle Fotos auf dieser Seite entstanden während einer Wanderung am 5.8.2009 und bei einer Mitfahrt am 23.4.2010. Die Innenaufnahmen sind von Triebwagen 3 und Beiwagen 21. Laut Aushang hat der Triebwagen 16 Sitzplätze und 60 Stehplätze. Im Beiwagen sind 22 Sitzplätze und 83 Stehplätze ausgewiesen.
Hochwasser: Die Kirnitzsch stellt sich als liebliches Flüsschen dar. Sie ist aber nicht immer lieblich. Am 7.8.2010 nachmittags verursachte eine Flutwelle der Kirnitzsch schwere Zerstörungen in ihrem Tal. Die Fahrzeuge der Kirnitzschtalbahn standen bis knapp unter den Wagenkästen im Wasser, das Depotgebäude bildete eine Insel in dem entsprechenden flachen See. Ein eindrucksvolles Foto ist auf der Website der OVPS zu bestaunen (abgerufen April 2012).

Letztes Upload: 24.08.2017 um 13:29:42