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Maßstäbe, Spurweiten und Epochen bei der Modelleisenbahn

Die Maßstäbe und Spurweiten der Modelleisenbahn werden durch einen alphanumerischen Code angegeben. Der Code ist in der NEM 010, einer Norm des Verbandes der Modelleisenbahner und Eisenbahnfreunde Europas (MOROP), definiert. Jedoch sind Modelleisenbahnen älter als diese Norm, so dass der Aufbau des Codes nicht logisch ist.

Großbuchstaben und Ziffern bezeichnen den Maßstab und die Spurweite der Normalspur. Daran angehängte Kleinbuchstaben geben die verschiedenen Schmalspurweiten des Vorbilds an. Hier lässt sich merken:

  • m Meterspur
  • e Engspur 750 bzw. 760 mm
  • i/f Industriebahn/Feldbahn 600 mm
Gebräuchliche Maßstäbe und deren Spurweiten
Nenngröße Maßstab Spur Spurweite
beim Original
Spurweite
beim Modell
Hinweise
2 oder II
1:22,5 2 (II)
2m
G
2e
2f
2p
Normalspur
Meterspur
Meterspur
Schmalspur
Feldbahn
Parkbahn
64 mm
45 mm
32 mm
22,5 mm
22,5 mm
16,5 mm
sprich:
„Zwei”.

„G” ist eine nicht genormte Bezeichnung.
1 oder I 1:32 1 (I)
1m 
1e
1f
Normalspur
Meterspur
Schmalspur
Feldbahn
45 mm
32 mm
22,5 mm
16,5 mm
sprich:
„Eins”
1:30,5 in
Großbritannien
0 1:45, 1:43,5 0
0m
0e
0f
Normalspur
Meterspur
Schmalspur
Feldbahn
32 mm
22,5 mm
16,5 mm
12 mm
sprich:
„Null”
S 1:64 S
Sm
Se
Sf
Normalspur
Meterspur
Schmalspur
Feldbahn
22,5 mm
16,5 mm
12 mm
9 mm
 
00
(früher: H1)
1:76 00 Normalspur 16,5 mm sprich:
„Null-Null”
H0 1:87 H0
H0m
H0e
H0f
Normalspur
Meterspur
Schmalspur
Feldbahn
16,5 mm
12 mm
9 mm
6,5 mm
sprich:
„Ha-Null” oder „Halb-Null”
TT 1:120 TT
TTm
TTe
TTf
Normalspur
Meterspur
Schmalspur
Feldbahn
12 mm
9 mm
6,5 mm
4,5 mm
Table-Top
1:101,6 in
Großbritannien
N 1:160 N
Nm
Ne
Normalspur
Meterspur
Schmalspur
9 mm
6,5 mm
4,5 mm
1:148 in
Großbritannien
Z 1:220 Z
Zm
Normalspur
Meterspur
6,5 mm
4,5 mm
 
Großbritannien, Bezeichnung der Nenngröße in mm pro Fuß.
Bei den Schmalspuren wird häufig (also nicht immer) die Spurweite des Modells oder des Vorbilds an die Nenngröße gehängt (vergleiche bei der 16 mm scale und bei der 5,5 mm scale).
Nenngröße Maßstab Spur Spurweite
beim Original
Spurweite
beim Modell
2 mm scale 1:152 000 Broad Gauge
000 Irish Gauge
000
2140 mm
1600 mm
1435 mm
14 mm
10,5 mm
9,5 mm
3,5 mm scale 1:87      
4 mm scale 1:76 00 Broad Gauge
00
00-12
00-9
EM
2140 mm
1435 mm
914-1067 mm
600-700 mm
1435 mm
28 mm
16,5 mm
12 mm
9 mm
18 mm
5,5 mm scale 1:55 Fn4
Fn3
Fn2'3”
1220 mm
914 mm
686 mm
22,5 mm
16,5 mm
12 mm
7 mm scale 1:43,5      
16 mm scale 1:19 SM-45
SM-32
914 mm
610 mm
45 mm
32 mm
Die krummen Nenngrößen verdanken wir den ersten Konstrukteuren von Modelleisenbahnen - es waren Engländer, und die rechnen bei Längen in Inch. Die Spurweite des Vorbilds beträgt 56½”(Inch). Als Spurweite für Modelleisenbahnen setzten sich durch:
  • 2,5”, genannt Scale 3, Maßstab 1:22,6
  • 2”, genannt Scale 2, Maßstab 1:28,25
  • 1,75”, genannt Scale 1, Maßstab 1:32,28

Die bessere Technologie ermöglichte bald eine weitere Verkleinerung auf 1,25” Spurweite, entsprechend einem Maßstab von 1:45,2. Dieser krumme Maßstab erschwerte den Modelleisenbahnkonstrukteuren die Arbeit. Sie kamen auf die ganz und gar unbritische Idee, mit einem Maßstab von 7 mm auf 1 Fuß zu rechen. Das wäre der Maßstab 1:43,5, genannt Scale 0.

So etwas geht natürlich nicht ohne Widerspruch ab. Andere Konstrukteure entschieden sich dafür, mit ¼” einen Fuß abzubilden. Das wäre der Maßstab 1:48.

Die erneute Halbierung von Scale 0 ergab 1:87 oder H0. Dieser Maßstab setzte sich fast überall durch. „Fast überall” bedeutet: nicht in Großbritannien. Hier ist das Lichtraumprofil der Eisenbahn kleiner als in Kontinentaleuropa und in den USA. Die britischen Modellbahnkonstrukteure setzten auf H0-Gleise Fahrzeuge mit dem Maßstab 4 mm auf 1 Fuß, Maßstab 1:76 oder Scale 00.

Die Halbierung von Scale 1 (Maßstab 1:32) ergibt H1 im Maßstab 1:64. Diese Spurweite wird als Scale S bezeichnet.

Einteilung der Modellbahnen nach Epochen
frei laut NEM 806 D Ausgabe 1996
Epoche Zeit-
spanne
Beschreibung
Epoche I
Länderbahnzeit
1835 - 1920 Eisenbahnbau bis zur Fertigstellung eines zusammenhängenden Streckennetzes.

Entstehung zahlreicher Staats- und Privatbahnen.

Entwicklung der Dampflokomotive.

Buntes Erscheinungsbild des Fahrzeugparks.

Blütezeit der Eisenbahn durch ihre Monopolstellung im Verkehrswesen zu Lande.

Epoche II
Reichsbahnzeit
1920 - 1949 Gründung großer Staatsbahnverwaltungen in vielen Ländern.

Vereinheitlichung der Bau- und Betriebsvorschriften.

Normierung im Fahrzeugbau.

Erste elektrifizierte Strecken.

Epoche III
Frühe Bundesbahn,
DDR-Reichsbahn
1949 - 1970 Wiederaufbau des durch die Kriegsereignisse stark beschädigten Eisenbahnwesens.

Unabhängige Entwicklung von zwei Bahngesellschaften in den beiden Teilen Deutschlands.

Ausbau des elektrischen- und Dieselbetriebs bei gleichzeitigem Rückgang der Dampftraktion.

Epoche III
Periode a
1949 - 1956

DB

Erste Neubaudampfloks

Dreiklassensystem im Personenverkehr

Einführung 26 m langer Personenwagen

DR

Umbau von Dampfloks auf Kohlenstaubfeuerung

Dreiklassensystem im Personenverkehr

Großräumiger Einsatz von Doppelstockzügen

Epoche III
Periode b
1956 - 1970

DB

Ausweitung des Einsatzes von Diesel- und elektrischen Betriebes. Neubekesslung von Dampfloks, Umstellung auf Ölfeuerung

Aufnahme des TEE-Verkehrs. Zweiklassensystem im Personenverkehr

Einführung des Dreilicht-Spitzensignals bei den Zügen.

DR

Neubau und Rekonstruktion von Dampfloks. Serienbeschaffung von Dieselloks.

Zweiklassensystem im Personenverkehr

Einführung des Dreilicht-Spitzensignals bei den Zügen.

Epoche IV
Späte Bundesbahn,
DDR-Reichsbahn
1970 - 1990 Weitgehender Abschluss der Traktionsumstellung auf elektrischen- und Dieselbetrieb.

Einführung einer international verbindlichen Beschriftung der Personen- und Güterwagen durch die UIC.

Bei der DB Einführung des IC-Netzes, zunächst mit einer Wagenklasse, später mit zwei Wagenklassen.

Epoche V
Deutsche Bahn AG
ab 1990 Aufnahme des ICE-Verkehrs.

Verschmelzung der DB und DR in die Deutsche Bahn AG.

An Einsatzarten orientierte Farbgebung der Fahrzeuge.

Nachtrag
Februar 2009:

Epoche VI
ab Herbst 2008 Enstehen eines internationalen Hochgeschwindigkeitsnetzes.

Das bisherige UIC-Betriebsnummernschma wird durch ein 12-stelliges Nummernschema abgelöst.

Neue EU-konforme Vorschriften für den Eisenbahnverkehr.


Letztes Upload: 21.10.2015 um 09:06:51