Home

Sitemap

Klassifizierung der Dampflokomotiven nach der Achsfolge bzw. Radanordnung/Radkonfiguration

Achsfolge

Fahrtrichtung:
Klassifizierung in „Alte” amerikanische
Bezeichnung
Italien und
Frankreich
DeutschlandGroß-
britannien
und USA
Schweiz
Oo011A10-2-2
oO1101A2-2-0Planet
oOo1111A12-2-2Patentee, Jenny Lind, Buddicom
ooO2102A4-2-01/3Crampton,
Norris
ooOo2112A14-2-2Bicycle, Single Driver
OO020B0-4-0Four wheel switcher
oOOoo1221B22-4-4Mogul-forney 4-coupled
ooOO2202B4-4-02/4American,
Eight wheeler
ooOOo2212B14-4-22/5Atlantic
ooOOoo2222B24-4-4Reading, Jubilee, 4-coupled double ender, Baltimore
OOO030C0-6-0Bourbonnais, Sixcoupler, Six wheel switcher
oOOO1301C2-6-03/4Mogul
oOOOo1311C12-6-23/5Prairie, 6-coupled double ender
oOOOoo1321C22-6-4Adriatic
ooOOO2302C4-6-03/5Ten wheeler, six-eight wheeler
ooOOOo2312014-6-23/6Pacific
ooOOOoo2322C24-6-43/7Baltic,
Hudson
OOOO040D0-8-0Eight wheel switcher
oOOOO1401D2-8-04/5Consolidation
oOOOOo1411D12-8-24/6Mikado
oOOOOoo1421D22-8-4Berkshire
ooOOOO2402D4-8-0Mastodon (Name doppelt vergeben), Twelve wheeler
ooOOOOo2412D14-8-24/7Mountain, Mohawk
ooOOOOoo2422D24-8-4Poncono, Confederation, Northern, Niagara, Dixie
OOOOO050E0-10-0Ten wheel switcher
OOOOOo051E10-10-2Union
oOOOOO150lE2-10-05/6Decapod
oOOOOOo151lE12-10-25/7Santa Fe, Lorraine
oOOOOOoo1521E22-10-4Texas, Selkirk
ooOOOOO2502E4-8-0Mastodon (Name doppelt vergeben)
ooOOOOOo2512E14-10-2Overland, Southern Pacific, Super Mountain, Sierra
oOOOOOO1601F2-12-0Centipede
oOOOOOOo1611F124-12-2Javanic
ooOOOOOOo2612F14-12-2Union Pacific
ooOOOOOOOo2712G14-142-2Soviet
OOO+OOO030+030CC0-6-6-0Erie
ooOOO+OOOo230+0312CC14-6-6-2Cabforward
ooOOO+OOOoo230+0322CC24-6-6-4Challenger
ooOOO+OOOooo230+0332CC34-6-6-6Allegheny
oOOOO+OOOOo140+0411DD12-8-8-2Chesapeake
oOOOO+OOOOoo140+0421DD22-8-8-4Yellowstone
ooOOOO+OOOOoo240+0422DD24-8-8-4 Big-Boy
Die obige Tabelle habe ich aus den Angaben in mehreren Eisenbahnbüchern zusammengestellt.

Anmerkungen zu den Bezeichnungsschemen für Dampflokomotiven
Hinweis: Zu Diesel- und Elektolokomotiven siehe  i weiter unten!

Italien und Frankreich:
1. Zahl: Anzahl vorderer Laufachsen
2. Zahl: Anzahl Treib- und Kuppelachsen
3. Zahl: Anzahl hinterer Laufachsen

Deutschland:
1. Zahl: Anzahl vorderer Laufachsen
2. Großer Buchstabe: Anzahl Treib- und Kuppelachsen, A=1, B=2, C=3, D=4, E=5 3. Zahl: Anzahl hinterer Laufachsen

  • Ein Hochkomma (') hinter den Laufachsen gibt die Anzahl der Laufachsen an, die Teil eines Lenkgestells (z.B. zwei Achsen mit zentraler Aufhängung oder einzeln beweglich gelagerte Achsen) sind. Ist eine Gruppe aus unterschiedlichen Achsarten gemeinsam beweglich gelagert, wird sie in Klammern gesetzt. Das Hochkomma entfällt dann.
  • Ein Hochkomma (') hinter den Treib- und Kuppelachsen gibt bei Treibrädern an, dass sie nicht gekuppelt sind.
  • Laufachsen, die mit einem Hilfsantrieb versehen sind, werden durch kleine Buchstaben vermerkt. 1Ba bedeutet: 1 Laufachse, 2 Treibachsen, 1 Laufachse mit Hilfsantrieb.
  • + kennzeichnet die Trennstelle bei Lokomotiven, die aus einzeln fahrbaren Bestandteilen ohne gemeinsamen Überbau bestehen.
  • h (Heißdampfbauart) gibt an, dass der Dampf vorgeheizt ist
  • n (Naßdampfbauart) zeigt gesättigten Dampf an
  • t Trockendampfbauart
  • 2,3, oder 4: den Angaben über die Dampfart folgt die Zylinderzahl als arabische Ziffer.
  • v (Verbund) bezeichnet eine Lokomotive mit doppelter Dampfexpansion.
  • i Innentriebwerk
  • ü übersetztes Triebwerk
  • t steht für Tenderlok. Fehlt dies "t", so ist es eine Schlepptenderlok.
  • Verwendungszweck:
    S Schnellzuglokomotive
    P Personenzuglokomotive
    G Güterzuglokomotive
    L Lokomotive für gemischten Dienst
    M Gelenklokomotive bestimmter Bauarten
    R Rangierlokomotive
    N Nebenbahnlokomotive
    Z Zahnradbahnlokomotive
    T Lokomotive in Straßenbahnbauart

Dies Schema wurde 1908 vom Verein Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen (VDEV) eingeführt. 1932 wurde das Schema vom Verband mitteleuropäischer Eisenbahnverwaltungen (VMEV) übernommen. Mittlerweile ist es von der Union Internationale des Chemins de Fer im UIC-Kodex 612 genormt.

1936 erweiterte der VDEV das Schema für Elektrolokomotiven und Gelenklokomtiven wie Mallet und Garratt.

Schweiz:
Zahl vor dem Bruchstrich: Anzahl Treib- und Kuppelachsen
Zahl hinter dem Bruchstrich: Gesamte Achszahl

Die Anordnung der Räder geht aus diesem Schema nicht hervor. Es ist ein modifiziertes altes deutsches Bezeichnungssystem, welches z.B. von den Bayerischen Staatsbahnen verwendet wurde.

Bei der Bezeichnung der Achsfolge für Doppellokomotiven oder Lokomotiven mit geteiltem Triebwerk (Mallet, Garratt, usw.) werden die Angaben für die Triebwerksteile durch ein + getrennt: 3/4+3/3 für (1C)C. Bei gleichartigen Triebwerken wird dies durch 2x markiert: 2x3/3 für C'C.

Großbritannien und USA („Neue” amerikanische Bezeichnung):
Das Bezeichnungsschema wurde 1907 von F.M.White vorgeschlagen. Es wird die Radanzahl getrennt durch Bindestriche angegeben.

1. Zahl: Anzahl vorderer Laufräder
2. Zahl: Anzahl Treibrädern
3. Zahl: Anzahl hinterer Laufräder

„Alte” amerikanische Bezeichnung:
Die Namen ergaben sich z.B. aus dem Ort, an dem die betreffende Lokomotivart erstmalig eingesetzt wurde. Einige dieser Bezeichnungen waren auch in Europa gängig.
  • Laufachsenlose Lokomotiven erhalten die Angabe der Räderzahl mit dem Zusatz "switch(er)". Eine four wheel switcher hat die Achsfolge B.
  • Lokomotiven mit einer Schleppachse (Achsfolge B1, C1, usf.) tragen den Zusatz "trailer". Eine four coupled and trailer hat die Achsfolge B1.
  • Lokomotiven mit zwei (vermutlich auch mit drei) Schleppachsen (B2, C2, usf.) tragen den Zusatz "Forney". Eine Forney six coupled hat die Achsfolge C2.
  • Laufachsenlose Gelenklokomotiven tragen den Zusatz "articulated". Eine eight wheel articulated hat die Achsfolge B'B.
  • Zumindest in Großbritannien: Ein zusätzlicher Buchstabe „T” kennzeichnet eine Tenderlokomotive. Beispiel: 0-6-0T.
  • Adriatic: Die Bezeichnung wurde 1909 nach einer in Österreich für den Einsatz an der Adriaküste gebauten  i Lokomotivart eingeführt.
  • Atlantic: Die Herkunft ist nicht eindeutig. Es gibt zwei Möglichkeiten.
    1. Lokomotiven der Philadelphia and Reading Railway (bzw. Rail Road) mit Ausgangsbahnhof Atlantic City in New Jersey.
    2. Lokomotiven für die Atlantic Coast Line Railroad (1894).
  • Consolidation: 1866 konstruierte der Cheftechniker der im gleichen Jahr von der Lehigh Valley Railroad übernommenen Lehigh & Mahanoy Railroad eine 2-8-0 Güterzuglokomotive und gab ihr den Namen „Consolidation”.
  • Mikado: 1897 bauten die Baldwin Locomotive Works für die Japanese Government Railways diese Lokomotiven. „Mikado” bedeutet „japanischer Kaiser”.
  • Mogul: Seinerzeit (1852) war es die größte Lokomotive. Der Name erinnert an den Herrscher des Mogulreiches (jetzt Teil Indiens).
  • Pacific: Die Baldwin Locomotive Works bauten 1901 eine Lokomotivserie für die New Zealand Railways.
  • Prairie: Die ersten 6 Lokomotiven wurden von den Baldwin Locomotive Works 1885 für die New Zealand Railways gebaut. 1900 bauten die Brooks Locomotive Works Lokomotiven dieser Art für die Chicago, Burlington and Quincy Railroad. Eingesetzt wurden sie hauptsächlich in den Prärien des mittleren Westens der USA.
Elektro- und Diesellokomotiven
Die deutsche Einteilung der  i Dampflokomotiven wird auch für Elektro- und Dieselloks verwendet. Eine kleine Null „o” wird beigefügt, um Treibachsen mit eigenem Motor (Einzelachsantrieb) zu kennzeichnen.

Die elektrischen Lokomotiven tragen folgende Ergänzungen:

  • d Drehstromantrieb
  • g Gleichstromantrieb
  • w Einphasenwechselstrom
  • 2,3,4 Zahl der Motoren
  • e Einzelachsantrieb mit hochliegenden, im Rahmen gelagerten Motoren (z.B. Federtopfantrieb)
  • k unmittelbarer Stangen- oder Kurbelantrieb. Unmittelbar heißt: ohne Zahnradvorgelege
  • t Tatzlagerantrieb. Hier ist jeder Fahrmotor einseitig im Lok- bzw. Drehgestellrahmen gefedert eingehängt. Die andere Seite ruht mit dem „Tatzlager” auf der Achse, die er über Zahnräder antreibt.
  • u Zahnraduntersetzung und Stangenantrieb


Betriebsgattungszeichen der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG)

Das Betriebsgattungszeichen führte die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft (DRG) 1924 ein. Es war ein auf einem sprechende Schlüssel basierendes Bezeichnungssystem für Dampflokomotiven. Es ermöglichte, Lokomotiven unterschiedlicher Bauart mit gleichen Betriebseigenschaften zu gruppieren. Das hatte DRG nötig, denn sie hatte unterschiedlichste Dampflokomotiven der früheren Länderbahnen übernommen.

Der Schlüssel besteht aus vier Teilen:
  • Einer Buchstabencodierung zur Kennzeichnung der Hauptgattung nach Verwendungszweck wie Schnellzuglok, Personenzuglok, usw.
  • Einer zumeist zweistelligen Zahl. Die Zehnerstelle nennt die Anzahl der gekuppelten Achsen, die Einerstelle die Gesamtzahl der Achsen. Die Achsen von Schlepptendern werden nicht berücksichtigt.
  • Hinter einem Trennpunkt Punkt steht die ungefähre Achslast der Treibachsen in ganzen Tonnen.
  • Nur wenn Lokomotivteile das Lichtraumprofil überschritten, wird dies mit einem Dreieck über der Achslastangabe dokumentiert. Sofern lediglich ein entfernbarer Schornsteinaufsatz das Lichtraumprofil überragt, wird dies mit einem Querbalken über dem Dreieck angegeben (siehe Fotos unterhalb).
Lokomotivgattungen der
Deutschen Reichsbahn Gesellschaft,
eingeführt 1924
Gattungs-
zeichen
HauptgattungBau-
reihe
SSchnellzuglokomotive01 bis 19
PPersonenzuglokomotive20 bis 39
GGüterzuglokomotive40 bis 59
StSchnellzugtenderlok60 bis 79
PtPersonenzugtenderlok
GtGüterzugtenderlok80 bis 96
ZZahnradlokomotive97
LLokalbahnlokomotive98
KSchmalspurlokomotive99
Bild: Gattungszeichen an der 01 533Gattungszeichen an der Schnellzuglokomotive 01 533.
Bild: Gattungszeichen an der 50 3610Gattungszeichen an der Güterzuglokomotive 50 3610
Bild: Gattungszeichen an einem Modell der 38 1373Gattungszeichen an dem Fleischmann-Piccolo N-Modell der 38 1373.
Bild: Gattungszeichen an der 98 2322-8Gattungszeichen an der Schmalspurlok 99 2322-8 der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli.

Letztes Upload: 14.09.2017 um 15:57:57