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Die Alsterschifffahrt in Hamburg:
Der Solarkatamaran Alstersonne


Zeittafel 2000

Zeittafel 2006

Alsterschiffe
ab 1931
Bild: Solarkatamaran Alstersonne
Der Solarkatamaran „Alstersonne” am Jungfernstieg. Dies neuzeitliche Alsterschiff ging 2000 in Dienst. Es macht einen sehr grauen Eindruck- passend zu dem Tag, an dem ich das Foto geschossen habe.
Wie funktioniert das Ganze?
Das Acrylglasdach des Katamarans ist mit Photovoltaik-Modulen versehen. Diese liefern die Energie für die 6 Tonnen schweren Akkumulatorbatterie, und diese wiederum liefert den Strom für die Elektromotoren und die sonstigen elektrischen Einrichtungen an Bord. Wenn zu wenig Sonne scheint, werden die Akkumulatoren klammheimlich am Anleger mit Stadtstrom geladen. Wenn zuviel Sonne scheint und der Katamaran am Anleger liegt, liefert er Strom ins öffentliche Stromnetz.

Entwickelt wurde der Katamaran nach den betrieblichen Wünschen der ATG von der Firma Kopf AG.

Der Katamaran ist für 100 Fahrgäste ausgelegt. Der Rumpf und die Aufbauten bestehen aus Edelstahl- das erklärt vielleicht die häßliche graue Färbung des Bootes.

Nachtrag 26.April 2006: Nun ist das obere Foto der Alstersonne mit ihrem Acrylglasdach bereits historisch. Das Acrylglasdach hatte sich nicht besonders gut bewährt, denn im Sommer wurde es unter ihm zu heiß. Im Januar 2006 wurde das Boot zum Hersteller transportiert und dort anschließend für € 200000 umgebaut. Bei dieser Gelegenheit erhielt es eine Verglasung aus Glas. Die einzelnen Fenster sind größer geworden, sie sind waagerecht angeordnet und stehen nicht mehr auf um 45° gedreht auf ihren Ecken. Noch besser: Die beiden Rümpfe sind nicht mehr grau, sondern weiß mit rotem Unterwasserschiff - so, wie es sich für ein Alsterschiff gehört!

Die „Alstersonne” war einige Jahre das größte Solarschiff der Welt. Beispielsweise wurde Ende März 2010 der von der Knierim-Werft in Kiel gebaute Katamaran „Tûranor Planet Solar” getauft. Am 29.9.2010 begann er in Monaco eine Weltumrundung. Sie dauerte fast 585 Tage - genau waren es 584 Tage, 23 Stunden und 31 Minuten. Um möglichst viel Sonne einzufangen, fuhr man möglichst dicht am Äquator entlang. Die „Tûranor Planet Solar” ist 31 m, lang, 15 m breit und 6,30 m hoch. Die Solarzellen können bis auf eine Fläche von 512 m² ausgefahren werden. Mehr steht auf der Website der Zeitung „Die Welt” vom 6.7.2013.

Bild: Alstersonne am 16.4.2010
Die „Alstersonne” am 16.4.2010 auf der Außenalster.
Bild: Führerstand der Alstersonne
Führerstand der „Alstersonne”
Technische Daten der „Alstersonne”
Die in den Jahren 2000 und 2006 angegebenen Daten weichen deutlich voneinander ab.
Länge:26,53 m
Breite:5,30 m
Höhe über der
Wasserlinie:
3,10 m
Tiefgang (beladen):2000: 0,85 m, 2006: 1,26 m
Maximale Höhe:3,10 m über Wasserlinie
Gewicht (beladen):2000: 42 t, 2006: 35 t (nicht ganz logisch, vergl. Tiefgang)
Passagiere:84 Sitze innen, 12 Sitze in der Laube
Akkumulatorbatterie
für Antrieb:

2000: 80 Volt, 2 Stück, zusammen 2380 Ah
2006: keine verlässliche Angabe gefunde
Akkumulatorbatterie für Bordbetrieb:
24 V, 4 Stück
Batteriegewicht:6 t
Geschwindigkeit:2000: bis 10 km/h, 2006: bis 15 km/h

Nur von der Sonne gespeist erreicht das Schiff 5 km/h. Die Reichweite bei reinem Batteriebetrieb ohne Sonnenunterstützung beträgt 120 km.

Motoren:2000: Gleichstrom 2 x 8 kW
2006: Drehstrom 2 x 12 kW
Steuerung:Elektronisch, stufenlos vor- und rückwärts
Einrichtungen:Bordküche mit Kühlschrank, Kaffeemaschine, Spüle
WC-Kabine

Letztes Upload: 25.05.2016 um 11:15:44