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Die Alsterschifffahrt:
Postkarten mit Alsterdampfer

Bild: Alsterdampfer an der Lombardsbrücke, gegen 1912
Hamburg, Lombardsbrücke: Der Z1-Triebwagen der Straßenbahn fährt über die Lombardsbrücke. Er führt das Dachzeichen B und seitlich die Liniennummer 20. Die Linienführung der Linie 20 über die Lombardsbrücke gab es von 1899 bis Anfang 1927. An den Seitenfenstern sind zurückgezogene helle Vorhänge als helle senkrechte Streifen zu erkennen. Die Plattform ist unverkleidet. Der Alsterdampfer mit den Glattdeckeraufbauten ist noch ein richtiger Dampfer. Ich vermute, das diese Postkarte (Verlag? A.C., Hbg.) kurz vor dem Ersten Weltkrieg produziert wurde. Eine gleiche Postkarte hatte der Hamburger Verlag Wilhelm Lorenzen herausgegeben.

Die Postkarte ist mit einem groben Raster gedruckt. Deshalb sind auf dem eingescannten Bild Details nicht zu erkennen.

Besonders nett: Im vorderen Brückenbogen ist auf weißem Band die schwarze Beschriftung „und Motorböte. Die Polizeibehörde" undeutlich zu erkennen. Der vollständige Text regelte, welche Art von Fahrzeugen unter diesem Brückenbogen hindurchfahren durften. Die Brücke hat drei Durchfahrten. Die Durchfahrtsregelung von 1871 besagte, dass die beiden äußeren Durchfahrten ausschließlich den Alsterdampfern vorbehalten waren. Alle anderen Wasserfahrzeuge hatten die mittlere Durchfahrt zu benutzen. Offenbar wurde diese Vorschrift später geändert.

Bild: Kuhmühlenteichbrücke, ca.1912
Hamburg, Hochbahn über der Alster: Da hat der Verlag Wilhelm Flohe aus Hamburg doch glatt die Unwahrheit auf die Karte gedruckt! Von der Alster ist nichts auf dem Bild zu sehen, denn das Gewässer heißt Kuhmühlenteich. Auch der Hochbahnzug ist wohl nicht echt. Er ist ein wenig zu groß. So verwundert es nicht, dass das Brückengeländer genau so lang ist wie der Zug! Nun ja, was tut man nicht alles, wenn man pünktlich zur Eröffnung der Hochbahn sofort mit Postkarten auf dem Markt sein möchte ...

Das gleiche Bild wurde auch als colorierte Postkarte verkauft. Auf der Farbpostkarte fehlen die malerischen Wolken, denn dort ist der Himmel blau.

Die Postkarte ist mit einem groben Raster gedruckt. Deshalb sind auf dem eingescannten Bild Details nicht zu erkennen.

Wie an den beladenen Schuten und den Bauhütten zu erahnen ist, wurde noch an der Hochbahn gebaut. Die Kuhmühlenteichbrücke ist bis auf das Geländer fertiggestellt. Deren Stützpfeiler auf dem ehemaligen Löschplatz (auf dem Bild zu sehen) wurden 1910 fertiggestellt, die Brücke selbst wurde 1911 erbaut. Somit dürfte das Bild um 1911/1912 fotografiert worden sein. Den Alsterdampfer, den Anleger Kuhmühlenteichbrücke mit dem Einheits-Wartehaus und die Kirche St. Gertrud hatte es bereits vor 1910 gegeben.

Bild: Kuhmühlenteichbrücke, ca.1912
„Hamburg, Hoch- und Untergrundbahn am Kuhmühlenteich” hatte 1912 der Kunstverlag A.N.H. auf seine Postkarte gedruckt. Auch hier begegnen sich ein Hochbahnzug und ein Alsterdampfer an der Kuhmühlenteichbrücke. Im Gegensatz zur vorherigen Postkarte sind die Bauhütten abgebaut und die Brücke hat ihr Geländer erhalten.

Fräulein H. Omen in Rüstringen wird sich im Oktober 1915 über diese Feldpostkarte gefreut haben! Rüstringen wurde 1937 mit Wilhelmshaven vereinigt.

Bild: Hamburg, Binnenalster 1920er/1930er
Hamburg Innenalster: Das steht auf der Karte links unten. Gemeint ist sicher die Binnenalster. Einem Hamburger Verlag, in diesem Fall dem Verlag Edmund Kummer aus Hamburg 39, dürfte so etwas nicht passieren!

Zumindest das Alsterschiff im Vordergrund ist ein richtige Dampfer. Ungefähr in der Mitte zwischen dem hinteren Alsterschiff und dem Rathausturm ist das niedrige helle Dach des runden Verkehrspavillons am Jungfernstieg zu erkennen. Der Pavillon wurde 1924 errichtet. Rechts oberhalb des Daches ist ein helles Haus zu erkennen. Auf der nächsten Postkarte ist dieses Haus um zwei Etagen aufgestockt zu sehen. Es dürfte sich um das Kaufhaus Hirsch & Cie handeln. Es wurde 1928 umgebaut. Die Postkarte zeigt das Kaufhaus vor dem Umbau. Der Fotograf stand vermutlich auf der Lombardsbrücke und betätigte zwischen 1924 und 1928 den Auslöser seiner Fotokamera.

Bild: Hamburg, Jungfernstieg 1920er/1930er
Jungfernstieg und Alsterdamm: Obwohl der Verlag Schöning & Co. nicht in Hamburg, sondern in Lübeck seinen Sitz hat(te), stimmt die Bezeichnung. 1947 hatte der Alsterdamm einen anderen Namen erhalten. Seitdem heißt er Ballindamm. Die Karte dürfte etwas jünger sein als die vorige. Zwar sind die Alsterdampfer ebenfalls noch Dampfer, aber das helle Eckhaus Neuer Wall/ Jungfernstieg wurde zwischendurch um zwei Stockwerke aufgestockt.

Im Vordergrund befindet sich der Alsterpavillon. Er wurde in der Nacht vom 26. auf den 27.Juli 1942 durch Bomben zerstört. Sein in Richtung Binnenalster liegendes Café hatte den Spitznamen „Judenaquarium". Im Alsterpavillon fanden noch zur Zeit des Nationalsozialismus Swing-Konzerte statt. Den damaligen Machthabern war das gar nicht recht![34]

Aus den Bauzuständen des Eckhauses Neuer Wall/Jungfernstieg - vermutlich Kaufhaus Hirsch & Cie - und dem noch erhaltenen Alsterpavillon ergibt sich der Zeitraum 1928 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs für die Entstehung der Postkarte. (Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Alsterdampferverkehr eingestellt. Somit wurde dass das Foto bereits vor Kriegsausbruch aufgenommen.)

Bild: Hamburg, Uhlenhorster Fährhaus (etwa 1911)
Das Uhlenhorster Fährhaus: Aus einem arg mitgenommenen Leporelloalbum stammt diese Postkarte. Ich habe weder den Verlag noch den Künstler ermitteln können. Vermutlich wurde das Leporelloalbum kurz vor dem Ersten Weltkrieg hergestellt.

Das Hauptmotiv des Bildes ist das Uhlenhorster Fährhaus mit seinem hohen und seinen beiden weniger hohen Türmen.


Letztes Upload: 10.01.2017 um 18:21:25