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Zeittafel 1994

Alsterschiffe ab 1931

Die Alsterschifffahrt in Hamburg:
Museumsalsterdampfer St. Georg

Bild: Alsterdampfer „St.Georg” am Jungfernstieg (27.6.2004)
Am trüben Sonntagmorgen des 27.Juni 2004 liegt die „St. Georg” am Jungfernstieg. Ob bei diesen schlechten Wetteraussichten der Betriebstag mit Gewinn abschließen wird ?
Bild: Alsterdampfer „St.Georg” vor der Kulisse des Einkaufszentrums Hamburger Straße
Der 20.März 2008 war ein trüber Tag. Aber auch an diesem Tag dampfte die St.Georg auf der Außenalster. Im Hintergrund sind die Türme des Einkaufszentrums Hamburger Straße zu sehen.
Bild: Alsterdampfer „St.Georg” am Jungfernstieg
Die „St. Georg” ist der unbestrittene Star der weißen Alsterflotte. Es ist der einzige richtige Alsterdampfer mit einer Dampfmaschine, und zwar mit einer ölgefeuerten 2-Zylinder-Kolbendampfmaschine Baujahr 1922 mit 75 PS.

Sie wurde auf der Reiherstiegwerft für H.E. Justus gebaut. Ihr Leben begann 1876 als Linienschiff „Falke” auf der Alster. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde sie zum Glattdecker umgebaut und erhielt nach erfolgreichem Umbau im Januar 1911 den Namen „Galatea”. Im Februar 1936 erhielt sie den Namen „St. Georg”. Sie bot im Fahrgastverkehr Platz für 177 Fahrgäste.

Nach dem Zweiten Weltkrieg im November 1948 erwarb der aus dem Osten geflüchtete Schiffer Robert Karl Krenz die „St. Georg” und die „Uhlenhorst”. Er ließ die „Uhlenhorst” auf der Hitzler-Werft in Lauenburg für den Oberelbebetrieb mit seiner neugegründeten „Hamburg - Lüneburger Personenschiffahrt” umbauen. Die Fahrt dauerte 5 Stunden, das Geschäft lief schlecht. Herr Krenz verkaufte dies Schiff nach der Währungsreform an die Kiel - Gardenauer Fähre.

Mit der „St. Georg” und seiner ebenfalls neugegründeten „Hamburg - Bergedorfer Personenschiffahrt” erging es ihm schlechter. Das Schiff kam gar nicht erst in Fahrt. Seine „St. Georg” rottete einige Jahre am Lippeltkai in Hammerbrook vor sich hin. Sie wurde wohl auch von Schrottdieben heimgesucht. Das Schiff wurde im November 1950 an den Berliner Reeder Berthold Frost für dessen Stern- und Kreisschiffahrt verkauft. In Berlin wurde es modernisiert und als Motorschiff „Deutschland” auf der Havel und dem Wannsee eingesetzt.

1961 wurde das Schiff erneut umgebaut. Dabei wurde es um 4 m auf 24,12 m verlängert.

Ab 1968 (oder 1969 ?) fuhr das Schiff unter dem neuen Namen „Planet” im Fahrgastverkehr. Im Herbst 1976 (oder im Jahr 1978 ?) wurde sie zum Gastronomieversorger (d.h. Lagerschiff für Getränke und Speisen für die Restauration) degradiert. Sie hatte an der Anlegestelle Wannsee ihren ständigen Liegeplatz.[17, Seite 86 und 87]

1984 wurde sie außer Dienst gestellt. Bis 1988 lag sie auf der Berliner Teltow-Werft. Danach holten Schiffsliebhaber des Museumshafens Övelgönne das Schiff nach Hamburg - die „Berliner Stern- und Kreisschiffahrt” hatte ihnen das Schiff kostenlos überlassen.[99, Ausgabe 2/1989]

Der „Verein Alsterdampfschiffahrt e.V.” (VAD) gründete sich und übernahm das Schiff. In Finkenwerder wurde es zerlegt, d.h. die nicht mehr zu gebrauchenden Aufbauten wurden entsorgt und der Rumpf in Baugruppen zerlegt. Die verwertbaren Teile wurden zur Schiffswerft Laubegast bei Dresden verschifft. Dort wurde das Schiff unter Verwendung der alten Rumpfteile in seinen Bauzustand von 1911 bis 1936 [in Wikipedia steht 1920er (Stand August 2008)] praktisch neu gebaut. Die dabei eingebaute 75 PS leistende Dampfmaschine hat zwar Ölfeuerung und ist von 1922, aber immerhin: Seit 1994 dampft die „St. Georg” wieder auf der Alster.

Sie dürfte das älteste fahrtüchtige Dampfschiff Deutschlands sein!

Die für mich erreichbaren verwertbaren Darstellungen über die Vorgeschichte des Schiffes weichen an einigen Stellen voneinander ab. Es sind [14], [17] und Harald Elsner: D „St. Georg” - Neuer alter Alsterdampfer, Hamburger Nahverkehrs-Nachrichten März 1994.

Bild: Alsterdampfer „St.Georg” am Jungfernstieg
So richtig gerne haben sich die Betreiber der Alsterschifffahrt (Alstertouristik) und der Verein Alsterdampfschiffahrt wohl nicht. Im Frühjahr 2005 musste das Oberhafenamt entscheiden, dass die St. Georg ab sofort am Tankstellenanleger Jungfernstieg festmachen darf. Die Alstertouristik hatte das Anlegen dort verweigert. Grund: wegen Bauarbeiten am Jungfernstieg war die Platzkapazität zum Anlegen stark reduziert.

Der Sprecher der Umweltbehörde verkündete, dass bei Fortsetzung des Streits zwischen beiden Institutionen die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt moderierend helfen wird. (Quelle: Zeitung „Die Welt”, 30.März 2005)


Letztes Upload: 30.07.2017 um 09:47:54