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Zeittafel 1968

DT2

DT4

Inhaltsverzeichnis Hamburger U-Bahn

Hamburger U-Bahn:
Doppeltriebwagen DT3 und DT3E (als Kartonmodell)

Bild: Kartonmodell DT3 der HHA (Hamburger Hochbahn AG)
Bild: Kartonmodelle DT3 und DT3E der HHA (Hamburger Hochbahn AG)Die beiden links gezeigten Vorderteile der Kartonmodelle im N-Maßstab stellen eine Garnitur DT3 (links im Bild) und DT3E der Hamburger Hochbahn (HHA) dar.

Die Form der Scheibenwischer stimmt nicht mit dem Vorbild überein; vergl-. Foto weiter unten.

Bild: DT3LZB im Einschnitt südlich von Ohlsdorf (Februar 2002)Foto links: Die führende Fahrzgarnitur ist ein DT3LZB. Aufgenommen wurde das Foto im Februar 2002 von der Fußgängerbrücke zwischen Paul-Stritter-Weg und Feuerbergstraße.

Im Prinzip handelt es sich bei den DT3-Garnituren um DT2-Garnituren mit einem zusätzlichen angetriebenen Beiwagen zwischen den beiden Triebköpfen.

Nach einem ersten Probezug 1966 beschaffte die Hochbahn 127 weitere DT3-Garnituren in den Jahren 1968 bis 1971.

Wie es zum DT3 kam

Die HHA wollte bis 1971 die noch vorhandenen etwa 300 T-Wagen durch moderne Leichtbauwagen ersetzen.

Die neuen Leichtbauwagen sollten zusammen mit den DT1-Garnituren die Linie U1 bedienen. Die Linien U2 und U3 sollten mit den DT2-Garnituren betrieben werden.

Zunächst plante man für die Neubeschaffung 172 Doppeltriebwagen in Leichtbauweise mit 2 angetriebenen Drehgestellen und 4 Motoren pro Einzelwagen. Im Vergleich zur DT2-Garnitur hätten jedoch das zusätzliche Drehgestell und die zusätzlichen 4 Motoren ein höheres Gewicht und einen höheren Anschaffungspreis verursacht.

So kam man auf die DT3-Garnitur mit 8 Fahrmotoren, 4 Triebfahrgestellen und drei Wagenkästen. Die Konstruktion der Wagenkästen für die beiden Endwagen konnte vom DT2 übernommen werden. Da ein gemeinsamer Betrieb DT1 und DT3 vorgesehen war, wurde die elektrische und pneumatische Ausrüstung so gestaltet, dass eine gemeinsame Zugbildung DT1 mit DT3 möglich war. Benutzt wurde sie im Fahrgastbetrieb allerdings dann doch nicht. Da der DT1 für den Fahrgastbetrieb nicht mit dem DT2 zusammenpasst, passt auch der DT3 im Fahrgastbetrieb nicht mit dem DT2 zusammen.

Der DT3 wurde ab Juni 1967 im Fahrgastverkehr eingesetzt.

Informationsquelle: Helmut Bulgarcic: Dreiteiliger U-Bahn-Triebwagen mit vier zweiachsigen Triebgestellen bei der Hamburger Hochbahn AG, Glasers Ann. (Berlin) 92 (1968), Nr.4, Seite 119 bis 124

Genau wie die DT2-Fahrzeuge erhielten auch die DT3-Fahrzeuge eine Türverriegelung nachgerüstet. Eine erste DT3-Garnitur wurde 1979 umgebaut, 6 weitere Garnituren wurden 1980/81 umgebaut. Die restlichen DT3-Garnituren wurden ab 1982 bis Herbst 1984 umgerüstet. Die nicht umgerüsteten Garnituren trugen eine schwarze III an den Stirnseiten. Die umgerüsteten DT3-Garnituren erhielten eine gelbe III an ihren Stirnseiten.

Am 12.5.1995 stellte die HHA die erste ertüchtigte Garnitur DT3E (Garnitur bzw. Einheit Nummer 833) auf der Station Saarlandstraße der Öffentlichkeit vor. Der Hauptgrund für die Ertüchtigung waren Korrosionsschäden im Wagenkastenbereich unterhalb der Edelstahlverkleidung. Für die Ertüchtigung musste das gesamte Innenleben herausgenommen werden, damit man an die verrosteten Teile herankam.

Im Rahmen der Ertüchtigung erhielten die Wagen eine neue Front aus Polyester mit einer stark geneigten Frontscheibe. Die Neigung der Frontscheibe fehlt dem Kartonmodell.

Wie beim DT4 wurde bei der Ertüchtigung die Trennwand zwischen Fahrgastraum und Fahrerstand durchsichtig gestaltet. Ebenfalls wie beim DT4 wurden Fenster zur Sichtverbindung in den Nachbarwagen der gleichen Garnitur eingebaut.

Für den Zeitraum 1995 bis 1999 wurde die Ertüchtigung von 62 älteren DT3-Garnituren geplant[5, Seite 116] und bis 2001 auch durchgeführt. Die Ertüchtigung jeder Garnitur kostete rund 0,5 Millionen DM. Man versprach sich davon eine weitere Nutzungsdauer der Fahrzeuge von 15 bis 20 Jahren.


2016: Eine letzte Ertüchtigung
Im Juni 2016 gab die Düsseldorfer Firma Vossloh Kiepe GmbH in einer Pressinformation bekannt, dass sie im Mai 2016 von der Firma Fahrzeugwerke Miraustrasse GmbH (FWM) in Hennigsdorf den Auftrag über Leistungspakete zur Ertüchtigung und Umbaumaßnahmen von U-Bahn-Fahrzeugen des Fahrzeugtyps DT3 erhalten habe.

Im Rahmen des Projektes „DT3 Substanzverbesserung” können die bereits seit dem Jahr 1971 im Hamburger Fahrgastbestrieb eingesetzten und bewährten Fahrzeuge erhalten bleiben und eine erneute Laufzeitverlängerung erreicht werden. Die Ertüchtigung der zehn Fahrzeuge soll ab Juni 2016 bis November 2017 erfolgen.

Schwerpunkte der Ertüchtigung sind die Durchführung einer Inspektion nach Vorgaben der BOStrab, die Überarbeitung des Fahrgastraums, die Behebung von Korrosionsschäden im Außenbereich sowie die Überarbeitung diverser elektronischer Komponenten.

FWM fungiert dabei als Generalunternehmer. Vossloh Kiepe wird die Neuentwicklung der Schaltwerkssteuerung, die Integration eines neuen Bordnetzumformers sowie die Aufarbeitung der Fahr- und Bremsschalter übernehmen.

(Kursive Textteile sind wörtlich aus Textteilen der o.g. Presseinformation übernommen.)

Bahnfotokiste (Jan Borchers): Fotoreportage von der ersten Überführungsfahrt am 23.6.2016 zur Ertüchtigung nach Hennigsdorf. Ertüchtigt werden sollen demnach die Garnituren 803, 807, 808, 834, 835, 842, 856, 865, 873 und 905.

Bild: DT3E Nr. 965-3, Innenraum, 29.5.2010 Bild: DT3E Nr. 965-3, Innenraum, 29.5.2010
Bild: DT3E Innenraum, 29.5.2010Die drei Innenaufnahmen vom 29.5.2010 zeigen die Fahrgasträume des DT3E Nr. 965-3 und eines später modernisierten DT3E bei dem ich die Betriebsnummer nicht notiert hatte. Der modernere Innenraum sieht lebhafter, aber kälter aus.

Beim linken oberen Innenraumbild ist an der Rückseite der Sitzbank links ein weißer Aufkleber zu erahnen. Er trägt den Text: „Stehplatz für Zugbegleiter. Bei Bedarf bitte freimachen”.

Bild: DT3E 836 am 4.8.2010 in Bahmbek
DT3E Betriebsnummer 836 am 4.8.2010 in Barmbek.
DT3 der Hamburger Hochbahn AG
Baujahr und Anzahl
DT3.1, DT3.2, DT3.3:

1966 (1 Probegarnitur),
1968-1978 127 Garnituren
Hersteller wagenbaulicher Teil:Linke Hofmann Busch GmbH (LHB)
Garnitur besteht aus:2 Triebkopfwagen,
1 angetriebener Beiwagen
Gewicht:Garnitur 46 t leer, 70 t besetzt
Wagenlänge:Garnitur über Blech 39,52 m
Wagenbreite:2,48 mm
Fahrgestelle:je Garnitur 4 Triebgestelle
Motoren:je Garnitur 8 Motoren
zu je 80 kW
Stromaufnahme:je Garnitur maximal 1200 A bei 750 V
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Sitzplätze/Stehplätze:je Garnitur: 92 Sitzplätze, 273 Stehplätze bei 0,15 m² pro Person
SerieGarnituren,
erste Nummern
Garnituren,
Nummern ab 1988
(als DT3)
Anzahl
Garnituren
Bau-
jahre
Bemerkungen
Bei den vergebenen Wagennummern ab 9000 wurden die Endziffern 99 ausgelassen!
3.09600/01/0293211966Prototyp. Er wurde 1982 zum Drehstromversuchszug DAT2 umgebaut. Er wurde 1994/95 ausgemustert und verschrottet.
3.19603/04/05
bis
9663/64/65
801 bis 821211968 bis 1971Bis auf zwei Garnituren wurden alle zum DT3E ertüchtigt.
3.29666/67/68
bis
9775/76/77
822 bis 85837Bis auf sieben Garnituren wurden alle zum DT3E ertüchtigt.
3.39778/79/80
bis
9981/82/83
859 bis 931689963/64/65 bis 9978/79/80 (921 bis 926) wurden mit Fertigstellung bis Frühjahr 1981 zum DT3LZB umgebaut. Der Umbau erfolgte zur Erprobung des fahrerlosen Betriebs für das Forschungsprojekt „Prozeßrechnergesteuertes U-Bahn-Automatisierungs-System Hamburg” (PUSH). Nach Projektende wurden die Fahrzeuge soweit zurückgebaut, dass sie wieder mit den anderen DT3-Einheiten kompatibel waren.

9981/82/83 (931) wurde 1979 zum Drehstromversuchszug DAT1 umgebaut. Er wurde von 1995 an die Feuerwehr für Feuerlöschübungen abgegeben.

909 wurde zur musealen Erhaltung hinterstellt.

13 Garnituren wurden zum DT3E ertüchtigt.

Ertüchtigung zum DT3E
NummernbereichErtüchtigtwar vorherErtüchtigt wurden (Anzahl)
801 bis 821ab 1995DT3.119
822 bis 858DT3.230
859 bis 931DT3.313

Letztes Upload: 03.07.2017 um 11:36:50