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Fahrscheine der
HHA bis Anfang 1932

Tabelle zur Entwicklung
der HHA-Fahrpreise bis 1922

Hochbahntarife ab 1918
und „Fahrmarken” ab 1920

Die Hamburger U-Bahn:
Der erste Tarif der Hamburger Hochbahn ab 1912

Die Hamburger Hochbahn bestand 1912 aus der 17,5 km langen Ringlinie Barmbeck - Rathausmarkt - St. Pauli - Kellinghusenstraße - Barmbeck. 1913 kamen die Linien Schlump - Eimsbüttel (1,76 km) und die 3,23 km von Hauptbahnhof nach Rothenburgsort hinzu. Im Dezember 1914 kam die Zweiglinie von Kellinghusenstraße bis Ohlsdorf (5,38 km) in Betrieb. Die Gesamtlänge betrug 1914 ca. 28 km.

Die Preise für Einzelkarten betrugen:

2. Klasse3. Klasse
bis zur 5. Haltestelle15 Pfg.10 Pfg.
bis zur 10. Haltestelle20 Pfg.15 Pfg.
für die ganze Strecke25. Pfg20 Pfg

Für 10 Pfg. konnte man etwa 4,2 km weit fahren (2,43 Pfg./km). Für 15 Pfg. kam man 8,3 km weit (1,82 Pfg./km). Die größte Entfernung im Netz betrug anfangs 14 km (1,42 Pfg./km).

Neben Einzelkarten wurden bis 7°° Uhr morgens Frühfahrkarten für 10 Pfg. und eintägige Rückfahrkarten für 20 Pfg. ausgegeben. Sie berechtigten zu einer beliebigen Fahrt in der 3. Klasse. Außerdem gab es um 5 Pfg. ermäßigte Wochenkarten zu 55 Pfg. für 6 einzelne Fahrten und zu 1,10 Mark für 6 Hin- und Rückfahrten. Diese Fahrkarten sollten die Arbeiterfahrkarten ersetzen. Da die Mehrzahl der Arbeiter in Barmbeck wohnten und den Hafen (Baumwall und Landungsbrücken) als Arbeitsplatz hatten, betrug die mittlere Fahrstrecke auf Wochenkarten etwa 7,5 km (1,22 Pfg./km). Damals lag der Tagesverdienst eines Arbeiters bei 5 Mark, ein Ei kostete 8 Pfg. und der Elektrizitätspreis betrug satte 60 Pfg./kWh. Es ist kaum vorstellbar, wie teuer der elektrische Strom gewesen wäre, wenn es damals Abgaben für erneuerbare Energien gegeben hätte!

Zeitkarten wurden für ein Kalenderjahr und für Vierteljahre ausgegeben. Die Jahreskarte kostete bis 8 Haltestellen 80 Mark in der 3. Klasse und 110 Mark für die 2. Klasse. Für jede weitere Haltestelle wurden 5 Mark (2. Klasse 7 Mark) aufgeschlagen. Für das Gesamtnetz wurden 150  Mark (2. Klasse 200 Mark) verlangt.

Vierteljahreskarten konnten nach Ablauf eines Vierteljahres dreimal erneuert werden:

Die rabattierten Preise für Vierteljahreskarten
für 8 Hst.
3. Klasse
für 8 Hst.
2. Klasse
für jede weitere
Hst. 3. Klasse
für jede weitere
Hst. 2. Klasse
1. Quartal28 Mark 38 Mark2,00 Mark2,50 Mark
2. Quartal:23 Mark32 Mark1,50 Mark2,00 Mark
3. Quartal:19 Mark27 Mark1,00 Mark2,00 Mark
4. Quartal:15 Mark23 Mark1,00 Mark1,50 Mark
Der Anteil der Fahrgeldeinnahmen betrug
Einzelkarten2. Klasse6%Zeitkarten2.Klasse5%
Einzelkarten3. Klasse57%Zeitkarten3. Klasse15%
Frühkarten2./3.Klasse 17%

Der Anteil der Einzelkarten in der 2. Klasse betrug wochentags 6 bis 7%. An Sonntagen war er mit 11 bis 12% etwas höher. Dieser Anteil an Sonntagen war gegenüber der Hamburger Stadtbahn (jetzt S- Bahn) mit 10,8% bemerkenswert niedrig: Die Linienführung der Stadtbahn erfasste mehr Ausflugsziele als die anfängliche Linienführung der Hochbahn.


Letztes Upload: 26.10.2017 um 18:37:47