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Fahrscheine der
HHA bis Anfang 1932

Der erste Tarif der
Hamburger Hochbahn ab 1912

Die Hyperinflation
ab 1922

Die Hamburger U-Bahn:
Hochbahntarife ab 1918 und „Fahrmarken” ab 1920

Der erste Tarif hielt bis zum 1.07.1918. Dannach erfolgte die nächste Tariferhöhung am 13.01.1919. Insgesamt wurden die Tarife 1919 und 1920 jeweils viermal erhöht. 1921 folgten zwei Erhöhungen. 1922 folgten 13 jedoch Erhöhungen!

Die Tariferhöhungen bei der Einzelkarten erfolgten zunächst in Schritten zu 5- und 10- Pfennigen, später zu 10 Pfenigen und ab 1923 fast schon explosionsartig. Entsprechende Erhöhungen erfolgte für alle Fahrkartenarten.

Die Quartalskarten wurden offenbar am 1.07.1978 zugunsten von Monatskarten abgeschafft. Da inzwischen der größte Teil der privaten Hamburger und Atonaer Straßenbahnbetriebe von der Hochbahn übernommen worden waren,[Die Verschmelzung der Straßengesellschaften] wurden nun auch Übergangskarten ausgegeben.

Bei der Hochbahn erkannte man frühzeitig den Beginn der Inflation. Man entschloss sich, sogenannte „Fahrmarken” herauszugeben. Diese konnten lediglich zum Bezahlen der Fahrkarte in Zahlung gegeben werden. Sie waren ein Ersatz für das staatliche Wechselgeld, welches zu dieser Zeit knapp wurde. Auch wurde durch diese Fahrmarken eine schnellere Abfertigung an den Verkaufsschaltern erreicht. Zunächst gab es ab dem 20.01.1920 Pappmarken zu 20 Pfg., ab 22.05.1920 auch Pappmarken zu 30 Pfg. Die Pappmarken zeigten einen Schwan im Hochbahnring mit dem Betrag als Zahl. Ab dem 15.11.1920 kamen runde braune Steinzeugmarken aus Ton zu 40 Pfg. hinzu.

Bild: HHA, Wertmarke/Fahrmarke 20 Pfg gültig 1920/21 Bild: HHA, Wertmarke/Fahrmarke 30 Pfg gültig 1920/21
Bild: HHA, Wertmarke/Fahrmarke 40 Pfg gültig 1920/21Die drei Fotos zeigen die im Text oberhalb erwähnten Fahr- bzw. Wertmarken. Die Zeitanganben bei dedn 30- und 40- Pfg. WErtmarken stimmen nicht mit den Angaben im Text überein.

Die Angaben im Text gehen auf Herrn Pascal Horst Lehne zurück und sind mit dem 1.1.2011 datiert.[40]

Später wurden in geringer Stückzahl Porzellanmarken hergestellt. Die Ton- und Porzellanmarken waren in der Herstellung jedoch teuer, während die billigen Pappmarken sehr schnell abnutzten. Deshalb wurden ab dem 25.01.1921 eiserne Marken zu 20 und 30 Pfg. herausgegeben. Die Marken zu 20 Pfg. waren viereckig, die zu 30 Pfg. waren sechseckig. Auf der Vorderseite war eine große 20 oder 30 abgebildet, die Rückseiten zeigten wieder den Schwan im Hochbahnring.

Bild: HHA, Wertmarke/Fahrmarke 20 Pfg gültig 1920/21 Bild: HHA, Wertmarke/Fahrmarke 20 Pfg gültig 1920/21
Die beiden ab dem 25.1.1921 herausgegebenen eisernen Wertmarken
Nachdem das Reich Geldstücke und Scheine mit größeren Werten herausgab, konnten die Wertmarken eingezogen werden.

Bis zum 17.12.1920 wurden die Fahrpreise mehrmals erhöht. Ebenfalls ab dem 17.12.1920 wurde die 2. Klasse bei der Hochbahn abgeschafft. So kosteten die Einzelkarten zum Beispiel

bis zur 5. Haltestellebis zur 10. Haltestellebeliebig weit
70 Pfg.90 Pfg.1,10 Mark
Neu eingeführt wurden als Ergänzung zu den 12 Fahrten-Wochenkarten auch solche für 14 Fahrten. Es gab Schülerfahrkarten und für Geschwister Schülerwochennebenkarten. Schreberkarten, anfangs als Siedlerkarten bezeichnet, wurden für 12 Fahrten innerhalb von 4 Wochen ausgegeben.

Bis zum 23.05.1925 zählten für durchfahrende Fahrgäste die Haltestellen Landungsbrücken und Baumwall nicht als Tariffhaltestellen.


Ab dem 15.10.1921 hatte die HHA einige Autobuslinien von Privatunternehmen übernommen oder selbst eingerichtet. Dafür wurde eine Übergangsfahrkarte zum Preis der Übergangsfahrkarte auf Straßenbahnen ausgegeben.

Ebenfalls neu eingeführt wurden Spättarife. Sie wurden mehrfach geändert. So wurden einmal ab 2400 Uhr, später bereits schon ab 2230 oder 2100 oder auch 2130 Uhr, ein doppelter Tarif eingeführt. Ab Februar 1922 entfiel der doppelte Tarif. Statt dessen wurde ein Zuschlag von einer Mark ab 2100, 2130 oder 2200 Uhr verlangt.

In der damaligen Zeit wurden die Uhrzeiten nach 12 Uhr mittags noch mit z.B. 3 Uhr nachmittags (15 Uhr) oder 11 Uhr abends (23 Uhr) angegeben.

Noch zögerlich machte sich bis zum 9.01.1922 die Inflation bei den Fahrpreisen stärker bemerkbar:

Einzelfahrkarten der HHA
ab dembis zur 5. Haltestellebis zur 10. Haltestellebeliebig weit
17.12.19200,70 Mark0,90 Mark1,10 Mark
09.01.19221,50 Mark2,00 Mark2,50 Mark
Bei der Straßenbahn gab es bisher für jede Linie eigene Fahrscheine mit den unterschiedlichen Preisstufen in verschiedenen Farben. Ab dem 1.04.1922 bis Ende 1922 wurden versuchsweise auf Betriebsbahnhöfen sogenannte „Bahnhofsscheine” eingeführt. Auf diesen Scheinen war das Liniennetz der von diesem Betriebsbahnhof aus betriebenen Linien eingezeichnet. Sie bewährten sich nicht und wurden ab 1923 von den sogenannten „ALLI- Scheinen” abgelöst. Hier waren alle Linien mit ihren Endpunkten auf einem Schein angegeben. Der Schaffner markierte mit einem Strich die entsprechende Straßenbahnlinie.

Letztes Upload: 26.10.2017 um 18:37:47