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Linien-
grafik U3

Gegen den
Uhrzeigersinn

Mit dem
Uhrzeigersinn

Die Ringlinie der Hamburger Hochbahn:
Mönckebergstraße

Bild: Hamburger Hochbahn, Eingänge zur Haltestelle Mönckergstraße
Die Haltestelle Mönckebergstraße begann ihr Dasein unter dem Namen „Barkhof”. Damals befand sich über dem Eingang kein Dach. Einen Kioskanbau gab es bereits. Damals wurde dort nicht Fast Food an hungrige Passanten verkauft, sondern es handelte sich um Fahrkarten!

Das Gebäude mit dem Balkon ist das Kontorhaus „Barkhof”. Unmittelbar links daneben ragt das Kontorhaus „Seeburg” an der spitzen Ecke aus Spitalerstraße mit Lilienstraße empor.

Im Zweiten Weltkrieg wurde diese Haltestelle schwer beschädigt. Erst am 1.6.1950 konnte sie wieder in Betrieb genommen werden.[5,Seite 152] Laut „Hamburger Abendblatt” vom 19.7.1950 war vorgesehen, sie am 21.7.1950 in „Mönckebergstraße” umzubenennen.

Ein abweichendes Datum der Umbenannung ergibt sich aus der letzten Ausgabe der Kundenzeitschrift „Fahr mit uns: Die gesamte Ringlinie ging aber erst am 1.Juli 1950 wieder in Betrieb. Gleichzeitig wurde die Station „Barkhof” in „Mönckebergstraße” umbenannt.[99, Ausgabe 2/3 1998]

Bild: Hamburger Hochbahn, Eingang zur Haltestelle Barkhof (1912)Eingang zum Richtungsbahnsteig Hauptbahnhof der Haltestelle Barkhof nach einer alten Postkarte (1912)

Das erste Foto auf dieser Seite zeigt den gleichen Eingang im Vordergrund. Allerdings wurden beide Eingänge 1993 nach Plänen der Architekten von Herkan, Marg & Partner neu gebaut.[99, Ausgabe 2/3 1998]

Bild: Hamburger Hochbahn, Station Mönckebergstraße
Auf dem gegenüberliegenden Richtungsbahnsteig fallen einige rosarote Geräte in einer vorspringenden Edelstahlwand auf. Hier befand sich früher die Wärterbude von der aus die Züge abgefertigt wurden. Jeder der beiden Richtungsbahnsteige hatte eine solche Bude. Bei den Geräten handelt es sich um einen Feuerlöscher, einen Nothalteschalter und eine Sprechstelle.

Nur in dieser Haltestelle wurde eine Sprinkleranlage über den Gleisen nachgerüstet.

Verlängerung der Bahnsteige: Im Zeitraum 1924/1927 wurden die Bahnsteige der Ringlinie von etwa 67 auf 90 m verlängert. Dies lässt sich bei der Haltestelle Mönckebergstraße besonders gut erkennen. Am zugangslosen Bahnsteigende ist die Decke niedriger. Auch die Anordnung und die Bauform der Säulen sowie der Unterbau der Bahnsteige ändert sich hier.

Zugabfertigung mit Fernseher: Mitte September 1958 wurden erstmalig in Hamburg - und damit weltweit - eine Fernsehkamera (Videokamera) zur Abfertigung von U-Bahnen eingesetzt. Das war genau in dieser Haltestelle. Vorher war auf jedem der beiden Richtungsbahnsteige ein Abfertigungsbeamter im Einsatz. Dank der Fernsehkamera kam man nun mit einem einzigen diensthabenden Abfertigungsbeamten aus.[99,Heft 4/1959] Als nächste Haltestelle war die Umstellung der Haltestelle Berliner Tor auf Zugabfertigung mit Fernseher vorgesehen. Dort wären zwei Kameras erforderlich, da der Bahnsteig gekrümmt war.

Gewölbetunnel: Auf dem Teilstück zwischen der Haltestelle Mönckebergstraße und dem westlichen Rand des Hamburger Hauptbahnhofs geht der Tunnel um 4,40 m weiter in die Tiefe, damit die Gleise der Deutschen Bahn unterfahren werden können. Die Gefällstrecke ist 242 m lang - dies entspricht einer Steigung von 18,2‰. Auf den gleichen Teilstück steigt die Mönckebergstraße um 1,5 m an. Somit war die Überdeckung der Tunnelstrecke ausreichend groß, um den Tunnel als Gewölbetunnel zu bauen. Alle anderen Streckentunnel der Ringstrecke haben einen rechteckigen Querschnitt.

Eröffnungsfahrt 15.Februar 1912 (Auszug): Gekürzter und an die heutige Rechtschreibung angepasster Auszug aus dem von der Bauverwaltung für die Hochbahn (Siemens & Halske AG und Allgemeine Elektricitätsgesellschaft) herausgegebenen Programm zur Eröffnungsfahrt. Dieser Abschnitt beschreibt die Fahrt von der Haltestelle Mönckebergstraße zur jetzigen Haltestelle Hauptbahnhof Süd auf der U3. Die Jahresangabe 1901 ist vermutlich verkehrt. Die zugrundeliegenden Verträge sind vom 15./17. Juni 1901, die Bauarbeiten für den Hauptbahnhof begannen im Oktober 1902.
Die Bahn senkt sich und die Bauart des Tunnels ändert sich. Anstelle der flachen Decke erblicken wir eine hochgewölbte Decke ohne Mittelstützen. Plötzlich treten die Mittelstützen wieder auf, Eisenkonstruktion wird sichtbar. Wir befinden uns unter dem Hauptbahnhof in einem schon 1901 beim Bau des Hauptbahnhofs hergestellten Tunnel. Wieder ein hohes Gewölbe, von neuem Eisenkonstruktion, eine Ablenkung nach rechts.
Die „Mönckebergstraße” ist nach dem Hamburger Bürgermeister Dr. Johann Georg Mönckeberg (1839-1908) benannt. Er wurde 1876 in den Senat berufen und war ab 1889 14-mal Erster Bürgermeister.

1892, während seiner Amtszeit, wurde Hamburg von der  i Cholera heimgesucht. Die Cholera hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die weitere städtebauliche Entwicklung Hamburgs. Hierzu gehörte neben der Errichtung der ersten Müllverbrennungsanlage Deutschlands an der Straße Bullerdeich die großflächige Sanierung (Abriss und Neuaufbau) der Hamburger Innenstadt im Bereich der Mönckebergstraße und des Kontorhausviertels südlich der Steinstraße.

Die 30 m breite Mönckebergstraße wurde so breit angelegt, dass unter ihr der Hochbahntunnel und auf ihr die Straßenbahngleise verlaufen konnten. Sie wurde am 26.Oktober 1909 dem Verkehr übergeben; am 18.März 1910 fuhren die Linien 1 und 4 als erste Straßenbahnlinien durch die Mönckebergstraße.


Der Name „Barkhof” hat nichts mit der Schifffahrt zu tun. Er wurde 1909 als Straßenname vergeben. Er erinnert an die Familie von dem Berge. Die Familie besaß hier zwei Gehöfte.

Letztes Upload: 12.11.2017 um 07:46:07