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Liniengrafik U1

Richtung Norderstedt

Richtung Volksdorf

Die Linie U1 der Hamburger Hochbahn:
Steinstraße

Bild: U-Bahn Steinstraße, Kachelmuster Badeanstalt Schweinemarkt (1.8.2004)
Einer der nördliche Ausgänge der Station Steinstraße führt auf das Parkhaus des Technik-Kaufhauses „Saturn” zu. Genau dort befand sich seit 1855 die nach Plänen von William Lindley erbaute „Wasch- und Badeanstalt Schweinemarkt”- eben, bis Horten dort 1963 ein Kaufhaus baute. In diesem Gebäude befindet sich jetzt das Technik-Kaufhaus Saturn (Stand 2004).

Die Keramikbilder von Walter Siebelist im Zugang zur U-Bahn-Station (gleichzeitig Fußgängerunterführung) am Parkhaus erinnern an die Badeanstalt. Walter Siebelist (*1904; †1978) war eines der fünf Kindern des berühmten impressionistischen Freiluftmalers Arthur Siebelist (*1870; †1945).

Bild: Bahnsteighalle U-Bahn Steinstraße (2.8.2004) Bild: Bahnsteighalle U-Bahn Steinstraße (1.8.2004)
Die Bahnsteighalle ist beachtlich- fast schon ein Säulenpalast! Aus dieser Ansicht mögen die Säulen an Baumstämme oder Pilze erinnern. Vom Bahnsteig aus gesehen scheint die Halle nicht so hoch zu sein, denn das Leuchtenband ist niedriger angebracht. Die Schienen liegen fast 25 m unter der Oberfläche.
Zwischen Steinstraße und Hauptbahnhof-Süd musste der Tunnelbau unter den Gleisanlagen südlich der Halle des Hauptbahnhofs im Schildvortrieb durchgeführt werden, denn der Eisenbahnverkehr des Hamburger Hauptbahnhofs durfte durch den Tunnelbau nicht beeinträchtigt werden. Für Hamburg war seinerzeit die Anwendung des Schildvortriebs beim Tunnelbau neu. Die beiden parallel verlaufenden Tunnelröhren zwischen Steinstraße und Hauptbahnhof-Süd sind die ältesten im Schildvortrieb entstandenen Tunnelröhren für die U- oder S-Bahn in Hamburg!

Die Radförderbänder

Der südliche Ausgang der Station Steinstraße stößt auf einen Tunnel zur Unterquerung der Straße Klosterwall am Deichtorplatz. In diesem Tunnel trennt ein Gitter die beiden Benutzergruppen Fußgänger und Radfahrer voneinander.

In Richtung zur Amsinckstraße hin haben Radfahrer zwei Möglichkeiten. Geradeaus führt eine befahrbare Rampe zur Amsinckstraße, in der Abzweigrichtung müssen sie absteigen. Hier ist eine Treppe mit einer seitlichen Lauffläche zum Schieben der Fahrräder vorhanden (Erstes Bild links. Das Hinweisschild hat den Inhalt „Radfahrer Richtung Ost-West-Str./ Burchardstr. Tunnel benutzen.”).

Viel interessanter ist das andere Ende des unterirdischen Radwegs am Ausgang zur Burchardstraße (Zweites und drittes Bild links). Hier sind für die Radfahrer zwei feste Treppen nebeneinander mit je einem elektrisch angetriebenen schrägen Förderband vorhanden. Das erleichterte den Fahrradbenutzern mit ihren schweren Fahrrädern die Bewältigung des Höhenunterschieds ungemein. Erleichterte ? Die Förderbänder stehen schon lange still - die Radfahrer müssen schieben.

Fast genau einen Monat vor Eröffnung der Haltestelle Steinstraße veröffentlichte das „Hamburger Abendblatt” in der Ausgabe vom 3.9.1960 auf Seite 3 den lustigen Artikel „Radfahrertreppe mit 30 Stufen und Leitrillen - Merkwürdige Bauerei am Deichtorplatz”. Der Redakteur mokiert sich darüber, dass der für Radfahrer bestimmte Schmalspurtunnel [...] jäh an einer Treppe mit 30  Stufen endet. Der Artikel führt weiter aus, dass die Architekten seitlich der Stufen Leitrillen zum Schieben der Fahrräder schufen und dass für die Benutzung der Treppe fast die Kräfte eines Athleten erforderlich seien.

Die jetzt nicht mehr in Betrieb befindlichen Förderbänder erwähnt der Artikel nicht. Vielleicht hat gerade dieser Zeitungsartikel dazu geführt, dass man sich die Sache mit den Förderbändern einfallen ließ!

Bild: U-Bahn Steinstraße, Radfahrertunnel (7.11.2008)
Deichtorplatz aus Richtung
Amsinckstraße - Treppe für
Radfahrer ohne Radförderband.
Bild: U-Bahn Steinstraße, Radfahrertunnel (7.11.2008)
Links für Radfahrer,
rechts für Fußgänger.
Die Förderbänder für die
Fahrräder sind außer Betrieb.
Das linke Förderband ist unterbrochen.
Bild: U-Bahn Steinstraße, Radfahrertunnel (7.11.2008)

So sieht es oben an
der Radfahrertreppe aus.


Alle drei Bilder: 7.11.2008

Letztes Upload: 09.02.2017 um 15:12:45