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Liniengrafik U1

Richtung Norderstedt

Richtung Volksdorf

Die Linie U1 der Hamburger Hochbahn:
Sengelmannstraße

Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße
Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße
Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße
Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße
Die beiden rucksackbepackten Herrschaften hatten es am 20.2.2010 besonders eilig. Die Automatik der Kamera hatte sich für eine Belichtungszeit von 1/13 Sekunde entschieden, so dass die laufenden Personen verwischt abgelichtet wurden.
Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße
Die beiden Herrschaften vom vorigen Bild haben die wirklich groß geratene Schalterhalle erreicht und versuchen, sich am Fahrkartenautomaten in den Besitz von Fahrkarten zu bringen. Oder wollen sie etwa Kinokarten erwerben? Über den beiden Automaten steht groß und deutlich: „ALLE KARTEN”.

Links an der Wand ist ein weiß gekachelter Bereich zu sehen. Die Türöffnung wurde zugemauert - es handelt sich um den gescheiterten Versuch, hier einen Kiosk zu vermieten.

Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße
Auf der Haltestellenseite zum Frühlingsgarten ist das Gelände deutlich höher als auf der Seite zur City Nord. Der Höhenunterschied wird durch eine Rampe überwunden.
Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße, SignalSignal am Ende des Bahnsteigs in Richtung Innenstadt.

Das Schild links besagt:
Durchgang verboten!

Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße, auf dem Bahnsteig
Auf dem Bahnsteig: Links im Foto zeigt sich der unbenutzte Bahnsteig, rechts im Foto zeigt sich die Schallschutzwand zur Güterumgehungsbahn. Das breite blaue Band an der Bahnsteigüberdachung erinnert an das breite blaue Band am Eingang zur Haltestelle.
Bild: U-Bahn Haltestelle Sengelmannstraße, toter bahnsteig
Der unbenutzte Bahnsteig wird eher schlecht als recht zum Aufstellen von Werbeplakaten genutzt. Die beiden Abdeckungen auf dem toten Bahnsteig schützen dessen unbenutzten Treppenhäuser vor der Witterung.

Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der unbenutzte Bahnsteig in einigen Jahren für eine neue U-Bahn-Linie U5 genutzt wird. Die gegenwärtige Planung sieht eine mögliche Inbetriebnahme des entsprechenden Bauabschnittes für 2026/2027 vor (Stand April 2017).


Als die Hochbahnstrecke Kellinghusenstraße-Ohlsdorf geplant wurde, dachte man bereits an die Möglichkeit, auf dem Bahndamm an der Sengelmannstraße eine Haltestelle zur Bedienung der Alsterdorfer Anstalten vorzusehen.

Dies Vorhaben wurde tatsächlich realisiert, allerdings erst ein gutes halbes Jahrhundert später. Am 26.9.1975 wurde die Haltestelle Sengelmannstraße eingeweiht. Die bauliche Gestaltung wurde viergleisig realisiert, denn man hatte damals vorgehabt, von hier aus über Borgweg - Hauptbahnhof Nord - Jungfernstieg - Altona eine U-Bahnlinie nach Lurup zu bauen. Gleislose Bahnsteige in Sengelmannstraße, Hauptbahnhof Nord und bis etwa Mitte 2009 in Jungfernstieg zeugen hiervon. Nordöstlich der Station Sengelmannstraße - im Dreieck zwischen U-Bahn, S-Bahn und Güterumgehungsbahn - sollte auf einem ehemaligen Kleingartengelände ein neuer Betriebshof und eine Gleisbauwerkstatt entstehen. Das geräumte Kleingartengelände ist seitdem fast vollständig sich selbst überlassen worden und liegt brach. Aber in Hamburg war geplant, eine Straßenbahn bzw. Stadtbahn gebaut werden. Die Planung sah vor, das brachliegende Gelände für den Betriebshof zu nutzen. Als Baubeginn war 2012 vorgesehen. Das Vorhaben wurde am 23.5.2011 offiziell eingestellt: Das Verfahren ist damit beendet und die eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen haben sich erledigt.
Hamburg, den 23. Mai 2011
Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation - Rechtsabteilung, Planfeststellungsbehörde -
Amtl. Anz. S. 1309

U-Bahn-Haltestelle Sengelmannstraße - ein Denkmal ?

Bei der Eröffnung dieser 80. U-Bahn-Haltestelle sagte der damalige Vorstandssprecher der HHA, Dr.-Ing. Hans Tappert, u.a. (Text hier gekürzt):[99,Heft3/1975]

„Angesichts des enger gewordenen finanziellen Rahmens der öffentlichen Hand und der gestiegenen Kosten für Bauausrüstung und Betrieb von Schnellbahnen mögen einige zu der Auffassung gekommen sein, die Straßenbahn sei eine brauchbare Alternative. Völlig unabhängig von gefühlsbetonten Presseveröffentlichungen … ist das Angebot von Betriebsleistungen ein Produktionsvorgang, für den die anerkannten Gesetze der Produktion gelten.

… Vorhanden ist nach den langen Jahren verkehrspolitisch gewollten und betrieblich planmäßig durchgeführten Straßenbahnabbaus gegenwärtig nur noch der Rest eines früher zusammenhängenden Netzes, eine Summe einzelner Linien ohne logische Bindung. Diese zu modernisieren, ist produktionsmäßig gesehen sinnlos, weil das Verkehrspotenzial der Linien (abgesehen vom Nordabschnitt der Linie 2) eine Ausnutzung der Leistungfähigkeit der Straßenbahn und damit einen optimalen Einsatz der Produktionsfaktoren gar nicht zulässt.

… Der Umfang des Straßenbahnbetriebs in Hamburg ist auf eine Größenordnung geschrumpft, der den Anteil der fixen Kosten immer fühlbarer und dominierender werden lässt. Niemand sollte uns deshalb zumuten, neben einem 90 km langen U-Bahn-Netz noch eine weiteres Schienenverkehrsmittel auf Dauer zu betreiben. Unser Bestreben ist vielmehr auf eine weitere Ausdehnung und Verdichtung des Schnellbahnnetzes gerichtet.'

Somit kann man sagen, dass die überdimensionierte Haltestelle Sengelmannstraße mit ihrem ungenutzen Bahnsteig als Bauvorleistung für eine nie gebaute U-Bahn-Neubaulinie zum Denkmal für nichterfüllte Erwartungen geworden ist.

Die Haltestelle Sengelmannstraße bedient die nahegelegene City Nord, eine Bürostadt aus den späten 1960er Jahren. Deren erstes Gebäude wurde 1967 bezogen. Weiterhin wird die gartenstadtartige Wohnsiedlung „Frühlingsgarten” bedient. Dies ist eine hübsche Einzelhaussiedlung aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde wohl ursprünglich für die Familien der Offiziere und Unteroffiziere der Kasernen in Fuhlsbüttel erbaut.

Die Haltestelle Sengelmannstraße ist nach der Straße Sengelmannstraße benannt. Die Straße wiederum ist nach dem Pastor an St. Michaelis, Herrn Heinrich Matthias Sengelmann (*1821; †1899), benannt. Er nahm sich gefährdeter Großstadtkinder, insbesondere der geistig zurückgebliebenen Kinder, an. Er gründete die Pflege- und Rehabilitationsstätte Nikolaistift. Aus ihr gingen die „Alsterdorfer Anstalten” für nicht voll Erwerbsfähige und geistig Behinderte hervor.

Letztes Upload: 27.05.2017 um 06:05:36