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Sambawagen - Straßenbahnen in Hamburg

Straßenbahnen in Hamburg:
Schaffnertasche mit Galoppwechsler, TIM-Drucker

Bild: Schaffnertasche mit Galoppwechsler (2.3.2004)Diese Schaffnertasche mit Galoppwechsler gehört dem Heimatmuseum Wandsbek.

Der Schaffner konnte mit seinem Galoppwechsler sehr schnell das Rückgeld abzählen und herausgeben: In den Metallröhren befinden sich die verschiedenen Geldmünzen. Unten an jeder Röhre sind - auf dem Foto fast unsichtbar - 2 Tasten übereinander angeordnet.

Die obere Taste gab bei einmaliger Betätigung 5 Münzen frei, die untere Taste 1 Münze. Warum 5 Münzen? Die Rückgaben waren zumeist weit unterhalb einer nächstgrößeren Münze und deshalb war die 5er-Teilung sinnvoll.
Bild: Galoppwechsler
Dieser Galoppwechsler (ausgestellt im Kleinbahnmuseum Wohldorf) hat nur eine Reihe Münzausgabehebel.
Bild: FahrscheinstempelAuf der Taschenaußenseite befindet sich eine rechteckige oben offene Einstecktasche. Dort steckte ein in Metall gefertigter Fahrscheinstempel. Mit ihm wurden die Fahrscheine der zugestiegenen Fahrgästen abgestempelt - auch die Fahrscheine der U-Bahn. Unten am Stempel befindet sich ein -hier graues- Radiergummi. Es erleichtert das Abreißen des Fahrscheins von Fahrscheinblock. Stempeln und Abtrennen des Fahrscheins wird dadurch zu einem Arbeitsgang.

Der Stempel druckte Personalnummer des Schaffners, Zahlgrenze, Fahrtrichtung, Tag und die ungefähre Uhrzeit auf den Fahrschein.

Wann die Galoppwechsler bei der Straßenbahn in Hamburg eingeführt wurden, ist mir nicht bekannt. Für die Münchener Straßenbahn gibt es eine Mitteilung vom 18. März 1929: Die Straßenbahnschaffner werden mit einem patentierten „Galoppwechsler” ausgestattet, der das Geldwechseln erleichtern soll. Dieser Galoppwechsler besteht aus einen Vierröhrenapparat mit 5, 10, 50 Pfennig und Markstücken.

Bild: Galoppwechsler
Der Galoppwechsler wurde von Professor Alfred Krauth erfunden. Zur Produktion des Gerätes gründete er 1926 in Düsseldorf die Alfred Krauth Apparatebau GmbH & Co. KG. Produziert wurden die Geldwechsler in Mittweida nahe Chemnitz. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Fertigung nach Eberbach in Baden nahe Heidelberg verlegt.

Dieser Galoppwechsler wurde somit nach dem Zweiten Weltkrieg gefertigt.


Ticket Issuing Machine (TIM)
Bild: Fahrscheindrucker
Ticket Issuing Machine (TIM): Ab 1950 wurden die Fahrscheine so sehr vereinfacht, dass der Schaffner sie mit einem Fahrscheindrucker selbst drucken konnte. Auf der Wählscheibe stellte er den Preis (bzw. bei der HHA die Preisstufe) ein, betätigte die Kurbel und riss den gedruckten Fahrschein von der Rolle ab. Zählwerke im Fahrscheindrucker ermöglichten die korrekte Abrechnung. Die Pendelschaffner hatten über die eine Schulter die Schaffnertasche mit Galoppwechsler hängen. Über ihre die zweite Schulter lief der Halteriemen für den Fahrscheindrucker. Ersatzrollen für den Fahrscheindrucker wurden in der Schaffnertasche aufbewahrt.

Später bewährte sich der Galoppwechsler auch im stationären Einsatz am Schaffnersitz.


Letztes Upload: 24.10.2016 um 16:15:12