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Straßenbahnfahrscheine

Die
Fahrscheintrommel

Schaffnertasche mit
Galoppwechsler

Rund um die Fahrscheine der Hamburger Straßenbahnen:
Schaffnertasche für Einzellinienfahrscheine

Bild: Fahrscheintasche für EinzellinienfahscheineFoto links: Eine Schaffnertasche zum Verkauf von zu Abreißblöcken zusammengehefteten Fahrscheinen. Die Öffnung jedes der sechs Einsteckfächer ist 70*22 mm groß. Die Fahrscheinblöcke wurden an langen blechernen Haltezungen nach oben herausgezogen. Die Haltezungen sind auf ihrer ebenen Innenseite 130 mm lang.

Die Schaffnertasche auf dem ist Foto ist echt. Die Fahrscheine sind leider alle mehr oder weniger gut gelungenen Nachdrucke.

Die SEG löste ab Ende 1905 die alten quadratischen Fahrscheine ab. Die neuen Fahrscheine waren breiter und länger. Somit mussten auch die bisher verwendeten runden Fahrscheintrommeln abgelöst werden. Der neue Fahrscheinbehälter war eine 15 cm hohe, 15,5 cm breite und 8 cm dicke Ledertasche. Ihr Inneres war in sechs Fächer unterteilt. In jedem Fach steckte ein herausnehmbares unten U-förmig abgewinkeltes Blechstück aus 0,5 mm dickem verzinkten Stahlblech. In dies Blechstück wurden die Fahrscheinblöcke eingelegt. Durch das Blechstück ließen sich die unterschiedlichen Fahrscheine bequem und ohne Sucherei aus der Tasche entnehmen.

Der Korb für die sechs Fächer wurde ebenfalls aus diesem Stahlblech gefertigt. Die im Foto gezeigte Fahrscheintasche wiegt 1,5 kg. Sie wurde an einem Lederriemen über Schulter und Nacken seitlich an der linken Körperseite getragen. In Benutzung waren derartige Taschen bis nach dem Zweiten Weltkrieg.

Bei diesem neuen Fahrscheinsystem hatte jede einzelne Line eigene Fahrscheine: deshalb der Ausdruck „ELI-Fahrscheine”. Bei jeder Änderung des Linienweges musste eine neue Ausgabe der Scheine der betreffende Linie ausgegeben werden. Man erkannte die jeweils gültige Ausgabe an der Seriennummer am unteren linken Rand.

Die Fahrscheine waren zu einem Block geheftet: Anfänglich maßen sie 66 *122 mm. Im Laufe der Zeit änderten sich die Maße geringfügig. Ab 1910 erhielten sie für längere Zeit das Maß 67,25 * 126,25 mm.

Auch das Druckbild auf den ELI-Fahrscheine wurde im Laufe der Jahre mehrfach verändert.

Je nachdem, wo die Fahrscheine Bei den in Hamburg ausgegeben wurde, hatten ihr Papier unterschiedliche Farbe. Auch diese Farben wurden im Laufe der Jahre geändert.

AusgabeortFahrschein 10 Pfg.Fahrschein 15 Pfg.Fahrschein 20 Pfg.
Hamburg:karminrosabräunlichockerbläulichgrün
Altona:ziegelrotdunkelsämischdunkelbläulichviolett
Wandsbek:graubraunmittelbraunintensivtrübblau
Harburg:bräunlichorange(keine Angabe)dunkelviolett
Die Tabelle enthält die Farben der ELI-Fahrscheine der Variante E. Ausgegeben wurden die Fahrscheine der Variante E im je nach Preisstufe Zeitraum vom 21.12.1912 bis zum 30.6.1918, teilweise bis zum 31.5.1919. [40, Angaben nach P. H. Lehne und K. Britsche]

Herr Pascal Horst Lehne bezog sich dabei auf die Farbtöne gemäß der Philatelischen Farben-Kartei (PHIFAKA) nach Gebr. Senf von August 1938.

Bild: Fahscheinfehldruck der ELI-Karte der SEG von 1915
RückseiteVorderseite
Hier wurde vom Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V. (VVM) bewusst der Fehldruck eines Einzellinienfahrscheins (ELI-Fahrschein) kopiert: Der Text „Durch Lösen des Fahrscheins unterwirft sich der Fahrgast den Fahrbedingungen” steht andersherum als die sonstige Beschriftung der Vorderseite. Außerdem ist die Straßenbahnlinie 9 nie diese Strecke gefahren. Die Linienführung ist derjenigen der Linie 6 ähnlicher.

Letztes Upload: 23.09.2017 um 07:28:16