Home

Infoseite
Straßenbahnfahrscheine

Schaffnertasche
mit Galoppwechsler

Der TIM-Drucker
(Teil 2)

Rund um die Fahrscheine der Hamburger Straßenbahnen:
Der TIM-Drucker (Ticket Issuing Machine, TIM), Teil 1

Bild: Fahrscheindrucker im Nahverkehrsmuseum Kleinbahnhof Wohldorf
Ticket Issuing Machine (TIM): Ab 1950 wurden die Fahrscheine so sehr vereinfacht, dass der Schaffner sie mit einem Fahrscheindrucker selbst drucken konnte. Auf der Wählscheibe stellte er den Preis (bzw. bei der HHA die Preisstufe) ein, betätigte die Kurbel und riss den gedruckten Fahrschein von der Rolle ab. Zählwerke im Fahrscheindrucker ermöglichten die korrekte Abrechnung. Die Pendelschaffner hatten über die eine Schulter die Schaffnertasche mit Galoppwechsler hängen. Über ihre die zweite Schulter lief der Halteriemen für den Fahrscheindrucker. Ersatzrollen für den Fahrscheindrucker wurden in der Schaffnertasche aufbewahrt. Eine Rolle reichte zum Druck von etwa 260 Fahrscheinen.

Später bewährte sich der Fahrscheindrucker (TIM) auch im stationären Einsatz am Schaffnersitz.

Bild: TIM-Fahrschein ausgegeben für die Walddörferstraßenbahn
Am 22.65.1960 um 17°° Uhr wurde dieser Fahrschein für die Walddörferstraßenbahn mit dem TIM-Drucker Nr. 9734 gedruckt. Die Fahrscheinnummer 2974 wird durch ein Zählwerk vom TIM-Drucker bestimmt. Vor dem Pfennigsbetrag 30 steht ein großes O für „von Osten". Als Liniennummer ist 000 angegeben, als Einstiegzahlgrenze 99. Die farbige Markierung rot - weiß - rot kennzeichnet den Fahrschein als von der Walddörferbahn ausgegeben. Der Fahrschein hat eine Größe von 100*37,5 mm. Zur Verbesserung der Lesbarkeit wurde das Foto des Fahrscheins nachbearbeitet.

Um Missbrauch der Fahrscheine auszuschließen, ging aus den Fahrscheinen hervor, wo genauer der Fahrgast seine Reise angetreten hatte. Dies waren die Nummer der Zahlgrenze und Kennbuchstaben vor dem Fahrpreis bzw. der Preisstufenangabe. Die Buchstaben gaben den Linienabschnitt an, von dem aus der Fahrgast seine Fahrt angetreten hatte. Sie bedeuteten bis zur Einführung des Gemeinschaftstarif mit der HADAG (Hafenfähren) am 1.4.1963:

  • O = von Osten
  • M = Mitte
  • W = von Westen
  • HO = Harburg (ab Süderelbbrücke südlich) von Osten,
  • HW = Harburg (ab Süderelbbrücke südlich) von Westen
  • Z = Zubringer, d.h. abweichende Linienführung (z.B. bei Umleitungen oder Ein- und Aussetzfahrten)

Während des Gemeinschaftstarifs HHA und HADAG (Hafenfähren), aber vor dem Start des HVV-Tarifs, war die Bedeutung:[154, Seite 55, unter: Linienabschnitt]

  • O = von Osten
  • M = Mitte
  • W = von Westen
  • HO = HADAG, Rückfahrt vom linkselbischen Ufer
  • HW = HADAG, Hinfahrt vom rechtselbischen Ufer
  • Z = Zubringer, d.h. abweichende Linienführung (z.B. bei Umleitungen oder Ein- und Aussetzfahrten)

Mit dem Start des HVV-Tarifs am 1.12.1965 änderte sich die Codierung grundlegend:

  • O = Tarifgebiet 1
  • HO = Tarifgebiet 2

Mit dem 1.5.1988 erfolgte die nächste Änderung:

  • O = Großbereich Hamburg
  • W = Außenbereich

Bei der HHA wurden die TIM-Drucker 1997/1998 für den normalen Betrieb ausgemustert. Im Auftrag der HHA fuhren jedoch auch andere Busunternehmen. Diese benutzten die TIM-Drucker noch etwas länger.

Bereits vor der HHA hatte VHH die Ablösung der TIM-Drucker durchgeführt. Nach der HHA, im November 1999, hatte die PVG ihre Ablösung beendet.

Anschließend wurden die Fahrscheine von elektronisch gesteuerten Fahrscheindruckern (EFAD) gedruckt.


Letztes Upload: 23.09.2017 um 07:28:16