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Zeittafel
1923

Die Umstellungen auf elektrischen Betrieb
bei der HAT und bei der HAPf bzw. HAC

Sambawagen-
Straßenbahnen in Hamburg

Straßenbahnen in Hamburg:
Das Ende der Hamburg Altonaer Zentralbahn (HAC) (zeitgenössischer Kommentar)

Die größte Hamburger Straßenbahngesellschaft der damaligen Zeit war die Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft (SEG). Sie wurde am 11.7.1918 rückwirkend per 1.1.1918 in die Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft (HHA) eingegliedert bzw. mit ihr verschmolzen. Die Übernahmeverhandlungen mit der Hamburg-Altonaer Zentralbahn (HAC) waren jedoch gescheitert. Aber es lief zum 31.Dezember 1922 die Konzession der HAC aus. Die auf öffentlichen Grund liegenden Teile ihrer Bahnanlagen fielen unentgeltlich an die Städte Altona und Hamburg. Am 1.Januar 1923 wurden ihre Gleise und Betriebsmittel von der HHA übernommen. 1929 verschrottete die HHA die von der HAC übernommenen Schienenfahrzeuge. Nur ein einziger Wagen blieb von der Verschrottungsaktion verschont. Er wurde noch in den 1950ern für Ausbildungszwecke benutzt.

In einem Kommentar von Ende 1922 trauert der Verfasser A.O. dem Ende der HAC nach. Bei der HAC lobte er die größere Sauberkeit ihrer Wagen, die liebenswürdigere Art ihrer Schaffner, die kulantere Geschäftsgebarung, ihre schnellere Fahrt und ihre die große Verkehrsader Hamburg-Altonas treffende Linienführung.

Kurz streift der Artikel die Geschichte der als Hamburg-Altonaer Pferdebahn-Gesellschaft begonnenen Gesellschaft mit ihren 1878 eröffneten Fahrten zwischen dem damaligen Altonaer Bahnhof (jetzt Altonaer Rathaus) und der Hamburger Börse dort, wo sich jetzt der Ehrenhof befindet.

1881 wurde die Linie durch Rathausstraße, Speersort und Steinstraße bis zur Gewerbeschule am Steintor (jetzt Museum für Kunst und Gewerbe) weitergeführt. Am Speersort, in dem engen Teil der Steinstraße sowie in den Straßen um die Gewerbeschule wurden aber keine Schienen, sondern nur Holz- und Asphaltpflaster gelegt, auf dem die schweren Wagen ziemlich geräuschlos fuhren.

1896 hatten die fünfrädrigen auslenkbaren Pferdebahnwagen der HAC ausgedient. Die HAC wurde elektrifiziert und fuhr ab jetzt vollständig auf Schienen. Sie besaß neue gelbe „Drachenwagen” mit einem typischen geschweiften Dach. Der Verfasser führte aus, dass von dieser einst sehr beliebte[n] Linie mit ihrem schnellen Betrieb [...] nur eins bleiben wird: die Farbe ihrer Wagen.. Grund: Die Hochbahn begann damals, ihre Straßenbahnwagen gelb anzumahlen. Vorher waren sie dunkelgrün.

Sehr bedauert der Verfasser den Verlust der Farbvielfalt aus den Anfangsjahren der Straßenbahn: Aber wo ist die Buntscheckigkeit unserer Straßenbahnwagen geblieben! Rot waren einst die Straßenbahnwagen nach Wandsbek, grün die nach Barmbeck, braun die nach Eimsbüttel und graugelb die nach Hamm und Horn.

Der Artikel endet mit einem etwas boshaften Hinweis auf die damals errungene Monopolstellung der Hochbahn. Sie ärgere sich nur noch, daß sie nicht auch die staatlichen Linien in ihren Besitz bringen kann, um das dort fahrende Publikum mit ihren hohen Fahrpreisen zu beglücken.


Am 31.Dezember 1922 lief die Konzession der HAC aus. Die HHA übernahm zum 1.Januar 1923 deren Gleise und Betriebsmittel. Der Zeitungsartikel, über den hier berichtet wird, wurde auf Ende 1922 datiert. Er ist mit A.O. gekennzeichnet. Der Urheber ist dennoch nicht ermittelbar. Weitere Angaben zur Quelle liegen mir nicht vor. Diese Seite entstand aus dem Inhalt einer vom Stadtteilarchiv (Hamburg-) Ottensen veröffentlichten Kopie des Artikel als .JPG-Datei.


Die HAC betrieb nur zwei Straßenbahnlinien:

 i Linienverlauf

 i Die Verschmelzung der Straßenbahngesellschaften in Hamburg

Bild: Triebwagen und Beiwagen ex HAC bei der HHA (15.10.1929)
Mein Exemplar des Fotoabzugs trägt auf der Rückseite einen Stempelabdruck der Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft und einen handschriftlichen Hinweis auf den 15.10.1929. 1929 musterte die HHA ihre letzen von der HAC übernommenen Straßenbahnwagen aus. Anschließend wurden sie im Betriebshof Langenfelde zerlegt.

Bei Vergleich mit der  i historischen Postkarte von 1898 fallen einige Unterschiede auf:

  • Die Plattformen wurden verlängert,
  • die Dächer über den Plattformen wurden verlängert,
  • die seitlichen Schilder oberhalb der Fenster mit dem Linienverlauf fehlen und
  • die Fenstereinteilung des Beiwagens hat sich geändert. Hermann Hoyer[52, Seite 31] schrieb dazu: „Die aus Triebwagen umgebauten Beiwagen hatten vier Bogenfenster pro Seite.”.
Bei Vergleich der Fotos ist jedoch kaum zu erkennen, dass sich der Radstand des Fahrgestells von 1700 mm auf 2200 verlängert hat.

Letztes Upload: 10.01.2017 um 18:21:29