Home

Auswahlseite Spuren der
Straßenbahnen in Hamburg

Spuren der Straßenbahn
Teil 2 (2002/2003)

Spuren der Straßenbahn
Teil 4 (2004, Wandrosetten)

Spuren der Straßenbahnen in Hamburg:
Teil 3 (2003)

Johann Andreas Culin und sein Sohn Andreas Culin

Bild: Grab Johann Andreas Culin auf dem Ohlsdorfer FriedhofDas Grab des Direktors Johann Andreas Culin (*1826; †1896) liegt auf dem Ohlsdorfer Friedhof im Planfeld U4,193-200 in der Nähe des Krematoriums auf der Ostseite der Talstraße beim schwarzen Obelisken mit der Inschrift „Ruhestätte der Familie C.F. Kersten”. Die hier gezeigte Schriftplatte aus schwarzem Granit auf dem Lehnsockel findet jedoch nur der Friedhofskenner, denn sie ist (August 2003, Dezember 2006) von Rhododendren verdeckt.

Die obere Ritzzeichnung auf der Schriftplatte stellt Herz, Anker und Kreuz dar. Dies symbolisiert die christliche Dreiheit von Liebe, Hoffnung und Glaube. Unten auf der Schriftplatte steht: „Sanfte Ruhe ist des treu vollbrachten Tagewerkes schönster Lohn.”

Weiterhin steht ein Hinweis auf sein Wirken auf der Schriftplatte:
Erbauer der ersten Straßen Eisenbahnen Deutschlands, in Berlin und Hamburg.

Etwa einen Meter von der fotografierten Schriftplatte entfernt markiert eine andere Schriftplatte das Grab seines Sohnes, des Oberingenieurs Andreas Culin (*1852; †1931).


Über Johann Andreas Culin und seinen Sohn Andreas Culin habe ich Folgendes gefunden:
  • Die beiden Straßen-Eisenbahnen, die Johann Andreas Culin, der „Nestor der deutschen Straßen-Eisenbahnen” baute, waren die Pferdestraßenbahnen
  • Die Culinstraße in Hamburg-Horn ist benannt nach Vater und Sohn Johann Andreas Culin (*1826; †1896) und Andreas Culin (*1852; †1931).

  • Bild: Phoenix-RillenschieneJohann Andreas Culin war leitender Ingenieur und späterer Direktor der Straßenbahngesellschaft. Sein Sohn Andreas Culin (genauer geschrieben: Gustav Amandus Andreas Culin) kam 1870 als Ingenieur-Assistent zur Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft in Hamburg. Er beschäftige sich hier mit dem Gleisbau. Er gilt als Erfinder der einteiligen Straßenbahnrillenschiene. Die ersten Straßenbahnrillenschienen wurden auf sein Betreiben 1879 vom Hüttenwerk Phoenix in Ruhrort gewalzt. Vorher hatte Andreas Culin bei praktisch allen Walzwerken eine Abfuhr erhalten: Das Walzen des Schienenprofils mit der Rille sei undurchführbar.

    Andreas Culin blieb bei den Hamburger Straßenbahnen beschäftigt. Bei der HHA brachte er es bis zum Oberingenieur mit Prokura. Auch nach seiner Pensionierung war sein Sachverstand gefragt.

  • Lebenslauf Johann Andreas Culin:

    Er wurde 1826 in Hamburg geboren und wurde Techniker bei der Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn. Kurze Zeit war er technischer Leiter bei der Waggonfabrik Lauenstein. Als Lauenstein und seine Partner sich zum Bau der Hamburger Pferdebahn entschlossen hatten, engagierten sie Culin als technischen Berater. Mit der Genehmigung dauerte es in Hamburg jedoch recht lange. Culin vermaß in der Zwischenzeit die Trasse der Bahnstrecke Lübeck-Bad Kleinen. Danach reiste er nach Berlin, und zwar zum Bau der Pferdebahn Berlin-Charlottenburg.

    Am 18.1.1866 erfolgte die Bau- und Betriebsgenehmigung für die Hamburger Pferdebahn. Johann Andreas Culin kehrte aus Berlin zurück. Er wurde als leitender Ingenieur beim Bau der Pferdebahn Hamburg-Wandsbek eingesetzt. Auch die weiteren Pferdebahnen der Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft in Hamburg nach Barmbek, Eimsbüttel, Hoheluft und Groß-Jüthorn entstanden unter seiner Aufsicht. Er avancierte zum Direktor der Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft.

    Johann Andreas Culin blieb nach der Vereinigung der Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft mit der Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft der erste Direktor. Im Juli 1892 schied er krankheitsbedingt aus und ging in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Johannes Röhl.

    Johann Andreas Culin starb am 3.7.1896 während eines Kuraufenthalts in Bad Lauterberg an einem Herzschlag.

    Quelle für den kurzen Lebenslauf: u.a. [18, Seiten 49 und 50]



Falkenried

Bild: Herstellerschild Falkenried im Kleinbahnmuseum Wohldorflinks:
Herstellerschild Fahrzeugbau Falkenried im Kleinbahnmuseum Wohldorf. Der Name wurde mehrfach geändert, jedoch war stets das Wort "Falkenried" im Namen enthalten.
Bild: Falkenried, Pförtnerhaus am 24.August 2003Auf dem ehemaligen Gelände der Firma „Fahrzeugbau Falkenried” wurde 2003 fleißig gebaut. Das Foto zeigt das alte Pförtnerhaus am 24.August 2003. Auf dem Dach über der Uhr ist sich eine Leuchtreklame mit dem verwaschenen Schriftzug „FFG” auf jeder Seite. 1889 begann die SEG mit der Errichtung eines Betriebshofs am Lehmweg in Hamburg-Hoheluft. Hier wurden Pferdebahnwagen und später elektrische Straßenbahnen hergestellt und repariert. Für ihre Mitarbeiter baute sie unmittelbar nördlich davon die Siedlung Falkenried.
1919 kam die SEG und somit auch die Werkstatt Falkenried zur Hamburger Hochbahn AG. Im Zeitraum von 1926 bis 1930 wurde das Werksgelände nahezu vollständig neu bebaut. Es hat den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden.

Die FFG (Fahrzeugbau Falkenried GmbH) zog per 1.Juli 1997 nach Hamburg Hummelsbüttel zum Lademannbogen um.

Bild: Falkenried, Pförtnerhaus am September 2004©Sven RahnDas Foto vom Falkenried zeigt im Vordergrund das Straßenschild zum neuen „Straßenbahnring” auf dem ehemaligen FFG-Gelände am Falkenried. Im Hintergrund das alte Pförtnerhaus und das große Verwaltungsgebäude (Sven Rahn, 3.10.2004).

Sven Rahn machte mich am 2.Januar 2005 außerdem noch auf die Fahrleitungsrosetten in der Straße Falkenried gegenüber dem ehemaligen Verwaltungsgebäude aufmerksam (große Rosette an Haus 16 4-9, je eine weitere Rosette an den Häusern 22, 30 und 42, wenn man vor den Häusern steht jeweils an der linken Ecke).

Nachtrag 2.10.2009:
Er schrieb weiterhin, dass auf dem ehemaligen Gelände zudem eine Rosette an der alten Schaffnerei (etwas zurückgesetzt, jetzt Büroräume der Bayerischen Hausbau) erhalten sei. Dies dürfte die Rosette Lehmweg 17a sein.

Die Rosette hängt am Haus Lehmweg 17a. Man findet sie, wenn man beim Pförtnerhaus von der Straße Falkenried aus in den Straßenbahnring hineingeht. Es ist dann gleich links hinter dem Haus mit der Werbung für „Reisefieber”.

Ich habe leider kein besseres Foto hinbekommen.

Bild: Rosette Lehmweg 17a
Bild: FFG-Gelände Falkenried, 2002©Rolf Westphalen

Rolf Westphalen schrieb am 16.10.04:

Hallo Fredrik,

ich habe gerade gesehen, dass Du neue Bilder vom Falkenried auf Deiner Seite hast. Ich kann noch welche beisteuern, die ich geschossen habe, als die Hallen im Frühjahr 2002 abgerissen wurden.

Vielleicht kannst Du sie ja gebrauchen.
Viele Grüße
Rolf

Bild: FFG-Gelände Falkenried, 2002©Rolf Westphalen
Bild: FFG-Gelände Falkenried, 2002©Rolf Westphalen


Straßenbahndepot Altona (Schützenhof)

Bild: Straßenbahndepot Altona
Bild: Straßenbandepot Altona, DachkonstruktionDas ehemalige Straßenbahndepot Altona in der spitzen Ecke aus Präsident-Krahn-Straße und Max-Brauer-Allee teilt das Schicksal mancher andere Straßenbahndepots in Hamburg: es beinhaltet einen Supermarkt. Übrigens, die "Max-Brauer-Allee" hieß früher "Allee".

Das links stehende Foto zeigt einen Knoten des Fachwerks der Dachkonstruktion. Nichts Besonderes, aber das Fachwerk hat mich an meine Ausbildung zum Maschinenbautechniker und den Cremonaplan erinnert!



Bild: Straßenbahngleise vor dem Gymnasium Hochrad (21.9.2003)Matthias Kunze schrieb am 17.9.2003:

Hallo,
es gibt etwas Neues. Eigentlich war ich ja zu faul, das in Mail-Form niederzuschreiben, aber vielleicht interessiert es ja doch jemanden: Neulich bin ich bei strahlendem Wetter den Weg der ehemaligen Linie 7 (Othmarschen-Altona) abgegangen, nach einem Haltestellenplan von damals, und - bingo - es gibt auch hier noch Spuren: Direkt vor dem Eingang des  i Gymnasiums Hochrad befindet sich ein alter Zebrastreifen. Hierin liegen (allerdings überteert), noch Gleise. Nicht schlecht, nach 35 Jahren!

Foto: Der erwähnte Zebrastreifen vor dem Gymnasium Hochrad. Der Weg ist die alte Straßenbahntrasse Richtung Kehre.

Von der Endschleife ist nichts mehr zu erkennen, dort gibt es einige Neubauten. Auch sonst sieht man nichts mehr, nur noch alte Litfaßsäulen, die auffällig breiten Straßen und breite Mittelstreifen (Hohenzollernring, Bleickenallee) geben einen vagen Hinweis. Und natürlich das beschriebene Kopfsteinpflaster in Ottensen. Desweiteren ist mir aufgefallen, dass diese Strecke recht idyllisch gewesen sein muss, vielleicht vergleichbar mit der Schweriner Strecke nach Zippendorf (hier liegen auch nach 25 Jahren noch immer Gleise im Straßenplan, teilweise vollständig und nicht überteert!!).

Weitere Spuren: Busspur neben dem Oberlandesgericht am Sievekingplatz, an der Kreuzung Feldstraße/Glacischaussee (Nachtrag Fredrik 9.9.2009: aufgrund des Umbaus im Sommer 2009 nicht mehr vorhanden)

Und: Im Straßenpflaster von St. Pauli Hafenstraße, Antonistraße (dort ungefähr, wo die Fußgängerbrücke zum Hafen steht, auf dem Hügel), ist auch etwas zu sehen. Allerdings muss das Pflaster ur-ur-alt sein, denn ich konnte nicht mehr rekonstruieren, wann welche Bahn hier einmal fuhr. Die enge Kurve lässt den Schluss zu, dass hier niemals ein V6 gefahren ist. Hat dazu vielleicht jemand Infos? Grüße! Matthias Kunz


Hallo Matthias Kunz!
Die Antonistraße ging früher direkt in die St. Pauli Hafenstraße. V6-Wagen konnten dort abbiegen. Die Antonistraße war eingleisig! In der Kurve zur St. Pauli Hafenstraße war eine Weiche. Sie stellte die Zweigleisigkeit wieder her. So war es auch in der Kurve zum Hein-Köllisch-Platz. Linie 1 fuhr dort bis Juni 1973. Die 7 wurde dort schon 1969 nicht mehr eingesetzt. Übrigens fuhr die 7 auch vor 1968 bis Billstedt durch!
Viele Grüße, Günter Wolter

Anmerkung Fredrik: Ich bin der Anregung gefolgt, und bin am darauf folgenden Sonntag die Strecke abgegangen, zumal ich ebenfalls am 17.September die weiter unten genannte weiter E-Mail erhielt, die ebenfalls Hochrad beinhaltet: Die Kehre Hochrad ist zwar aufgenommen worden, aber der Platz ist noch erhalten.

Was mir noch aufgefallen ist, war Bernadottestraße 122: da wurde ein Stück Breitfußschiene (vielleicht von der Straßenbahn ?) zum Zaunpfosten umfunktioniert. Wandrosetten für Fahrleitungen sind mir an den Häusern Ottenser Hauptstraße 65, 46, 43, 42, 38, gegenüber 39, 35a und 32, Hamburger Hochstraße 19 und Antonistraße 1 aufgefallen. Auf jeden Fall, es war ein herrlicher Spaziergang!

Nachtrag 5.April 2005: Hein-Köllisch-Platz 12 (bei der Einmündung der Silbersacktwiete).


Bild: Rosette Hamburger Hochstraße 1
Rosette Hamburger Hochstraße 1
Bild: Rosette Ottenser Hauptstraße 46
Rosette Ottenser Hauptstraße 46


Bild: Hein-Köllisch-Platz/Hamburger Hochstraße, 2.1.2005,©Sven Rahn
Gleisabdruck Hein Köllisch Platz/Hamburger Hochstraße, Foto von Sven Rahn, 2.1.2005. Er schrieb dazu u.a.: Als ich heute zu Fuß unterwegs war, habe ich am Hein-Köllisch-Platz/Hamburger Hochstraße diese Gleisabdrucke aufnehmen können. Leider sind durch Sanierungsarbeiten vormals vorhandene Gleisabdrucke im Bereich Antonistraße/St. Pauli Hafenstraße verschwunden, ebenso weitere am Hein-Köllisch-Platz.

Hinweis zu dem Gleisabdruck Hein Köllisch Platz/Hamburger Hochstraße: Das Foto zeigt die Einmündung der Hamburger Hochstraße in die Lange Straße. Das ist fast unmittelbar neben dem Hein-Köllisch-Platz. Allerdings hat es in der Langen Straße keine Straßenbahn gegeben, so dass die Gleisspuren im Pflaster an dieser Stelle nichts mit einem Gleisverlauf zu tun zu haben können. Es dürfte sich - aus welchen Gründen auch immer - um ein platzgestalterisches Werk der Pflastersteinleger handeln.



Bild: Ehemalige Kehrschleife Alsterchaussee/Mittelweg/Hallerstraße, April 2004
Ehemalige Kehrschleife Alsterchaussee: Am 17.September 2003 erhielt ich eine E-Mail von Peter M.W. Mohr. Hier der Inhalt (etwas gekürzt):
Lieber Fredrik,
die Linie 15 fuhr von der Alsterchaussee bis zum Hochrad. Vor zwei Jahren etwa wurde die komplette Gleisbettung der Kehre Alsterchaussee ausgegraben und eine neue Bushaltestelle aufgebaut. Davon gibt es noch Bilder. Die Kehre Hochrad ist zwar aufgenommen worden, aber der Platz ist noch erhalten. Ebenso die Rampe neben der Schule. Die Strassenbahnoberleitungsmasten stehen noch von der Linie 14 in der Rothenbaumchaussee! Mittelweg (Linie 9): Stellenweise ist das Gleisbett asphaltiert worden besonders im Kopfsteinpflasterbereich von Heilwigstraße bis „Bei St. Johannis”.

Anmerkung (Fredrik): Ganz in der Nähe der ehemaligen Kehrschleife Alsterchaussee findet sich eine einsame Wandrosette, und zwar am Haus Mittelweg 125a. Eine weitere Wandrosette befindet sich weiter in Richtung Dammtor, links neben dem Eingang Mittelweg 22.

Fortsetzung: Spuren der Straßenbahn in Hamburg, Teil 4 (2004, Wandrosetten)

Letztes Upload: 28.01.2017 um 17:30:15