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Straßenbahn in Hamburg, Schildersammlung Teil 4:
Fahrzielanzeige: Steckschild und drehbarer „Fahrzielkasten”

Die von Hermann Hoyer als „vierkantige Fahrzieltrommeln” bezeichneten Fahrzielkästen wurden ab 1924 für die zweiachsigen Straßenbahntriebwagen eingeführt. Ab etwa 1932 wurden die Fahrzielkästen überwiegend nur noch dreiseitig beschriftet. Etwa zur gleichen Zeiut wurde das niedrige Femster vor dem Fahrschalter zur Aufnahme von Blechschildern zur Anzeigen von Fahrzielen genutzt.[52, Seiten 15 und 45]
Bild: Nahverkehrsmuseum Kleinbahnhof Wohldorf, Ausstellungsraum
Ein Ausstellungsraum im Nahverkehrsmuseum Kleinbahnhof Wohldorf hat den öffentlichen Personennahverkehr in Hamburg in den 1950ern zum Thema.
Das Foto zeigt u.a. einen länglichen schwarzen Kasten mit der seitlichen Aufschrift „Eimsbüttel” und der oberen Aufschrift „Hauptbahnhof über Lombardsbrücke”. Solche Kästen führten die Hamburger Straßenbahn für ihre Personentriebwagen ab etwa 1925 ein. Sie waren vorne und hinten über den Führerstanden außen auf dem Dach angebracht. Bei den Triebfahrzeugen V3 und neuer wurden sie nicht verwendet. Anfänglich waren sie mit schwarzer Schrift auf weißem Grund lackiert. In den 1950ern wurde auf schwarzen Hintergrund mit weisser Schrift umgestellt.

Der quaderförmigen Kasten ist 120 cm lang, 27 cm hoch und  27 cm tief. Auf der linken Seite ragt in der Mitte der qudratischen Seitenfläche ein Achsstummel heraus. Auf der rechten Seite steht ihm ein Wellenstummel mit einem Zahnrad gegenüber. Das Zahnrad war Teil eines Stirngetriebes. Die Welle auf der Antriebsseite des Stirngetriebes führte nach innen zur Decke des Fahrerstands. Von dort aus war es möglich, an der Endhaltestelle den Zielkasten um seine Längsachse zur Anzeige des neuen Fahrziels zu drehen.

Somit könnten maximal vier Fahrziele mit diesem Zielschildkasten angezeigt werden. Allerdings zeigte man eine unbeschriftete Seite, wenn keine Fahrgäste einsteigen sollten! Somit blieben nur Anzeigemöglichkeiten für drei Fahrziele.

Der Kasten besteht aus dünnem Holz (Sperrholz?). Daraus ergibt sich ein erstaunlich niedriges Gewicht von rund 12 kg.


Bild: Steckschild für Fahrzielangabe Rathausmarkt und GoldbekplatzIm oberen Foto sind vier Linienzielschilder zu sehen. Die drei Schilder mit seitlichen Handgriffen stammen aus dem Schilderkasten eines T-Wagens der Hamburger U-Bahn. Das Schild „Brambergstraße” ist das Zielsteckschild eines Hamburger Z1- oder Z2-Straßenbahnwagens. Es dürfte die gleichen Maße haben wie das im Foto links von beiden Seiten gezeigte Steckschild: Dieses ist 625 mm breit.
Das Thema der Dachbeschilderung bis in die 1950er wird unter Quellen zu den Erkennungszeichen der Hamburger Straßenbahnenlinien detailliert beschrieben.

Letztes Upload: 16.09.2017 um 06:51:51