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Sambawagen - Straßenbahnen in Hamburg

Abschied von der Hamburger Straßenbahn:
Verbleib der letzten Sambawagen

Diese Webseite wurde im Frühjahr 2008 erstellt. Das Datum des letzten Uploads ist unten auf dieser Seite vermerkt.
Bild: V6E auf dem Schrottplatz©Gerhard Bittkowski
1981 paddelte Herr Gerhard Bittkowski mit dem Faltboot durch den Zollkanal Richtung Oberelbe. Dabei fotografierte er die auf einem Schrottplatz abgestellten Sambawagen.

Der damalige Schrottplatz befand sich am südwestlichen Ende der Brücke im Verlauf der Billhorner Brückenstraße über den Oberhafenkanal. Von der Brücke aus ist das Grundstück mit der Kaimauer zu sehen. Das an der Zweibrückenstraße gelegene Grundstück wird nun von Thyssen - Baumaschinen benutzt (Stand Mai 2008).

In Hermann Hoyer: Die Hamburger Straßenbahn Wagenpark 3.Teil, Hamburg 1994 ist eine Liste mit den Wagennummern derjenigen Sambawagen enthalten, die bis zur Betriebseinstellung am 1.10.1978 dabei waren. Diese Liste ist in der folgenden Tabelle enthalten. Zusätzlich enthält die Tabelle einige vorher abgegebene Sambawagen. Die Informationen zum weiteren Schicksal stammen aus dem genannten Buch und aus verschiedenen im World Wide Web zusammengetragenen Informationen. Die Sambawagen, bei denen unter „Bemerkungen” nichts steht, wurden vermutlich noch im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.[1 Fotoanhang mit Rücklink hierher]

Wagenlisten waren als PDF-Dateien von http://tramways.wordpress.com/category/wagenpark-strab/ herabladbar. Sie enthielten ebenfalls Hinweise auf den Verbleib.

Wagennummern V6E ab 1966:
ab 3550 bis 3589 Hersteller Linke Hofmann Busch,
ab 3600 bis 3661 Hersteller Falkenried.

Wagen
Nr.

Bemerkungen
1981Beiwagen V5B, beim VVM, Schönberger Strand.
3060 Die ersten PCC-Wagen wurden in den USA von den Firmen St. Louis Car Company, Pullman Standard und J.G. Brill Company gebaut. Die Technologie wurde ebenfalls nach Europa exportiert. Dort baute die belgische Firma La Brugeoise et Nivelles of Bruges hunderte von PCC-Wagen, die in Brüssel, Antwerpen, Ghent, The Hague, Saint Etienne und Marseille eingesetzt wurden.

Dieser PCC-Wagen wurde 1951 von La Brugeoise, Nicaise & Delcuve für die HHA als ein Erprobungsfahrzeug hergestellt und Mitte Januar 1952 in Dienst gestellt. Die oben genannte Firma La Brugeoise et Nivelles of Bruges entstand 1956 durch Zusammenschluss der Firmen La Brugeoise, Nicaise & Delcuve sowie La Métallurgique.

In Hamburg lief der PCC-Wagen bis 1958 vorzugsweise auf dem Teilstück Dehnhaide - Trabrennbahn der Linie 8. Noch 1958 ging er für drei Wochen testweise nach Kopenhagen. Anschließend lief er als normaler Straßenbahnwagen Nr. 7000 bis 1994 oder 1995(?) in Brüssel.

Der 3060 fährt als Museumsfahrzeug im dänischen Straßenbahnmuseum Skjoldenæsholm. Der VVM (Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V.) hat ihn seit 1999 an das Museum verliehen.

 i Über PCC-Wagen allgemein und technische Daten des 3060

3361 V7E, vorherige Wagennr. 3411. Kam im Sommer 1977 zum VVM in Schönberger Strand

 i Der V7E der HHA

3363 V7E, vorherige Wagennr. 3413. Kam vor dem 1.10.1978 nach Wehmingen ins Hannoversche Straßenbahnmuseum. Zwei Fotos vom 22.3.2013

Der Wagen wurde im Winterhalbjahr(?) 2015/2016 von Herrn Ingo Naefcke erworben. In Wehmingen renovierten seine Frau und er das Fahrzeug äußerlich. Am 11.4.2016 wurde der Wagen in Hamburg am Krohnskamp auf einem Stück Straßenbahngleis aufgestellt.

Der Wagen wurde am 3.5.2016 in das Parkhaus des auf dem gleichen Gelände ansässigen Rewe-Supermarktes verbracht. Dort soll er an den 150. Geburtstag der Hamburger Straßenbahn erinnern: Am 16.8.1866, es war ein Donnerstag, wurde die erste Hamburger Straßenbahn dem öffentlichen Verkehr übergeben. Es war eine  i Pferdebahn. Sie verband den Hamburger Rathausmarkt mit dem Wandsbeker Zoll.

 i Einige Fotos vom V7E 3363 an seinem provisorischen Standort vor dem Parkhaus am Krohnskamp (17.4.2016).

3551Vorherige Wagennr. 3124 und 3100. Nach dem 1.10.1978 als Imbusslokal auf der Peute. Stand dort Mitte der 1990er noch. Mittlerweile verschrottet.[2 Fotoanhang mit Rücklink hierher]
3552
3556Vorherige Wagennr. 3129 und 3105. Er wurde nach dem 1.10.1978 als Werbeträger in Hamburg-Harburg (Großmoorbogen) vor „Teppich Domäne” zwischen Grundstücksgrenze und Fußweg neben der Straße aufgestellt und entsprechend gepflegt. 2002 wurde er verschrottet.[3 Fotoanhang mit Rücklink hierher]
3557

Vorherige Wagennr. 3130 und 3106.

Herr Maurice Klebold und seine Gruppe „Citizens Advisory Panel for Transit Improvement” (Bürgerausschuss für Verbesserungen des innerstädtischen Verkehrs. „Transit” bedeutet wörtlich Durchgangsverkehr.) hatte die Hamburger Verantwortlichen dazu überredet, San Francisco einen Straßenbahntriebwagen zu überlassen. Er sammelte das Geld für die Fracht und organisierte den Transport. Der Tieflader mit dem V6E-Triebwagen stand 1979 vor dem Rathaus in San Francisco. Die Beamten, Politiker und die Bürgermeisterin waren reichlich verdattert, da Herr Klebold und der Wagen nicht angemeldet waren.

Der Wagen wurde zunächst abgestellt. Zum „Trolley Festival” 1983 rauften sich Freiwillige zusammen und restaurierten den Wagen. Die folgenden vier Jahre konnte der Wagen im Sommer auf der Museumsstraßenbahnlinie F fahren. Sein Spitzname war „Red Baron”. Danach wurde er (wegen Motorschaden?) abgestellt. Er nahm noch an der Parade zur Hundertjahrfeier der Straßenbahn in San Francisco 1992 teil.

Kurz danach wurden die Rostschäden offensichtlich. Es hielt sich jahrelang das Gerücht, dass das Fahrzeug restauriert und bei dieser Gelegenheit für Fahrstuhlfahrer tauglich gemacht werden solle. Daraus wurde jedoch nichts.

Stand Herbst 2013: Der Wagen steht zusammen mit weiteren rund 30 Straßenbahnen und Bussen auf einem eingezäunten Abstellplatz an der Cesar Alvarez Street Ecke Tennessee Street.[81 ,Heft 3/2014, Seite 11]

3560Wurde ohne Drehgestelle nach Drage an der Oberelbe verkauft, 1979 verschrottet.
3561 Der 1978 40-jährige Hamburger Kraftfahrzeughändler Bruno Topp erwarb nach dem 1.10.1978 die Wagen 3561, 3582, 3606, 3609, 3626, 3629, 3638 und 3651, um sie als Imbisslokale zu nutzen. (Vergleiche in der Zeitung Hamburger Abendblatt vom 05.10.1978 auf Seite 12 den Artikel „In der Linie 2 gibt es bald einen Imbiss”. Aus dem Artikel geht hervor, dass Herr Topp am 29.9.1978 auf diese Idee gekommen war. Bereits am 4.10.1978 traf der Wagen 3629 als erster Straßenbahnwagen auf seinem Grundstück ein!)

Aus irgendeinem Grund (vermutlich erhielt Herr Topp für dies Vorhaben keine behördliche Genehmigung) klappte das Vorhaben jedoch nicht. Nur der Wagen 3629 wurde für einige Jahre als „TOP-Imbiss” auf dem Grundstück an der Alsterkrugchaussee 305 Höhe Einmündung Maienweg genutzt.[4 Fotoanhang mit Rücklink hierher]

Die Wagenkästen und der als Imbiss genutzte Wagen standen gemeinsam auf dem Grundstück an der Alterkrugchaussee. Lediglich der Imbisswagen 3629 stand dort auf seinen eigenen Rädern. Das Grundstück musste Anfang der 1980er geräumt werden. Die Wagen 3561, 3609, 3626, und 3629 wurden dann in der Ladestraße des AKN-Bahnhofs Schnelsen abgestellt. Dort wurden die Wagen durch Vandalen beschädigt, einer der Wagen brannte aus. Sie wurden danach abgewrackt.

Die Wagen 3582, 3606, 3638 und 3651 waren von dem Sammelplatz an der Alsterkrugchaussee unmittelbar zum Verschrotten zu einem Schrottplatz an der Zweibrückenstraße abtransportiert worden - siehe das Foto ganz oben auf dieser Seite!

3562
3564Vorherige Wagennr. 3137 und 3113. Ging nach dem 1.10.1978 an das Werksmuseum von Linke-Hofmann-Busch in Salzgitter.[Bahnfotokiste (Jan Borchers)]
3566Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3571 Vorherige Wagennr. 3144 und 3120. Ging nach dem 1.10.1978 nach Wehmingen ins Hannoversche Straßenbahnmuseum.

Trampicturebook, HSM, Foto 1998

Nach einer Idee von Erich Staisch fungierten die Fahrzeugwerkstätten Falkenried GmbH (FFG) als Herausgeber der 17-cm Schallplatte „Die Hamburger Straßenbahn / Eine geschichtliche Rundfahrt im V6E 3571 mit Christa Siems und Günter Lüdke”. Aus der Rückseite der Plattenhülle geht hervor, dass der Wagen bei seiner Ausmusterung am 1.10.1978 eine Laufleistung von 1536763 km erreicht hatte: 4-mal von der Erde zum Mond und wieder zurück. Reisebusse schaffen das übrigens auch!

3575Vorherige Wagennr. 3148 und 3124. Nach dem 1.10.1978 wurde der Wagenkasten neben dem Sportplatz des SV Börnsen in Neu-Börnsen als Umkleidekabine genutzt.Verschrottet vermutlich 2002.[5 Fotoanhang mit Rücklink hierher]
3580 Wagen 3580 und 3611 gingen für ein geplantes Straßenbahnmuseum nach Fürstenfeldbruck. Der Plan scheiterte, die Wagen wurden um 1980 verschrottet.

Auf Drehscheibe Online sind im Thread "Hamburger Straßenbahn Linie XXXX das Ende (6B)" einige Fotos enthalten. Eines dieser Fotos zeigt den Wagen 3580 Anfang 1980 in Fürstenfeldbruck.

3582Siehe bei Wagen 3561
3583Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3584 Vorherige Wagennr. 3157 und 3133. Ging bereits im März 1978 außer Betrieb. Der Wagen wurde bei der FFG aufgearbeitet und in die USA nach New York verschifft. Käufer war der Sammler John Woodman. Der Wagen nahm an der Steubenparade in New York teil. Danach galt der Wagen als verschollen. 1984 wurde er im Schuppen eines Spediteurs in New Jersey wieder entdeckt. Der Spediteur hatte die Hoffnung aufgegeben, von Woodman 5000 Dollar ausstehende Lagerkosten zu erhalten. Er überließ den Wagen dem Eisenbahnmuseum Kingston Trolley Museum of New York.[99,Heft 3/1992] Gemeint ist der Bundesstaat New York, nicht New York City.

Das Fahrzeug ist laut Museums-Website in einem ausgezeichneten Zustand.

3586
3587Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3588Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3600 Kam nach dem 1.10.1978 nach Amsterdam ins Rijdend-Tram-Museum. Auf der Homesite der Electrische Museumstramlijn Amsterdam habe ich im Januar 2008 keinen Hinweis auf diesen Wagen gefunden. Der Stangenstromabnehmer wurde durch einen Scherenstromabnehmer ersetzt.

Die zum Museum gehörende 1,7 km lange Linie beginnt am Bahnhof Harlemermeer und wird im Sommer von den Museumsstraßenbahnen befahren.[99,Heft 4/1980]

Der in Amsterdam teilweise aufgearbeitete Wagen wurde 2016 ins HSM überführt.[Bahnfotokiste (Jan Borchers)]

3601 Die Triebwagen 3601 und 3614 wurden für zusammen 20000 DM an den Heidepark Soltau verkauft. 3601 diente als Imbisslokal für Hamburger und Pommes frites. In Wagen 3614 präsentierte sich das „Hamburger Druckhaus” mit einer Ausstellung über Drucksachen. Später wurden beide Wagen für den Getränkeverkauf genutzt. Beide Wagen wurden im Februar/März 1990 auf einem benachbarten Acker abgebrochen. Dabei wurden Ersatzteile für Museumsbahnen geborgen.[6 Fotoanhang mit Rücklink hierher]
3603
3606Siehe bei Wagen 3561
3607Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3608 Nach dem 1.10.1978 wurde der Wagenkasten auf einem Spielplatz in Rahlstedt aufgestellt. Die Scheiben wurden kurz danach herausgenommen. Er wurde anscheinend bald von dort wieder entfernt und wohl verschrottet.[7 Fotoanhang mit Rücklink hierher]

Der besagte Spielplatz befindet sich hinter der Kita des Caritasverbandes am Eingang bzw. beim Besucherparkplatz des Katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift, Liliencronstraße 130. (Betreiberangabe zur Kita Stand Mai 2008).

3609Siehe bei Wagen 3561
3611 Wagen 3580 und 3611 gingen für ein geplantes Straßenbahnmuseum nach Fürstenfeldbruck. Der Plan scheiterte, die Wagen wurden um 1980 verschrottet.
3614 Siehe bei Wagen 3601
3615Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3618Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3619
3626Siehe bei Wagen 3561
3628Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3629Siehe bei Wagen 3561
3630
3633 In diesem V6E fuhr der Straßenbahnfahrer  i Edmund Spies seine letzte planmäßige Tour einer Straßenbahn in Hamburg. Auch dieser Triebwagen wurde im Betriebshof Nedderfeld neben der Halle abgewrackt.
3638Siehe bei Wagen 3561
3640
3642 Vorherige Wagennr. 3104 und 3042. Ging Mitte September 1978 an einen Privatmann, der ihn in Buchholz/Nordheide in einem Lokschuppen unterstellte. Später erwarb ihn der Hamburger Omnibus Verein. Der tauschte den V6E-Motorwagen gegen einen Omnibus mit der Hamburger Hochbahn AG. Der V6E stand bis Mitte März 2013 bei der HHA auf deren Gelände an der Hellbrookstraße in Hamburg-Barmbek. Am 16.3.2013 wurde er zum Baumarkt Bauhaus am Nedderfeld verbracht. Bauhaus plante den Neubau des Baumarkts. Allerdings sollten Teile der alten Hallen des Straßenbahnbetriebshofs erhalten bleiben und der Straßenbahnwagen soll dort ausgestellt werden. Genaueres steht in der Bahnfotokiste (Jan Borchers), Fotobericht März 2013.

Seit Ende August 2014 ist er in der Verkaufshalle des Baumarktes Bauhaus am Nedderfeld zu besichtigen. Auch hierzu gibt es in der Bahnfotokiste einen Bericht.

3644Vorherige Wagennr. 3106 und 3044. Kam am 11.11.1978 zum VVM in Schönberger Strand.

 i VVM Schönberger Strand (Foto vom 1.Juni 2002)

3646Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3648Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3649
3650Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3651Siehe bei Wagen 3561
3656 Vorherige Wagennr. 3118 und 3056. Ging nach dem 1.10.1978 nach Wehmingen ins Hannoversche Straßenbahnmuseum. 2005 verschrottet.[8 Fotoanhang mit Rücklink hierher]
3657 Vorherige Wagennr. 3119 und 3057. Ging nach dem 1.10.1978 ans Museum für Hamburgische Geschichte. Er wurde zusammen mit anderen Museumseisenbahnfahrzeugen im Rundlokschuppen des Bahnwerks Wilhelmsburg abgestellt. Am 15.10.1994 brannte der Rundschuppen durch Brandstiftung ab. Der 3657 kam 1996 zum dänischen Straßenbahnmuseum Skjoldenæsholm und fährt dort als Museumsfahrzeug.[99, Heft 2/1996]

 i Hamburger V6E in Skjoldenæsholm.

Bahnfotokiste (Jan Borchers), drei Webseiten langer Fotobericht, 3.10.2013 bis 5.10.2013.

Wagen 3657 wurde vom Fahrer Bernhard Bätje als allerletzter vom Rathausmarkt zum Betriebshof Lokstedt gefahren.[147, 02.10.1978: Das waren die letzten Stunden der Linie 2]

Der Wagen 3657 war am 16.10.1969 an einem tragischen Unfall beteiligt. In der Nacht vom 15. auf den 16.10. sollte der Wagen kurz vor Mitternacht im Betriebshof Schützenhof kehren. Beim Rangieren blieb der Wagen unverhofft stehen, weil sich die Rolle seines Stromabnehmers an einen stromlosen Teil der Fahrleitung von einem knappen Meter Länge befand. Der Fahrer stieg aus und schob zusammen mit einem Rangierer den Wagen etwas weiter, damit die Rolle wieder auf den stromführenden Teil der Fahrleitung kommt. Nun setzte sich allerdings der führerlose Wagen selbsttätig in Bewegung und fuhr los! Er rollte aus dem Betriebshof in die Altonaer Bahnhofstraße, umrundete das Altonaer Rathaus, fuhr die Bahnhofstraße wieder zurück und dann weiter über die Allee (jetzt Max-Brauer-Allee) zum Schulterblatt. Weiter ging es in die Eimsbütteler Chaussee, dann in den Eppendorfer Weg. Hier sprang ein junger Mann auf den Wagen und stoppte ihn an der Ecke Fruchtallee.

Zu Beginn der Fahrt hatte der Wagen in der Altonaer Bahnhofstraße in Höhe Königstraße einen Schweißtrupp erfasst. Zwei Schweißer kamen mit Prellungen davon. Ein dritter Schweißer und das Schutzzelt des Schweißtrupps wurden bis zur Fruchtallee mitgeschleift. Dieser Schweißer überlebte nicht.

Die führerlose Bahn legte 3½ km in 22 Minuten zurück.

Es wurde vermutet, dass der Fahrer den Fahrthebel am Fahrschalter beim Verlassen des Wagens nicht in die Nullstellung zurückgestellt hatte, sondern dass der Schalter auf „langsame Fahrt” stand. [147, 16.10.1969: Straßenbahn fuhr Amok - Ein Toter. Weitere Artikel in den Ausgaben vom 16. und 17.10.1969]

3659Wurde im Betriebshof Lokstedt neben der Halle abgewrackt.
3660 Ging nach dem 1.10.1978 nach Henstedt-Ulzburg und wurde gemeinsam mit dem wohl schon früher erworbenen V7E 3389 dort abgestellt. Wurde später verschrottet.
3661 Vorherige Wagennr. 3163 und 3061.Ging nach dem 1.10.1978 nach Wehmingen ins Hannoversche Straßenbahnmuseum. Wurde dort 2003 verschrottet. Die Drehgestelle gingen an Wagen 3657.
3999 Fahrschulwagen V6, vorherige Wagennr. 2001 und 2101. Kam vor dem 1.10.1978 zum VVM in Schönberger Strand.

VVM-Museumsbahn.de

4384Beiwagen V7BE, vorherige Wagennr. 4434. Kam 1977(?) nach Wehmingen ins Hannoversche Straßenbahnmuseum und stand dort im fast 30 Jahre im Freien. Das dänische Straßenbahnmuseum Skjoldenæsholm übernahm den Wagen. Er kam am 23.8.2005 in Skjoldenæsholm an. Dort wurde er restauriert. Er bildet mit dem V6E 3657 einen Hamburger Sambawagenzug.
4391Beiwagen V7BE, vorherige Wagennr. 4441. Kam vor dem 1.10.1978 zum VVM in Schönberger Strand.
4683Beiwagen V6BE, vorherige Wagennr. 1416(?) und 4183. Kam vor dem 1.10.1978 zum VVM in Schönberger Strand. Dort erhielt er seine alte Betriebsnummer mit 1415. Laut dem Buch „Die Hamburger Straßenbahn Wagenpark 3.Teil” müsste seine alte Betriebsnummer jedoch 1416 gewesen sein.[53, Seiten 83 und 132]

1994 noch erhaltene Personenfahrzeuge der Hamburger Straßenbahn
Die folgende Tabelle zeigt, welche Personenfahrzeuge der Hamburger Straßenbahn 1994 noch und wo erhalten waren.[53, Seite 135 und einige Ergänzungen]

Typ
Fahrzeug-
nummer

Wo erhalten, ggf. Bemerkung
Z1 656Schönberg (VVM, Historischer Tw, in Betrieb)
Z1B310Schönberg (VVM, Historischer Bw)
Z2u2710Kennebunkport, USA (Seashore Trolley Museum)
Z2u2734Schönberg (VVM)
Z2Bu1786Schönberg (VVM)
V2T3029Scheune bei Tangstedt (Museum für Hamburgische Geschichte)
V2/503006Schönberg (VVM)
V2B3522Schönberg (VVM)
V32970Schönberg (VVM)
V5B1981Schönberg (VVM)
PCC3060Brüssel (Nr.7000, in Betrieb)
V6E3551Hamburg (Imbissbude, Peute)
V6E3556Hamburg (Werbeträger)
V6E3557San Francisco, USA (in Betrieb)
V6E3564Salzgitter (Werksmuseum LHB)
V6E3571Wehmingen (Hannoversches Straßenbahnmuseum)
V6E3575Neu-Börnsen (nur Wagenkasten)
V6E3584Eisenbahnmuseum Kingston Trolley Museum of New York
V6E3600Amsterdam (Rijdend Tram Museum)
V6E3642Hamburg (HHA)
V6E3644Schönberg (VVM, in Betrieb)
V6E3656Wehmingen (Hannoversches Straßenbahnmuseum)
V6E3657Rundlokschuppen des Bahnwerks Hamburg - Wilhelmsburg (Museum für Hamburgische Geschichte)
V6E3661Wehmingen (Hannoversches Straßenbahnmuseum)
V6BE4683Schönberg (VVM, wieder vorgeführt am Tag der Straßenbahn 2016)
V7E3361Schönberg (VVM)
V7E3363Wehmingen (Hannoversches Straßenbahnmuseum)
V7BE4384Wehmingen (Hannoversches Straßenbahnmuseum)
V7BE4391Schönberg (VVM)
V63999Schönberg (VVM), Fahrschulwagen, wieder in Betrieb seit 2010

Fotoanhang
Das Anklicken der Fußnotennummer führt in den Text zurück.

Alle in diesem Anhang gezeigten Fotos wurden von Abzügen aus der Fotosammlung des 2017 verstorbenen Hochbahners Hans-Peter Martin eingescannt. Leider sind sie überwiegend nicht datiert und es fehlen Hinweise auf den Fotografen. Die meisten oder sogar alle Fotos dürfte Hans-Peter Martin selbst fotografiert haben.


Bild: Verschrotten von Sambawagen V6E im Betriebshof Lokstedt (Nedderfeld)
Verschrotten von Sambawagen V6E im Betriebshof Lokstedt (Nedderfeld)
[2]
Bild: V6E 3551 als Imbisslokal in der Peute. Die Peute ist ein zum Stadtteil Veddel gehörendes Industriegebiet in Hamburg
V6E 3551 als Imbisslokal in der Peute. Die Peute ist ein zum Stadtteil Veddel gehörendes Industriegebiet in Hamburg
[3]
Bild: V6E 3556 als Werbeträger in Hamburg-Harburg (Großmoorbogen) vor „Teppich Domäne”
V6E 3556 als Werbeträger in Hamburg-Harburg (Großmoorbogen) vor „Teppich Domäne”
[4]
Bild: V6E 3629 als Imbisslokal an der Alsterkrugchaussee
V6E 3629 als Imbisslokal an der Alsterkrugchaussee
[5]
Bild: Der V6E 3575 stand als Umkleidekabine neben dem Sportplatz des SV Börnsen in Neu-Börnsen
Der V6E 3575 stand als Umkleidekabine neben dem Sportplatz des SV Börnsen in Neu-Börnsen
[6]
Bild: Die beiden V6E 3601 und 3614 standen bis Frühjahr 1990 im Heidepark Soltau
Die beiden V6E 3601 und 3614 standen bis Frühjahr 1990 im Heidepark Soltau
Bild: Der V6E 3601 wurde als Imbiss genutzt. Bunt angestrichene Ölfässer dienten als Papierkorb
Der V6E 3601 wurde als Imbiss genutzt. Bunt angestrichene Ölfässer dienten als Papierkorb
Bild: Der V6E 3614 stand bis Frühjahr 1990 im Heidepark Soltau. In ihm präsentierte sich das  „Hamburger Druckhaus”
Der V6E 3614 stand bis Frühjahr 1990 im Heidepark Soltau. In ihm präsentierte sich das „Hamburger Druckhaus”
[7]
Bild: Der entglaste (scheibenlose) V6E 3608 auf einem Kita-Spielplatz in Rahlstedt
Der entglaste (scheibenlose) V6E 3608 auf einem Kita-Spielplatz in Rahlstedt
[8]
Bild: V6E 3656 im Hannoverschen StraßenbahnmuseumenArg renovierungsbedürftig zeigten sich 2001 die aus Hamburg übernommenen Straßenbahnwagen im Hannoverschen Straßenbahnmuseum (HSM). Der V6E 3656 wurde 2005 verschrottet.

Die leichte Tönung der Windschutzscheibe wird nicht in erster Linie durch Moos verursacht. Die Windschutzscheiben der Sambawagen waren gelb getönt. Durch die Gelbtönung werden die blauen Lichtwellen (bis 480 nm) des sichtbaren Lichtspektrums gefiltert; dies verbessert den Kontrast.

Bild: V6E 3656 im Hannoverschen Straßenbahnmuseumen

Letztes Upload: 11.12.2017 um 07:15:25