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Thomas Edmondson
und seine Fahrscheine

Pre-1938
Tube Stock

Auswahl London's
Underground

London's Underground:
Die Northern Line, Metroland, Frank Pick und das Rundschild - 1918

Fast überall in London sind die Fahrzeuge von Transport for London allgegenwärtig - es sei denn, man steht an einer Bushaltestelle und wartet auf seinen Bus. Und fast überall in London sieht man das „Bullauge”, das Markenzeichen von Transport for London.

Frank Pick wurde 1909 „Traffic Development Officer” der Underground Electric Railways. Er machte dort Karriere!

Seine Aufgabe war die Planung neuer Routen und der Ausbau bestehender Linien. Er erweiterte jedoch seine Aufgabe um das Feld, das man heute als Öffentlichkeitsarbeit und Marketing bezeichnen würde - er kümmerte sich um das Erscheinungsbild der öffentlichen Verkehrsmittel und deren Einrichtungen in London. Sein Werkzeug dazu war das „Design”, d.h. die Formgebung.

Judith Jammers schrieb über Frank Pick in der Berliner Zeitung vom 4.12.1999 unter der Überschrift „Das Ende der Klaustrophobie” zur Eröffnung der Jubilee Line Extension in London:

Der letzte große Patron der U-Bahn-Architektur, dessen Bedeutung Nikolaus Pevsner einmal mit der von Ludwig XIV. und der Medici verglich, war Frank Pick, später Vorsitzender der Gesellschaft „London Transport”. Während der zwanziger und dreißiger Jahre setzte er von den Stationsgebäuden bis zu den Schrifttypen sein Ideal eines modernen Industriedesigns durch und engagierte den Architekten Charles Holden und Künstler wie Henry Moore, Jacob Epstein oder Eric Gill.

Bild: Logo der Londoner Untergrundbahn1908 erschien erstmalig das Firmenzeichen der Londoner U-Bahn in Form eines rot ausgefüllten Rundschildes mit einem waagerechten blauen Balken.

Aus dem rot ausgefüllten Rundschild wurde später ein roter Kreis auf weißem Hintergrund. Dies Symbol wird als „Roundel” oder weniger respektvoll als „Bullauge” bezeichnet. Seit 1918 ist es ein eingetragenes Markenzeichen.

Das Symbol ist von dem Logo der London General Omnibus Company abgeleitet. Der rote Kreis war ursprünglich ein hölzernes Speichenrad und der blaue Balken war das Wort GENERAL.
Bild: Hochbahneingang KlostersternEbenfalls 1918 erblickte eine neue Schriftart das Licht der Welt. Sie wird als erste moderne serifenlose (sans serif) Schriftart bezeichnet und wurde 1918 von Edward Johnston für London Transport entworfen. Stephen Moye hat sie 1997 dazu angeregt, seine Freeware-Schriftart „Paddington” zu veröffentlichen.

Bild links: Der historische Eingang zur Haltestelle Klosterstern der Hamburger Hochbahn vermittelt einen Eindruck von dieser Schriftart!

Die Northern Line - 1924

Die bereits vor dem 1. Weltkrieg ins Auge gefasste Erweiterung der Tunnel der C&SLR (City & South London Railway) auf 11 Fuß 8¼ Zoll begann nach Kriegsende im Jahre 1922. Dabei wurden die alten Tübbings wieder verwendet. Um auf den größeren Durchmesser zu kommen, wurden sie durch gerade Zwischenstücke erweitert. Somit ist der vergrößerte Tunnel nicht exakt rund.

Die C&SLR verlor dabei ihre Identität. Sie war nicht die einzige Linie, die ihre Identität verlor. Die andere Linie war die Great Northern & City Railway. Aus beiden entstand die ausgedehnte Northern Line.

Am 20.April 1924 wurde die umgebaute C&SLR zwischen Moorgate und Euston wieder in Betrieb genommen - es ging weiter nach Norden über (korrekt: unter) Camden Town zur Hampstead Line. Damals war der Tunnel von Golden Green im Norden über Bank in der City bis Morden im Süden mit 16  Meilen 1100 Yards der längste Tunnel der Welt. Der Rekord hielt nicht lange, denn bereits 1939 wurde er auf der gleichen U-Bahnlinie gebrochen: von Finsley East bis Morden sind es 17 Meilen 528 Yards Tunnelstrecke!

Metroland

Etliche der in den 1920ern gebauten U-Bahnlinien führten oberirdisch in die ländliche Umgebung Londons. Mit den neu geschaffenen Bahnstrecken stiegen die Grundstückspreise an den Bahnstrecken. Die Bahnen warben für das Wohnen im Eigenheim im Grünen, im „Metroland”. Für die Bahnen bedeutete es:
  • Gewinn durch Wertsteigerung der für den Eigenheimbau gekauften Grundstücke,
  • Gewinn durch neue Fahrgäste, die zur Arbeit mit der Bahn in die City pendelten,
  • Gewinn durch Transport der Baumaterialien per Güterzug in die Vororte.

Letztes Upload: 22.04.2017 um 05:37:13