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Die Victoria Line
(1960er)

Die Londoner U-Bahn
heute (2002)

Auswahl London's
Underground

London's Underground:
Von 1970 bis zur Jubilee Line Extension (Exkurs)

In den 1970er Jahren wurde die Jubilee Line, und Ende der achtziger Jahre die Verlängerung der Piccadilly Line zum Terminal 4 des Flughafens Heathrow gebaut.
1971:Die letzten Dampflokomotiven, die für Rangierbetrieb und Güterzüge verwendet wurden, werden außer Betrieb genommen. Die Victoria Line wird nach Brixton verlängert.
1977:Königliche Eröffnung der Station Heathrow Central auf der Piccadilly Line.
1979:Eröffnung der Jubilee Line. Bauzeit: 8 Jahre. Anteilige Länge der Neubaustrecke: 4 km
1984:Baubeginn der DLR (Docklands Light Railway)
1986:Die Piccadilly Line wird bis Heathrow Terminal 4 erweitert.
31.Juli
1987:

Eröffnung der DLR durch Königin Elisabeth II
1986:Die Piccadilly Line wird bis Heathrow Terminal 4 erweitert.
1993:Baubeginn der Jubilee Line Extension.
Die Jubilee-Line verdankt ihren Namen und ihre silbernen Kennfarbe dem 25. Thronjubiläum der Königin Elisabeth II. Elisabeth wurde am Todestag ihres Vaters Georg VI. (†6.2.1952) vom Thronfolgerat zur Königin proklamiert. Die offizielle Krönung erfolgte am 2.6.1953 in der Westminster Abbey.

Am 1.5.1979 wurde die Jubilee-Line zwischen Stanmore und Charing Cross eingeweiht. Man musste lediglich den Streckenteil Baker Street - Bond Street - Green Park - Charing Cross vollständig neu bauen. Für die anderen Teile der Strecke konnte man auf bereits vorhandene Bahnanlagen zurückgreifen. Für die spätere Verlängerung der Linie über Waterloo - Canary Wharf - Canning Town bis nach Stratford wurde der Abschnitt Green Park - Charing Cross stillgelegt.


Über den Zustand der Londoner U-Bahn schrieb Judith Jammers am 04.12.1999 in der „Berliner Zeitung” unter der Überschrift „Das Ende der Klaustrophobie” zur Eröffnung der Jubilee Line Extension in London unter anderem:

Die Züge der Londoner U-Bahn sind alt, die Gleise marode, die Signalanlagen fallen ständig aus, und die Bahnsteige, viel zu schmal für die Menschenmassen, die sich auf ihnen drängen, quellen zur Rushhour gefährlich über... Das Netz der ältesten U-Bahn der Welt ist mit 2,7 Millionen täglichen Benutzern an die Grenzen seiner Belastbarkeit gestoßen...

Die Verlängerung der Jubilee Line (Jubilee Line Extension, JLE) führt in einem U-förmigen Bogen von Green Park auf die Südseite der Themse durch Southwark und Bermondsey, danach wieder auf die Nordseite durch in die Docklands nach Stratford im East End.

Bild: Canary Wharf Station
Canary Wharf Station, 30.August 2005
Die Baukosten für diese 11 Stationen lange Linienerweiterung betrug 4,9 Milliarden € (bzw. 3,5 Mrd. £). Die neue Linie bietet insbesondere den Pendlern, die in Waterloo und London Bridge ankommen, eine enorme Zeitersparnis. Außerdem werden die zur Hauptverkehrszeit überfüllten Linien entlastet. Die Docklands selbst sind ein neues Industriegebiet, in dem immerhin 50000 Menschen arbeiten und in deren Einzugsgebiet 500000 Menschen leben. Das Gebiet entstand dadurch, dass sich in den 1960er Jahren die Containerfracht gegen die Stückgutfracht durchsetzte. Der stadtnahe Londoner Hafen war für die großen Containerschiffe nicht geeignet. Die Folge für London war, das der stadtnahe Londoner Hafen überflüssig wurde. Deshalb wies die Britische Regierung 1982 die „Isle of Dogs” als Industriegebiet -oder weniger respektvoll, als Sanierungsgebiet- („Enterprise Zone”) aus.
Bild: Canary Wharf StationMit der Jubilee Line haben die Menschen, die in den Docklands arbeiten, über die „Docklands Light Railway (DLR)” hinaus eine weitere Nahverkehrsbahnlinie. Diese hat - im Gegensatz zur DLR - direkten Anschluss an die großen Pendlerbahnhöfe.

Judith Jammers beendet ihren Artikel mit diesem Satz: Der Erhalt und Ausbau des U-Bahn-Netzes ist für London und andere Großstädte eine der wichtigsten städtebaulichen Aufgaben im kommenden Jahrtausend.


 i Fotos von der U-Bahn-Haltestelle Canary Wharf Station (Jubilee Line).

Die Docklands Light Railway (DLR)

Anfang der 1980er Jahre dachte man daran, die Docklands mit einer Straßenbahn an den Nahverkehr anzuschließen. Allerdings gab es noch einige alte Bahntrassen in den Docklands, die man in die Linienplanung einbeziehen konnte:
  • Von der Endstation Tower Gateway bis Poplar konnte der Trasse der  i London & Blackwall Railway (eröffnet 1840) gefolgt werden.
  • Von Poplar Richtung Süden nach Island Gardens (dort bin ich noch im Jahre 1997 ausgestiegen, um durch einen 1902 erbauten Fußgängertunnel unter der Themse nach Greenwich zu gelangen) gab es seit 1872 eine Hafenbahn, die Midwall Extension Railway. Dieser Streckenzweig wurde 1999 von Islands Garden unter der Themse hindurch Richtung Greenwich verlängert. Die neuen Stationen sind:
    Cutty Sark for Maritime Greenwich
    Greenwich
    Deptford Bridge
    Elverson Road
    Lewisham
  • Von Poplar Richtung Norden nach Stratford orientiert sich die DLR ebenfalls weitgehend an der alten Trasse der Midwall Extension Railway.
  • Auch der Streckenzweig von Poplar themseabwärts nach Beckton folgt alten Trassen der London & Blackwell Railway und einer von 1880 bis 1950 betriebenen öffentlichen Eisenbahnpersonenverkehrsstrecke der Hafenbehörde.
Bereits zwei Jahre nach Betriebsbeginn hatte die DLR pro Tag 33000 Fahrgäste - geplant war sie für halb soviel Fahrgäste.
  • Die Bahnsteige wurden verlängert, damit man längere Züge einsetzen konnte,
  • die Züge fuhren häufiger und
  • die in Richtung Londoner Innenstadt gelegene Endstation wurde um eine etwa 1 km lange Tunnelstrecke verlängert, damit die DLR unmittelbaren Anschluss an die Londoner U-Bahn hat.

Als diese Verlängerung 1991 eröffnet wurde, mussten die für diesen Tunnel nicht mehr geeigneten Fahrzeuge durch neue Fahrzeuge ersetzt werden: In Großbritannien müssen bei U-Bahnen Notausstiege an der Fahrzeugfront vorhanden sein. Auch war die Innenausstattung nicht die mit brandhemmenden Materialien gebaut worden und erfüllte somit nicht die britischen Sicherheitsvorschriften für Schienenfahrzeuge im Tunnelbetrieb. Die nicht mehr geeigneten Fahrzeuge findet man in Essen wieder. Sie werden auf den Essener Linien U11 und U18 eingesetzt (Stand 2002). Die Wagen wurden für die Verwendung in Essen umgebaut: Sie erhielten geschlossene Fahrerstände, andere Türschließeinrichtungen und Dachstromabnehmer.


Bild: Ein Zug der DLR bei der Station Canary Wharf
Der sich im Zug befindliche Computer kommuniziert mit dem Zentralrechner. Bei Signalstörungen wird der Zug gestoppt. Der Zug kann auch von einem Fahrer gefahren werden - in diesem Fall wird er jedoch auch vom Rechner überwacht. Für extreme Störungen gibt es einen Schleichfahrmodus mit 20km/h Höchstgeschwindigkeit. Für Londoner Verhältnisse besitzt die DLR eine Besonderheit: Die eine seitliche Stromschiene wird von unten bestrichen!

Die DLR ist eine fahrerlose Eisenbahn. Sie verwendet das Blocksystem Seltrac von Alcatel of Canada.


 i Fotos von der Docklands Light Railway (DLR).

Letztes Upload: 24.08.2017 um 13:29:32