Home |
Deutsches Technikmuseum Berlin, Lokschuppen 1 |
Lokschuppen 2 |
Auswahlseite |
| Der Lokschuppen 1 beinhaltet Schaustücke aus der Anfangszeit der Eisenbahn bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. | |||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
| Gusseiserne Winkelschienen wurden in Großbritannien ab 1776 verwendet. Die Wagen liefen auf dem flachen Teil der Schiene. Es konnten normale Räder verwendet werden. Der Text auf der Tafel lautet (Stand 8.4.2003):
Gusseiserne Winkelschienen Bauart Curr 1776. Gleis der 1800 gebauten Bahn der Plymouthwerke von Merthyr-Tydfil nach Aberdare Junction für Räder ohne Spurkranz auf rohen Steinschwellen. Schienenlänge 1 Yard (0,914 m), Gewicht 27,25 kg. Man sieht: auch technische Museen in Weltstädten sind nicht unfehlbar. "Trevithik" wird anders geschrieben, und zwar so: Trevithick. Die Spurweite versteht sich zwischen den Innenflächen der senkrechten Schenkel der Winkelschienen. Merthyr Tydfil entwickelte sich als erstes großes Zentrum der englischen Eisen- und Stahlindustrie. Es war lange die größte Stadt in Wales. In den 1930er Jahren wurde die Industrie nach Cardiff verlagert. In der Nähe befindet sich die Brecon Mountain Railway. Einen entsprechenden Link finden Sie im linken Navigationsrahmen unter Großbritannien. |
|||||||||||||||||||
Richard Trevithick
Richard Trevithick (1771-1833), ein „Cornishman“ (Mann aus Cornwall) aus Redruth, war ein Riese. Er war 1,88 m (six feet two inches high) groß, sehr stark und einer der besten Ringkämpfer in Cornwall.
Es wird vermutet, dass er zusammen mit Edward Bull, dem Sohn von William Bull, diese Dampfmaschine verbessert hatte. Dann stieg er 1791 zum Bergingenieur (Engineer) der „Ding Dong“ Mine in Penance auf und entwickelte dort eine Hochdruckdampfmaschine. Diese wurde zur Förderung des Erzes und des Abraums in den Minen benutzt. In ihm reifte die Idee, eine Dampflokomotive zu bauen. Er hatte seine Kenntnisse als Lehrling bei dem Betriebsingenieur William Murdock erworben. Murdock (1754-1839, Erfinder der Gasbeleuchtung, auch abweichende Schreibweise des Nachnamens kommt in der Literatur vor: Murdoch) war Mitarbeiter bei Watt & Boulton und wurde zu den Bergwerken geschickt, um den Betrieb der aufgestellten Dampfpumpen zu verbessern. Murdock hatte in seiner Freizeit um 1785 Dampfwägelchen gebaut, bis es ihm sein Arbeitgeber untersagte. Einer dieser Dampfwägelchen soll im Londoner Science Museum erhalten sein. Er hat einen Kolbendurchmesser von dreiviertel Zoll, einen Kolbenhub von 2 Zoll und Antriebsräder von 9,1 Zoll Durchmesser. Es erreichte eine Geschwindigkeit von 6 bis 8 Meilen pro Stunde. (Informationsquelle: http://www.history.rochester.edu/steam/thurston/1878/Chapter4.html). Dem Beispiel Murdocks folgend, begann Richard Trevithick seine Experimente ebenfalls mit einer Miniaturlokomotive. 1796 funktionierte die Erste, beheizt durch ein rotglühendes Eisenstück bzw. durch Hineinlegen von rotglühenden Bolzen. Von 1796 bis 1797 hatte er drei dampfgetriebene Dampfmodelle gebaut. Ihm war klar, dass die Niederdruckdampfmaschinen von James Watt für den Antrieb von Fahrzeugen zu groß waren, und er entwickelte die wesentlich leistungsstärkere und kleinere Hochdruckdampfmaschine. Sie wurde ihm 1800 patentiert. 1801 setzte er einen richtigen Dampfwagen auf die Straße, der sogar die Steigungen hoch kam. Seine „Camborne Road Locomotive“ hieß „Captain Dick's Puffer“. Angeblich stellte er ihn während der ersten Ausfahrt vor einem Gasthaus ab, denn er (Richard Trevithick) hatte Durst. Dabei vergaß er, dass auch sein Dampffahrzeug durstig wurde, denn das Feuer unter dem Kessel brannte weiter, alles Wasser verdampfte, die Maschine ging in Flammen auf. Hier widersprechen sich jedoch die verschiedenen Quellen, in denen ich nachgelesen habe. Demnach ist es sehr zweifelhaft, dass dies Unglück bereits auf der ersten Fahrt passierte, und möglicherweise hatte er beim Mittagsmahl gesessen. Anscheinend war die Reichweite der Straßenlokomotive begrenzt, da er kein Verfahren fand, den Dampfdruck über einen längeren Zeitraum aufrecht zu halten. Ein anderer Spitzname der Straßenlokomotive war wohl „Puffing Devil“. Er baute eine zweite Straßenlokomotive, die auf eigenen Rädern den weiten Weg nach London zurücklegte. Dabei ist die Aussage „auf eigenen Rädern“ zumindest fraglich. So schreibt Erich Staisch[19], dass diese Straßenlokomotive von Plymouth nach London verschifft wurde. Demnach wäre sie lediglich die 90 Meilen von Camborne nach Plymouth auf eigenen Rädern gefahren. In London führte er die Straßenlokomotive 1803 vor. Das Fahrzeug fasste bis zu zehn Personen und soll eine Geschwindigkeit von 16 km pro Stunde erreicht haben. Allerdings konnte die Lokomotive keinen Wagen ziehen und sein Sponsor sprang ab.
Richard Trevithick fand rasch in Samuel Homfray, dem Besitzer der Penydarren Eisenwerke in Merthyr Tydfil, einen neuen Sponsor. (Leider habe ich auch hier widersprüchliche Angaben gefunden. Demnach war der Ausgangspunkt eine Wette zwischen Trevithick und dem Grubenbesitzer Hill um 500 Pfund Sterling). Als Betriebsbeginn seiner Dampflokomotive auf der Strecke der Penydarren Iron Works von Merthyr Tydfil nach Cardiff wird je nach Quelle der 13., der 21. oder der 25.2.1804 angegeben. Auch die Angaben über die Leistungsfähigkeit der Lokomotive widersprechen einander. Gefunden habe ich:
Auf der Website Spartacus habe ich zwei Auszüge aus Briefen gefunden, die Richard Trevithick schrieb. Ein Brief datiert vom 22.2.1804: In einem weiteren Brief berichtete er am 2.März 1804 über den erfolgreichen Transport von 25 Tonnen Eisen und der Ableitung des Abdampfes über den Schornstein zur Verbesserung des Rauchzugs. Tatsächlich machte seine Lokomotive jedoch nicht allzu viel Freude. Die Lokomotive transportierte Eisen zwischen dem Schmelzofen und der Schmiede(???) "Old Forge". Sie arbeitete dabei sehr gut. Auf etlichen ihrer Fahrten während ihrer nur 5-monatigen Einsatzdauer zerbrachen jedoch die gusseisernen Schienen. In Samuel Homfray entwickelte sich die Erkenntnis, dass er so die Transportkosten wohl nicht reduzieren könne und das Projekt wurde eingestellt. Das Fahrwerk der Lokomotive wurde entfernt, die Dampfmaschine wurde noch einige Jahrzehnte lang als stationäre Hochdruck-Dampfmaschine im Bergwerk genutzt.
Richard Trevithick trat 1808 ein weiteres Mal besonders hervor. Er baute in London Euston eine Art Zirkus auf. Es handelte sich um eine Kreisbahn von 60 m Durchmesser mit einer 8 Tonnen schweren Lokomotive. Die Lokomotive zog eine umgebaute Barockkutsche hinter sich her. Sie hatte den publikumswirksamen Namen "Catch-me-who-can" (Fange mich, wer kann). Für einen Schilling Eintritt konnte das Publikum mitfahren oder auch nur zuschauen. Wer keinen Eintritt zahlen wollte, sah auch nichts, denn um das Ganze herum war ein hoher Bretterzaun gebaut. Diese Bahn wurde im Juli und August betrieben. Dann brach mal wieder eine Schiene und die Lokomotive stürzte um. Ohne Sponsor musste Richard Trevithick seinen Traum von der Dampflokomotive begraben. Bereits vorher hatte er seine Hochdruckdampfmaschinen in anderen Anlagen eingebaut, beispielsweise 1803 als Kraftquelle für Gesteinsbohrmaschinen. 1806 konnte er mit dem Trinity Board einen Vertrag zur Ausbaggerung der Themse machen. Er konstruierte einen Eimerkettenbagger. Er wurde nach der Fördermenge bezahlt und machte keinen oder kaum Gewinn (Sixpence pro geförderte Tonne). 1808 zogen seine Frau Jane und die damals 4 Kinder zu ihm nach London (insgesamt gingen 6 Kinder aus der Ehe hervor). Leider erkrankte Richard Trevithick an Typhus. Die Familie kehrte nach Cornwall zurück. 1812 lieferte Richard Trevithick an die Silberminen der Hochgebirgsregion "Cerro de Pasco" in den peruanischen Anden acht Dampfpumpen. Er selbst reiste 1816 nach Peru, um die Pumpen in Betrieb zu nehmen und weil er sich dort weitere Erfolge für seine Hochdruckdampfmaschinen erhoffte. Seine Familie blieb in England. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten waren seine Dampfmaschinen erfolgreich und er konnte vom Gewinn sogar eigene Silberminen erwerben. Dann geriet er in die Wirren des peruanischen Unabhängigkeitskrieges mit Spanien (1826). Offenbar war er auf der Seite Bolivars, denn für dessen Kanonen konstruierte er Lafetten. Er wurde zur Flucht gezwungen. Seine Dampfmaschinen und Silberminen musste er zurücklassen. Durch das Innere Südamerikas schlug er sich zu Fuß(!) über Costa Rica nach Kolumbien zum Hafen Cartagena am Golf von Darien (Golfo del Darien) durch. Dort traf er zufällig auf Robert Stephenson (Robert Stephenson hielt sich von 1824 bis 1827 in Südamerika auf). Stephenson lieh ihm 50 £ als Reisegeld für die Rückkehr in die Heimat. Beide nahmen das nächste erreichbare Schiff nach New York. Das Schiff lief an der Südspitze Floridas auf Grund und wurde anschließend von den Wellen zerschlagen. Glücklicherweise überlebten die Reisenden das Unglück. Im November 1827 waren Richard Trevithick und Robert Stephenson wieder in England. Richard Trevithick experimentierte weiter mit Dampf, hatte jedoch keinen finanziellen Erfolg. Er starb völlig verarmt mit 60 £ Schulden am 22.4.1833 in der „Bull Inn“ in Dartford/Kent. Es fehlte sogar das Geld für ein Begräbnis und ihm stand ein Armenbegräbnis bevor. Nur weil eine Gruppe von Fabrikarbeitern für sein Begräbnis sammelte, erhielt er ein ehrliches Begräbnis auf dem Kirchhof von Dartford. 1817 plante Richard Trevithick eine Eisenbahn von der Küste zur Silberstadt Oroya. Die Bahn ist heute die höchste Eisenbahn der Welt. Sie wurde von 1870 bis 1892 bzw. 1895 gebaut. Ihr höchster Punkt befindet sich 4818 m hoch, die höchste Station mit Reiseverkehr ist 4781 m hoch. Bei dem Bau verloren, nicht zuletzt wegen der dünnen Luft, fast 7000 Menschen ihr Leben. Noch in einem weiteren Zusammenhang ist Richard Trevithick in die Eisenbahngeschichte eingegangen. In London machte man sich gegen Ende des 18.Jahrhunderts das erste Mal an die Untertunnelung der Themse. Man ahnte Schwierigkeiten, und holte den Bergingenieur Richard Trevithick mit einer Gruppe von Bergleuten aus Cornwall nach London. Sie trieben einen Stollen von Rotherhithe zur anderen Themseseite vor. Der Stollen lief 1808 voll Wasser. Das Unternehmen ruhte, bis 1825 i Sir Marc Isambard Brunel den Schildvortrieb entwickelte und der Tunnelbau erneut in Angriff genommen wurde. Richard Trevithick ist der wahre "Vater der Lokomotive". Links und Quellenangaben zum Thema Richard Trevithick: Quellenangaben: die im Text enthaltenen Links sowie [10], [11], [19], [101] und [102] laut Quellenverzeichnis. |
|||||||||||||||||||
Borsig-LokomotivenDie Borsig-Lokomotivwerke fertigten früher in Berlin. So verwundert es nicht, dass das Deutsche Technikmuseum Berlin einige Ausstellungsstücke aus dem Hause Borsig zeigt! August Borsig gründete am 20. Dezember 1836 in Berlin-Tempelhof eine Eisengießerei in der Nähe der Neuen Berliner Eisengießerei und des sich im Bau befindlichen Bahnhofs der Berlin-Potsdamer Eisenbahn. Für die Berlin-Potsdamer Eisenbahn wurden Lokreparaturen ausgeführt. Ab 1841 fertigte Borsig eigene Lokomotiven. 1875 zählte Borsig zu den größten Lokomotivfabriken der Welt. Etwa 1900 wurde ein neues Werk in Berlin-Tegel in Betrieb genommen. Die Weltwirtschaftskrise führte zu Übernahmen anderer Lokomotivwerke, wie der Stettiner Maschinenbau-AG Vulcan und der Rheinmetall in Düsseldorf. Ab 1931 arbeitete Borsig mit der AEG zusammen und wurde von ihr übernommen. Der Lokomotivbau ging in das AEG-Werk in Hennigsdorf bei Berlin und erhielt den neuen Namen "Borsig Lokomotiv-Werke GmbH". Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden bis 1954 nur einige wenige Dampflokomotiven gebaut. |
|||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
| Beuth: Dies ist das Original einer Dampflokomotive aus dem Hause Borsig | |||||||||||||||||||
| Die Lokomotive "Beuth" der Berlin-Anhalter Bahn hat die Achsfolge 1A1, d.h., eine Treibachse zwischen zwei Laufachsen, genau wie es bei einer "Patentee"-Lokomotive der Fall war. Die auf 1843 datierte "Beuth" wurde auf der
Berliner Gewerbeausstellung gezeigt und blieb ein Jahrzehnt lang der Prototyp aller schnellen deutschen Lokomotiven mit nur einer Treibachse.
Benannt ist sie nach Peter Beuth (1781-1853). Er förderte unter anderem das 1852 gegründete Gewerbeinstitut in Berlin. Aus diesem bildete sich die Charlottenburger Technische Hochschule. Hier wurden die Lokomotivfabrikanten August Borsig und Ferdinand Schichau ausgebildet. |
|||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
| Saxonia: Dies ist das Modell der Dampflokomotive „Saxonia“. | |||||||||||||||||||
Die Lokomotive „Saxonia“ wurde nach den Plänen des Dresdner Professors Johann Andreas Schubert von der Aktien-Maschinenbau-Gesellschaft in Übigau bei Dresden gebaut. Sie hat die Achsfolge B1 und auf dem Schornstein einen
Drahtkorb zur Vermeidung des Funkenflugs.
|
|||||||||||||||||||