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George Stephenson
1834 bis 1838: London - Birmingham,
1831: Snibston,
1840: North Midland Railway


Infoseite
George
Stephenson

1829 bis 1835:
Lokomotiven,
technischer Fortschritt

1831 bis 1845:
Belgien,
Leopold I.

London - Birmingham

Nach Inbetriebnahme der Strecke Liverpool - Manchester werden zunächst Zweiglinien zu dieser Strecke gebaut. Eine dieser Strecken wird als „Grand Junction Railway“ bis nach Birmingham verlängert. Eine weitere Linie geht quer über das Land von Manchester nach Leeds. Bei all diesen Strecken ist George Stephenson in verantwortlicher Position beteiligt.

Hier soll ein Aspekt der Linie London - Birmingham besonders herausgegriffen werden. 1833 erhielt Robert Stephenson den Posten als Chefingenieur dieser Bahn. Es war die erste Dampfeisenbahn, die nach London führte.

Die Strecke ist 181 km lang und führt durch 8 lange Tunnel von insgesamt 6708 m Länge. Alle diese Tunnel werden im Zeitraum 1834 bis 1838 gebaut. Auch hier ist George Stephenson die führende Kraft.

Die Strecke sollte durch die Grafschaft und die Stadt Northampton geführt werden. Die Einwohner sind strikt dagegen. Deshalb wird die Strecke so gebaut, dass sie Northampton vermeidet. Als Folge davon muss bei Rugby ein Tunnel durch den "Kilby Range" (Range = Bergrücken, Hügelkette) gebaut werden. Der Tunnel ist 2400 Yard (knapp 2200 m) lang und liegt durchschnittlich knapp 50 m unter der Oberfläche. Erst beim Bau des Tunnels zeigt sich, dass der Boden mit Treibsand durchsetzt ist. Durch diese Bodenbeschaffenheit entstehen plötzliche Wassereinbrüche - einmal können sich die Tunnelarbeiter nur durch ein hastig zusammengebautes Floß retten. Der Rottenführer bzw. Ingenieur Charles Lean soll bei dieser Gelegenheit schwimmend das Floß gezogen haben. Das Zugseil hatte er dabei mit den Zähnen gehalten!

Der für den Tunnel zuständige Bauunternehmer gibt angesichts der schwierigen und somit kostspieligen Probleme auf. George Stephenson handelt nach seinem Motto „Durchhalten!“ und lässt besonders leistungsfähige Dampfpumpen heranschaffen. Zusätzlich werden sieben Schächte, ebenfalls mit Pumpen versehen, gebaut. Erst jetzt ist das Wasser besiegt!

Die größte Anzahl Arbeitskräfte, die am Bau dieses Tunnels beteiligt sind, beträgt 1250 Arbeiter und 200 Pferde. 13 Dampfpumpen fördern rund 8 Kubikmeter Wasser pro Minute.

Dieser Tunnel wird fast viermal teurer als geplant - geplant waren 90000 £. Die gesamte Strecke wird doppelt so teuer wie vorgesehen. Sie kostet etwa 5 Mio. £ (entspricht etwa 1,5 Mrd. € Kaufkraft 2006). Dennoch wird auch diese Bahn für die Investoren ein voller Erfolg.

Snibston

1830 arbeitet Robert Stephenson als Ingenieur der Lancaster & Swammington Railway. Dabei findet er bei Swammington Hinweise auf Kohlevorkommen. Ganz in der Nähe steht das Gut Snibston zum Verkauf. Robert informiert seinen Vater George Stephenson. George gelangt hinsichtlich des Kohlevorkommens zur gleichen Ansicht. Zusammen mit zwei Freunden aus Liverpool erwirbt er dass Gut. Seine Frau und er ziehen von Liverpool nach Snibston um.

In Snibston entsteht eine Kohlengrube. Jetzt bezieht Leicester die Kohle nicht mehr aus Derbyshire, sondern aus dem näher gelegenen Snibston. In Snibston werden Wohnhäuser mit kleinen Gärten, eine Kirche, eine Kapelle und eine Schule gebaut - aus dem Gut wird ein Dorf.

Nur das Beaufsichtigen seiner Kohlengrube und der Betrieb der Lokomotivfabrik in Newcastle füllen George Stephenson nicht aus. So kommt es, dass er 1836 Chefingenieur von fünf wichtigen Bahnen ist:

  • North Midland Railway (Derby - Leeds)
  • York and North Midland (Normanton - York)
  • Manchester and Leeds
  • Birmingham and Derby
  • Sheffield and Rotherham

Nicht vergessen werden sollte die Whitby & Pickering Railway . Auch sie wurde unter George Stephenson erbaut und 1836 feierlich eröffnet. Leider wurde 1865 ihre durch eine ortsfeste Dampfmaschine unterstützte schiefe Ebene herab ins „Beck Hole“ zwischen Goathland und Grosmont durch Änderung der Trassenführung überflüssig und entfernt. Dies ist sehr schade, denn 29 km dieser Strecke werden von der Museumsbahn  i North Yorkshire Moors Railway benutzt. Aus Sicht der Museumsbahn wäre das der Renner gewesen!


George Stephenson ist viel auf Achse. Als Fahrzeug benutzt er die „Post-Chaise“. Eine Chaise ist eine leichte zwei- oder vierrädrige Kutsche mit nur einem Pferd. Er hastet von einem Termin zum nächsten. Dabei geht es nicht ausschließlich um Eisenbahnen. So steht unter dem 4.August 1836 in seinem Fahrtenbuch: „...then to Ingestre Hall, to examine Lord Talbot's saltworks“. Dies Salzwerk befindet sich bei Tamworth, etwa 30 km östlich von Leicester. George Stephenson hatte eine Verfahrensverbesserung bei der Salzgewinnung vorgeschlagen.

1840: North Midland Railway

George Stephenson hat zwei besondere Anliegen:

  1. Den Transport der Kohle von den Fördergebieten nach London mit der Eisenbahn. Er glaubt, dass die Eisenbahn hier gegenüber dem Transport mit Schiffen über Kanäle und dann über die Nordsee preislich mithalten kann.
  2. Eine durchgehende Bahnverbindung zwischen London und Edinburgh entlang der Nordseeküste.

Die North Midland Railway (Derby - Leeds) führt durch ein kohlenreiches Gebiet und schließt zudem die letzte Lücke der Bahnverbindung zwischen London und Newcastle. Die North Midland Railway wird 1840 eröffnet. Somit sind drei Viertel der durchgehenden Bahnverbindung zwischen London und Edinburgh 1840 Wirklichkeit geworden.

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Seite zuletzt geändert am 14.3.2007