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Deutsches Zementmuseum
in Hemmoor

Die Rendsburger
Schwebefähre

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Museumsbahnen

Die Schwebefähre über die Oste
zwischen Osten und Hemmoor

Die Schwebefähre über den Fluss Oste erleichterte seit ab dem 1.10.1909 die Kommunikation zwischen den benachbarten Orten Basbeck und Osten in Niedersachsen nahe der Unterelbe. Basbeck ist heute ein Ortsteil von Hemmoor.

1974 wurde eine als Ersatz für die alte Schwebefähre gebaute neue Straßenbrücke über die Oste für den Verkehr freigegeben. Somit wurde die Schwebefähre am 31.5.1974 stillgelegt. Danach hätte man die Schwebefähre abreißen und verschrotten können. Dazu kam es nicht. Die Schwebefähre blieb als Industriedenkmal erhalten. In den Sommermonaten können sogar Fahrgäste auf ihr den Fluss queren.

Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten (3.7.2016)
Die Schwebefähre über die Oste zwischen den benachbarten Orten Hemmoor und Osten
Das Traggerüst dieser älteste Schwebefähre Deutschlands sieht filigran aus. Gebaut wurde die Anlage von der Maschinen-Fabrik Augsburg-Nürnberg Akt. Ges. (MAN) in ihrem Werk Gustavsburg bei Mainz. Die gesamte Stützweite des Überbaus beträgt 80 Meter. Das horizontale Fachgerüst ist 8 Meter hoch. Die lichte Höhe darunter beträgt etwa 30 Meter über NN (Normal Null). Der Wasserstand ist von der Flut abhängig.

Auf einer der vor Ort aufgestellten Erklärungstafeln steht, dass die verbaute Stahlmenge einem Würfel mit 3,20 Meter Kantenlänge ergäbe. Demnach wurden 257 Tonnen Stahl verbaut.

In der Deutschen Wikipedia sind unter dem Suchbegriff „Schwebefähre Ostem-Hemmoor” u.a. eine Auflistung der technischen Daten und eine 1909 veröffentlichte bemaßte Seitenansicht der Schwebefähre zu finden. Das dort angegebene Gesamtgewicht ergibt jedoch einen deutlich größeren Stahlwürfel von 3,315 m Kantenlänge.(Abruf am 4.7.2016)

Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten (3.7.2016) Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten (3.7.2016)
Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten, Motor der Gondel (3.7.2016)
Zu diesem Foto seien zwei Erläuterungen hier als Zitat aus dem Artikel „Schwebefähre über die Oste” gestattet:[Deutsche Bauzeitung XLIII. Jahrgang, No 97, Berlin, 4.Dezember 1909, Seite 666]

Jedes Laufrad des Gondelwagens war mit einem eigenen Antrieb zu versehen, sodaß im Falle seitlichen Windes, der den Wagen um die leeseitigen Radspuren kanten will, doch die Bewegung noch aufrecht erhalten werden kann. Da 2 Elektromotore zur Fortbewegung des Wagens vorgeschrieben sind, wurden Vorrichtungen getroffen, die einen gleichmäßigen Gang derselben und damit des Wagens gewährleisten. Der gesamte Bewegungsmechanismus sollte vom Führersitz in der Gondel einfach, sicher und leicht zu bedient werden können, ohne daß an den Führer hierbei die Forderung besonderer Vorbildung gestellt zu werden braucht.
...
Die Spurweite des Wagengleises beträgt 9,2 m.
Besonders fällt neben der sorgfältigen Formulierung der verschachtelte Satzaufbau ins Auge.
Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten, Motor der Gondel (3.7.2016)
Die Gondel steht in ihrer Abstellposition am nördlichen Ufer der Oste. Ganz rechts im Foto sind Sprosse (Leitersprossen für den Aufstieg nach oben?) zu erkennen. Vom Dach des Führerhaus der Gondel aus ist ein Aufstieg möglich.
Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten, Motor der Gondel (3.7.2016)

Auf dem weißen Schild steht:
max 7,5 t
oder 100 Pers.

Die Größe der Gondel wird aktuell mit 16 * 4,3 m angegeben. In dem o.g. Zeitschriftenartikel wird jedoch eine nur 14 m lange Gondel beschrieben. Dort wird die anzunehmende Nutzlast so beschrieben: Als Belastung für die Gondel ist anzunehmen: eine 18 t schwere Straßenwalze oder ein 12 t schwerer Wagen mit umgebendem Menschengedränge von 400 kg/qm, oder 130 - 140 Personen...

Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten, Gondel (3.7.2016)
Die Gondel: Auf diesem Foto sind die beiden Aufstiegsleitern gut zu erkennen.
Bild: Schwebefähre Hemmooor-Osten (3.7.2016)
Der graue Gegenstand auf dem Brückenfundament dürfte einer der Scheinwerfer für die nächtliche Illumination der Schwebefähre sein.

Letztes Upload: 15.05.2017 um 17:05:43