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Das Hannoversche Straßenbahnmuseum (HSM):
Der Leichttriebwagen LT4 der Sylter Inselbahn (Borgward-Umbau)

Dieser Beitrag ist dem letzten noch erhaltenen Leichttriebwagen der am 31.12.1970 1957 eingestellten Sylter Inselbahn gewidmet. Er stand bis 2013 in einer Halle des Hannoverschen Straßenbahnmuseums. 2013 wurde er verkauft: siehe weiter unten.
Nach Einstellung der Sylter Inselbahn erwarb dort die sich im Aufbau befindliche Selfkantbahn zehn Fahrzeuge für ihren geplanten meterspurigen Museumsbetrieb. Dazu gehörte auch der Leichttriebwagen LT4. Die Fahrzeuge standen zunächst bis 1978 unter freiem Himmel in Mülheim/Ruhr und in Aachen am Gut Melaten abgestellt. Der LT4 wurde 1978) vom Deutschen Straßenbahnmuseums (DSM) übernommen. Das DSM ist der Vorgänger des dann vom Vorgänger des Hannoverschen Straßenbahnmuseums (HSM).

So richtig konnten die neuen Besitzer mit dem Fahrzeug wohl nichts anfangen. Zu Fahrbetrieb auf normalspurigen Eisenbahngleisen ist ein Meterspurfahrzeug nicht unbedingt geeignet! Immerhin konnte man das Fahrzeug vorzeigen: Ein Foto davon ist auf Sylter-Duenenexpress.php, Abruf 3.12.2017 dokumentiert. Im Freien verrottete das Fahrzeug immer weiter. Schließlich wurde der Leichttriebwagen in einer Halle ein wenig versteckt untergestellt. So wie es sich auf den 2008 und 2011 gefertigten Fotos darstellt, wurde an dem Fahrzeug auch gearbeitet. Das bestätigt ein Satz in der oben verlinkte Webseite: Ein Restaurierungsversuch scheiterte Anfang der 1990er-Jahre am schon damals schlechten Allgemeinzustand und an der mangelnden Perspektive, ein solches Fahrzeug auf den regelspurigen Gleisanlagen des Museums überhaupt einsetzen zu können.


Bild: Leichttriebwagen LT4 der Sylter InselbahnZiemlich ramponiert zeigte sich das Fahrzeug noch im Mai 2011. Immerhin lässt sich das Prinzip erkennen: Es handelt sich um eine Zugmaschine mit Sattelzugauflieger. Der Aufleger dient zur Aufnahme der Fahrgäste.

Die Werkstatt der Sylter Inselbahn hatte auf Basis des Borgward B 4000 in der Version als Sattelzugmaschine insgesamt fünf dieser Fahrzeuge gebaut. Die Firma Köhler aus Elmshorn lieferte die Eisenbahnachsen. Die Aufbauten des Aufliegers wurden unter Verwendung seinerzeit handelsüblicher Omnibusteile gebaut. Für die hinteren zweiachsigen Drehgestelle des Aufliegers konnten altbauchbare Drehgestelle von ausrangierten Personenwagen der Sylter Inselbahn verwendet werden.

Grund für die Konstruktion dieser seltsamen Triebwagen waren die auf Sand gebauten Gleise der Sylter Inselbahn. Die auf Kraftfahrzeugtechnologie basierenden Fahrzeuge wiesen eine geringere Achslast als Schmalspurdampflokomotiven auf.

Bild: Leichttriebwagen LT4 der Sylter Inselbahn
Bild: Leichttriebwagen LT4 der Sylter Inselbahn
Der „Triebkopf” wird von der Säule weitgehend verdeckt.
Bild: Leichttriebwagen LT4 der Sylter InselbahnFotos links und oben: Vom Aufliegerkasten wurde die Außenverblechung entfernt, so dass dessen Gerippe sichtbar ist.

Das monochrome Foto entstand aus einem fehlbelichteten Farbfoto vom März 2003.

Bild: Leichttriebwagen LT4 der Sylter InselbahnFoto links: Das fast leere Innere des Motorvorbaus im Mai 2011. Die Stoßstange bzw. Pufferbohle wirkt aufgrund der Perspektive sehr breit.

Der Borgward 4000 wurde mit einem 6 Zylinder 4-Takt Dieselmotor von 110 PS bei 2800 U/min angetrieben. Bei der Ausführung als Pritschenwagen wird sein Leergewicht mit 3490 kg, seine Nutzlast mit 4000 kg angegeben.

Laut deutscher Wikipedia[Suchbegriff „Sylter Inselbahn”, Abruf 6.12.2017] betrug die Motorleistug lediglich 90 PS. Dort wird die Gesamtlänge mit 14,4 m und die maximale Anzahl Fahrgäste mit 88 bei 53 Sitzplätzen angegeben. Außerdem konnten Personen- oder Gepäckwagen angehängt werden.
Bild: Der Leichtriebwagen LT3 der Sylter Inselbahn (vermutlicch in den 1960ern)
Der Leichtriebwagen LT3 der Sylter Inselbahn (vermutlicch in den 1960ern)
Der Ausschnitt aus einem 7*10,2 cm großen Foto (Sammlung Hans-Peter Martin) zeigt den Leichttriebwagen LT3 der Syltter Inselbahn. Seine Besonderheit ist die runde Luke auf der Führerkabine. So etwas findet sich eher an Militärfahrzeugen. Luken auf dem Führerhaus sollen es dort beispielsweise ermöglichen, Schusswaffen während der Fahrt zu benutzen.

Letztes Upload: 08.12.2017 um 14:34:34