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Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt:
E-Lok E04

Bild: Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt, E-Lok E04 Betriebsnummer 204 007-9
Bild: Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt, E-Lok E04 Betriebsnummer 204 007-9, Federtopfantrieb
Diese E04 mit der Achsfolge 1' Co 1' wurde von der AEG mit der Baunummer 4687 anno 1933 an das Bahnbetriebswerk Leipzig Hbf West geliefert.

In ihrem bewegten Leben zog sie bis 1976 Schnell-, Personen-, Durchgangs-, Eil- und Leergüterzüge. Jetzt sieht sie etwas mitgenommen aus - zumindest die Stirnscheinwerfer hat jemand abgebaut.

Sie hat einen „Federtopfantrieb”. Beim Federsternantrieb (eine amerikanische Entwicklung) sind die Motoren vollständig abgefedert. Die Kraft wird den Rädern über die Speichen zugeführt. Durch die hohle Motorwelle läuft die Laufachse. Zwischen den Mitnehmern und den Speichen sind Federelemente eingebaut. Walter Kleinow von der AEG hat diesen Antrieb weiter entwickelt. Als „Federtopfantrieb” erschien er 1925. Er wurde später serienmäßig in die Lokomotiven der Baureihen E17, E04, E18 und E19 eingebaut.

Die Tatsache, dass so eine frühe E-Lok in Mitteldeutschland eingesetzt wurde, hat zwei Gründe. In Mitteldeutschland wird (oder wurde) zwar Braunkohle gefördert, aber keine Steinkohle. In einer Lokomotive kann man nur Steinkohle bester Qualität verheizen, denn sie bildet verhältnismäßig wenig Schlacke und ermöglicht es so, die Feuerung bei mehrstündigen Fahrten gangbar zu erhalten. Braunkohle ist zur Verfeuerung in Dampflokomotiven nicht geeignet, so dass die Steinkohle teuer nach Mitteldeutschland transportiert werden musste.

Aber in einem stationären Elektrizitätswerk kann man minderwertige Brennstoffe -wie Braunkohle- gut verfeuern. So wurde für die erste elektrische Vollbahn in Preußen, die am 18.Januar 1911 auf der Strecke Bitterfeld-Dessau in Betrieb genommen wurde, das Bahnkraftwerk beim Bahnhof Muldenstein an der Strecke Berlin-Halle, etwa 5 km nördlich von Bitterfeld, mitten im Braunkohlerevier erbaut.

Der Mechanisierungsgrad war bereits damals so hoch, dass Arthur Fürst[101] stolz schreiben konnte: Eine Schaufel gibt es in dem Muldensteiner Kesselhaus überhaupt nicht mehr. Ein einziger Mann ist imstande, mehrere Kessel zu bedienen.

Somit wurde Mitteldeutschland zu einem Zentrum der elektrischen Zugförderung. Ein anderes Zentrum war Bayern, da man hier den Bahnstrom in Wasserkraftwerken erzeugen konnte.

Der zweite Grund ist ein militärpolitscher: Man war damals der Ansicht, dass beim elektrischen Betrieb Unterbrechungen des Eisenbahnverkehrs leicht möglich seien. Fällt ein Bahn-Elektrizitätswerk aus, ist eine ganze Region betroffen. Die Dampfloks dagegen sind unabhängig. Deshalb hat man nur Strecken elektrifiziert, die für die Landesverteidigung keine zentrale Bedeutung hatten.

Dies war der zweite Grund, aus dem man die Strecke Bitterfeld-Dessau für den Probebetrieb ausgewählt hatte. Sie hatte nur eine geringe Bedeutung für den Verkehr und konnte leicht durch Benutzung der Hauptstrecke Magdeburg-Halle-Leipzig umfahren werden.

Das Steinkohlenmangelproblem führte in der damaligen DDR dazu, dass viele der Dampflokomotiven auf Ölfeuerung (und später wieder auf Kohlefeuerung) umgebaut wurden.

Für Informationen zur Geschichte dieser Lokomotive möchte ich auf die Website der Eisenbahnfreunde Staßfurt e.V. verweisen.

Daten der Baureihe E04
Benennungen:DB: 104 DR: 204
Typ:Schnellzuglokomotive. Die E04 23 war die erste Ellok mit Wendezugsteuerung.
Bauart/Achsfolge:1' Co 1'
Antrieb:Einzelachsantrieb, 3 Motoren, 15 Fahrstufen
Gebaute Exemplare:23
Baujahre:1933-1934
Treibraddurchmesser:1600 mm
Laufraddurchmesser:1000 mm
Geschwindigkeit:110 km/h, ab der E04 09 erhöht auf 130 km/h
Daten der Lokomotive Betriebsnummer 204 007-9
Hersteller:AEG
Baujahr:1933
Gewicht:92,0 t
Reibungsgewicht:61,4 t
Stundenleistung:2190 kW
Anfahrzugkraft:15500 kp
Dauerzugkraft:6480 kp
Länge ü. P.:15120 mm
Geschwindigkeit:110 km/h

Letztes Upload: 17.02.2018 um 06:36:03