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Eisenbahnbrücken im Vogtland:
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Die Sächsisch-Baierische Eisenbahn-Compagnie begann 1841 mit dem Bau des sächsischen Teils der Strecke Leipzig - Hof. Die Trasse zwischen Werdau und Hof war bei Baubeginn noch nicht festgelegt. Die Trasse sollte an keiner Stelle eine Steigung von 1% überschreiten. Der Ingenieuroffizier Robert Wilke sollte die Trasse Werdau - Hof ermitteln.
Bild: Vogtlandbrücken, LageplanDas Ergebnis war äußerst unerfreulich, denn Wilke fand nur eine einzige geeignete Streckenführung: über Reichenbach, Netzschkau und Plauen. Dazu mussten die tief eingeschnittenen Täler der Flüsse Göltzsch und Weiße Elster überbrückt werden.

Die Bahngesellschaft beauftragte unabhängige Gutachter. Sie kamen zu der Erkenntnis, dass Robert Wilke die optimale Streckenführung ermittelt hatte und wiesen auf die Haltbarkeit der römischen Viadukte hin.

Die Bahngesellschaft schrieb am 27.1.1845 einen Architekturwettbewerb aus. Er erbrachte 81 Entwürfe. Jedoch keiner der Entwürfe genügte den Anforderungen der Bahngesellschaft. Die Prüfungskommission arbeitete deshalb eigene Entwürfe für beide Brücken aus.

Im gleichen Jahr, bereits vor der Detailplanung, hatte man mit Einrichtung der Baustellen und den erforderlichen Rodungen begonnen. Anfang 1846 begann das Ausheben der 14 Gruben für die Pfeiler der Göltzschtalbrücke. Am 31.Mai 1846 wurde offiziell der Grundstein gelegt.

Die Grundsteinlegung für die Elstertalbrücke wurde auf den 7.November 1846 verschoben, denn man entdeckte bei den Grabungen für die Pfeiler den Stollen eines längs vergessenen Eisenbergwerks.

Die hohen Kosten für die beiden Brücken überschritten die finanziellen Möglichkeiten der Sächsisch-Baierischen Eisenbahn-Compagnie. Der Staat Sachsen steuerte Gelder bei - die Folge war, dass die Bahngesellschaft am 1.April 1847 in den Besitz des Staates Sachsen gelangte. Mit dem neuen Namen der Bahngesellschaft näherte sich die Schreibweise des Freistaates Bayern an die heutige Schreibweise an: Sächsisch-Bayerische Staats-Eisenbahn.

Die beiden Brücken sind großartige Bauwerke. Gleichzeitig sind sie Zeugen einer nicht fundierten finanziellen Planung.


Aus der Leipziger Zeitung vom 17.November 1845:

Sächsisch-Baierische Eisenbahn
Z i e g e l l i e f e r u n g

Zur Lieferung von Ziegelsteinen für die in die Sächsisch-Baierische Eisenbahn fallende Ueberbrückungen des Göltzsch- und Elsterthales zwischen Reichenbach und Plauen wird hierdurch eine Concurrenz eröffnet.

Lieferungslustige haben ihre, bis Ende Januar 1846 verbindlichen Anerbietungen, bei welchen

  • der Preis, welcher für 1000 Stück gefordert wird,
  • der Ort, wohin geliefert werden soll,
  • der früheste Termin, von welchem an geliefert werden kann,
anzugeben ist, bis höchstens den 15.Dezember d. J. entweder an das unterzeichnete Directorium oder den Herrn Oberingenieur Hauptmann Wilke in Reichenbach zu richten.

Nach Befinden werden alsdann unter Feststellung der näheren Lieferungsbedingungen die Contracte sofort abgeschlossen werden.

Im Allgemeinen ist schon jetzt zu bemerken, daß die Ziegel aus Lehm, welcher von Steinen und Kalktheilen völlig frei ist, hergestellt werden und im genannten Zustande nach Dresdner Maße 113/4 Zoll lang, 53/4 Zoll breit und 23/4 Zoll hoch sein müssen.

Als Lieferungsorte können alle für die Anführe, die Ablagerung und das Verladen der Ziegel geeigneten Punkte an der Eisenbahnlinie zwischen Crimmitzschau und dem Communicationswege von dem Dorfe Reißig bei Plauen nach dem Dorfe Jößnitz angenommen werden.

Anbietungen von weniger als 5 Millionen Stück finden keine Berücksichtigung; gleichwohl aber können sich kleinere Lieferanten zur Lieferung einer Quantität von diesem oder größerem Umfange unter sich vereinigen, nur hat in solchem Fall ein einzelner als für die Offerte verbindlich sich zu melden.

Leipzig, den 14.November 1845.


Letztes Upload: 14.02.2017 um 19:43:30