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Kirchhof Hoo St Werburgh
(Teil 2)

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England, Halbinsel Hoo in Kent:
Kirchhof Hoo St Werburgh (Teil 1) und Kirchhof Cooling (Pit's Graves)

Hoo St. Werburgh

Hoo ist eine Halbinsel am Südufer der Themsemündung unmittelbar westlich der Einmündung des Flusses Medway in die Themse.

Hoo St Werburgh heißt eines von mehreren Dörfern auf dieser Halbinsel. Die nächstgelegene größere Stadt ist Rochester. In Hoo St. Werburgh leben etwa 7500 Einwohner; die Zählung 2001 ergab 7356 Einwohner. Bis 1968 hieß das Dorf einfach „Hoo”. Am 10.9.1968 wurde es offiziell in „Hoo St Werburgh” umbenannt.

Bild: Kirche St. Werburgh, Halbinsel Hoo, Kent (29.12.2016) Bild: Kirche St. Werburgh, Halbinsel Hoo, Kent (29.12.2016)
Bild: Kirche St. Werburgh, Halbinsel Hoo, Kent (29.12.2016)
Von einer englischen Gemeindekirche erwartet man, dass sie uralt ist. Diese Erwartung wird von St. Werburgh auf der Halbinsel Hoo in Kent/England erfüllt: Teile ihrer Bausubstanz gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Selbstverständlich stand bereits vorher ein anderes sächsisches Gebäude auf dem kleinen Kirchhügel!
Bild: St. Werburg, Hoo, Gräber auf dem Kirchhof (12.7.2009)
Der Kirchhof erfüllt die Erwartungen, die man als vom Festland kommender Tourist von englischen Kirchhöfen hat. Die meisten Gräber sind alt, die Inschriften sind verwittert, die Vegetation ist üppig. Nach Norden zum Dorf hin ist der Kirchhof durch eine Mauer abgegrenzt. Nach Süden, zur Landschaft hin, fehlt eine solche Abgrenzung. Man kann sich gut vorstellen, dass früher auf dem freien Kirchhofsgelände Wäsche getrocknet wurde oder dass dort Vieh weidete.

Das Foto oberhalb zeigt eine Gruppe Gräber mit ihren seltsamen Grabsteinen.

Bild: St. Werburg, Hoo, Gräber auf dem Kirchhof (12.7.2009)
Diese Gruppe von Gräbern ist neuer. Das auf dem Foto rechte Grabmal mit der walmdachartigen Grabplatte trägt eine Inschrift, die auf eine letzte Beisetzung in den späten 1930ern hinweist. Beim Grab ganz links scheint ein erhabene Grabplatte zu fehlen. Die Grabplatte beim Grab in der Mitte hat eine seltsame Form. Diese Form ist bei den alten Gräbern auf der Halbinsel Hoo mehrfach anzutreffen. Die Form der Grabsteine wird im Englischen als „stone lozenges” bezeichnet. Übersetzt bedeutet es „rautenförmiger Stein”, obwohl es sich im geometrischen Sinne nicht um eine Raute handelt. Die Bezeichnung geht auf den Schriftsteller Charles Dickens (*1812; †1870) zurück.

Der folgende Abschnitt über Pit's Graves ist eine Ergänzung zu dem vorgehenden Absatz.

Hier geht es weiter zur Folgeseite über den Kirchhof Hoo St Werburgh (Teil 2).

Cooling (Pit's Graves)

Ebenfalls auf der Halbinsel Hoo liegt das Dorf Cooling. Es zählte 2001 nur 209 Einwohner. Die kleine Dorfkirche St. James stammt hauptsächlich aus dem 13. Jahrhundert.
Bild: Pit's Graves in Cooling, St. James Kirchhof, 12.7.2009Es wird vermutet, dass diese Gräber Charles Dickens die Anregung zur Eröffnungsszene seine Romans „Great Expectations” gegeben haben. Er beschreibt in dem Roman zwar nur fünf rautenförmige Steine, aber die mit 1½Fuß angegebene Länge passt. Genaueres steht in dem himmelblauen Kasten weiter unten auf dieser Seite.
Zum Foto: Es handelt sich um 13 Säuglings- bzw. Kindergräber. Die Kinder starben an Sumpffieber. Drei Kinder der Familie Rose-Baker starben 1837, 1837 und 1854 im Alter von 1, 3 und 5 Monaten. Ihre Grabsteine sind links auf dem Foto zu sehen.

Die 10 weiteren Grabsteine rechts im Foto markieren die Gräber von 10 Kinder der Familie Comport. Der Kinder starben im Alter von bis zu 17 Monaten, nur eines erreichte das Kindesalter. Auch hier war die Todesursache Sumpffieber.

Charles Dickens: Great Expectations, 1. Kapitel:
To five little stone lozenges, each about a foot and a half long, which were arranged in a neat row beside their grave, and were sacred to the memory of five little brothers of mine - who gave up trying to get a living, exceedingly early in that universal struggle - I am indebted for a belief I religiously entertained that they had all been born on their backs with their hands in their trousers-pockets, and had never taken them out in this state of existence.
Fünf kleinen rautenförmigen Grabsteinen, jeder anderthalb Fuß lang, in einer ordentlichen geraden Reihe neben ihrem Grab angeordnet und dem Gedenken meiner fünf kleinen Brüdern geweiht - die den Versuch, ins Leben zu gelangen außerordentlich früh in jenem allumfassenden Kampf aufgegeben hatten - bin ich für den religiös verspielten Glauben zu Dank verpflichet, allesamt seien sie auf ihren Rücken liegend und mit ihren Händen in ihren Hosentaschen geboren worden, und hätten diese in diesem Dasein niemals herausgenommen.
„Neben ihrem Grab” bezieht sich auf das elterliche Grab. Die Novelle „Great Expectations” (Große Erwartungen) wurde von Dezember 1860 bis August 1861 in wöchentlichen Fortsetzungen in „All the Year Round” veröffentlicht. Die erste Buchausgabe erschien im Juli 1861. Der fiktive Erzähler des Romans ist ein Knabe mit dem Namen „Pit”.
Bild: Pit's Graves in Cooling, St. James Kirchhof, 12.7.2009
Dies Foto zeigt einen weiteren Liegestein auf dem Kirchhof von St. James. Teile der Inschrift sind auf dem Original des Fotos noch zu entziffern: [...] ELIZABETH [...] OF COOLING CASTLE WHO DIED THE 7th OF MARCH 1842 AGED 6 YEARS.

Letztes Upload: 11.01.2017 um 08:44:33