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Innen am Zaun um den Friedhof Ohlsdorf:
Islamische Grabfelder (Bn72 und Bo72)

Ehrenfeld der Geschwister-Scholl-Stiftung Der Bahá'í-Friedhof
Bild: Friedhof Ohlsdorf, islamisches Grabfeld in Bo72 (24.11.2013)
Hier liegen zwei isalamische Grabfelder nahe nebeneinander. Das Grabfeld in Bn72 ist nicht an eine Gemeinde gebunden. Benachbart, in Bo72, liegt das Grabfeld der iranisch-islamischen Gemeinde.

Bas Foto oberhalb blickt von Bn72 nach Bo72. Auffallend sind die vielen Porträts an den häufig schwarzen Grabsteinen. Sogar einige Engel sind inmitten der dicht gedrängten Grabstätten zu sehen!

Bild: Friedhof Ohlsdorf, islamisches Grabfeld in Bn72 (24.11.2013)
Auch das Grabfeld in Bn72 macht einen unruhigen Eindruck. Die sehr unterschiedliche Grabmalgestaltung trägt dazu bei.

Die Blumenbeete machen einen etwas ungepflegten Eindruck. Das liegt daran, dass die Muslims keine Grabpflege im Sinne der deutschen Friedhofskultur kennen. Die Gräber gelten bei ihnen als unantastar.[233,Seite 170]

Bild: Friedhof Ohlsdorf, islamisches Grabfeld in Bo72 (24.11.2013)Die Gräber sind von Nordost nach Südwest ausgerichtet. Die Beschriftung des Grabsteins zeigt nach Nordosten. Die Grabrichtung unterschiedet sich somit um 90° von der auf dem Grabfeld der Bahá'í. Dennoch blicken die hier Beigesetzten nach Mekka zur Kaaba in Richtung Südosten: Ihre Körper liegen auf der rechten Körperseite mit Kopf im Südwesten und Füße im Nordosten.

Der islamische Bestattungsbrauch kann in Deutschland nicht vollständig eingehalten werden. Gemäß islamischer Tradition soll die Bestattung innerhalb von 24 Stunden nach dem Hinscheiden abgewickelt sein. Dagegen steht, dass in Deutschland deutlich längere, nach Bundesland unterschiedlich geregelte, Wartefristen gelten.

In einigen Bundesländern herrscht Sargpflicht. Einige Bundesländer, wie seit 1998 mit Einschränkungen auch Hamburg, lassen Beisetzungen ohne Sarg zu.

Der Leichnam soll in der Regel von den nächsten Verwandten (eine Frau wäscht eine Frau, ein Mann einen Mann) gewaschen und anschließend in Leichentücher eingehüllt werden. Dies ist seit 1997 in der Kapelle 11 möglich.

Männliche Verwandte tragen den Transportsarg zur Grabstätte. Das Grab wird durch die Trauergemeinde geschlossen.

Das Grab darf nicht geräumt werden. Hier besteht wohl die Möglichkeit, nach und nach Verlängerungen der Grabnutzungdauer zu erwerben.


Literatur:
  • Christine Behrens: Islamische Bestattungskultur zwischen Tradition und Anpassung in OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur, Mai 2003. Das mit „in der Regel” beginnende Zitat ist diesem Artikel entnommen.
  • K. Antonia Schäfer: Wie Muslime in Deutschland die letzte Ruhe finden, Zeitung „Die Welt”, datiert 17.11.2013.

Letztes Upload: 15.05.2017 um 17:05:29