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Friedhof Ohlsdorf • Im und beim Heckengarten:
Grabmale Brüst, Luetkens/Kähler und Mählmann

Grabmal-Freilichtmuseum im Heckengarten „Susie”, das keltisches Kreuz
Bild: Grabmal-Freilichtmuseum im Heckengarten, Grabmal Brüst (4.11.2012)Die drei auf dieser Seite gezeigten Grabmale könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie stehen in der nordöstlichen Ecke des Grabmal-Freilichtmuseums im Heckengarten unmittelbar nebeneinander.

Beim Grabmal Brüst scheint eine Eiche auf das Grabmal gefallen zu sein. Das Grabmal wird auf um 1797 datiert. Links hängt eine Blumengirlande herab. Die nicht mehr vollständig lesbare Inschrift nimmt auf beide Motive Bezug:
„Sanfte Schönheit
milde Güte
Holde Tugend
schlummert hier
Anna Juliana Paulina Brüst geb. Brandt,
... fiel in ihrer Blüthe
...Thränen folgten...”.

Die Verschlussplatte der Gruft trug die Inschrift:
Ruhe-Städte für Luer Brüst dessen Frau und Kinder nach des Letzten Todes in 15 Jahren nicht zu eröffenen.

Der Text auf dem Grabstein bezieht sich auf Anna Juliana Paulina Brüst (*26.1.1773; †16.12.1797). Ihr Bruder war der Reeder Wilhelm Brandt, Erbauer des Landhauses Brandt an der Elbchaussee. Der Domherr Friedrich Johann Lorenz Meyer hatte die Gestaltung des Grabmals heftig kritisiert. Es sei angemerkt, dass auf dem Grabstein ursprünglich eine Totenurne stand und dass auf dem Baumstamm eine Nachteule saß.[203, Seiten 76,77]

Es handelt sich um ein sogenanntes Baumstumpfgrabmal.
 i Symbolische Aussage eines Baumstumpfgrabmals


Bild: Grabmal-Freilichtmuseum am Heckengarten, Grabmal Luetkens/Kähler (4.11.2012)
Bild: Grabmal-Freilichtmuseum am Heckengarten, Grabmal Luetkens/Kähler (4.11.2012)Ganz anders sieht das Grabmal Luetkens/Kähler von wohl 1796 aus. Eine junge Frau liegt halb aufgerichtet auf einem Sarkophag und blickt aufwärts. Sie stützt sich auf einem rosenverzierten Anker ab. Somit wird Hoffnung, Verwurzelung im Glauben und Treue über den Tod hinaus ausgedrückt.
Bild: Grabmal-Freilichtmuseum am Heckengarten, Grabmal Luetkens/Kähler (4.11.2012)
Der Sarkophag ist mit drei kleinen Reliefs geschmückt. Das linke Relief ist nur noch schwer zu erkennen. Es zeigt eine lesende kniende Frau. Vielleicht liest sie in der Bibel? Rechts neben ihr ist ein Knabe(?) dargestellt, der eine Fackel löscht. Das rechte Relief zeigt einen Vogel. Er fliegt zur Sonne und somit dem Himmel entgegen.
Die immer noch lesbare Inschrift auf der großen Schriftplatte lautet:
„Das Ewige ist zu der Quelle gegangen.
Das Sterbliche hat hier die Erd empfangen.”

Aus der Inschrift lässt sich ableiten, dass der Moment des Todes dargestellt wird.[203, Seiten 70]

1794 hatten Friedrich Luetkens (*28.7.1741; †18.1.1810) und sein Schwiegersohn Joachim Kähler (*5.7.1759; †10.6.1819) das Gewölbegrab auf dem Begräbnisplatz der Kirche St. Petri erworben.[203, Seite 130]

Bild: Grabmal-Freilichtmuseum am Heckengarten, Grabmal Mählmann (4.11.2012)Grabmal Peter Mählmann von 1810: Geradezu morbid ist die Darstellung des Totenschädels. Es scheint, als ob ihn jemand auf eine abgebrochene Säule gelegt hätte, denn er ist mit Knochen dekoriert.

Der schüchternde Pflanzenbewuchs war wohl nicht beabsichtigt - aber an dieser Stelle symbolisiert er den Kreislauf des Lebens.


Letztes Upload: 26.03.2017 um 17:17:10