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Rundweg um den
Hauptfriedhof Ohlsdorf (Ilandkoppel)

Die Lindenallee an der
Rückseite der Aussegnungshalle

Auswahl-
seite Ohlsdorf

Jüdischer Friedhof Ohlsdorf (Ilandkoppel in Hamburg):
Leitseite

Hinweis auf externe Links:

Der Jüdische Friedhof Ohlsdorf an der Ilandkoppel ist etwa 10  ha groß. Die Bereiche der sephardischen (portugiesische und spanische) und der aschkenasischen (ost- und mitteleuropäische und somit auch deutsche) Juden sind voneinander getrennt. Statt „sephardisch” scheint sich die nicht dudengerechte Schreibweise „sefardisch” einzubürgern.

Auf den aschkenasische Arealen herrscht die relativ schmucklose Stele vor. Im Bereich des neuen jüdischen Friedhofs fällt die Verwendung der russischen und persischen Sprache besonders auf. Nach 1945 kamen Neueinwanderer nach Hamburg.

Der jüdische Glaube fordert eine unangetastete Totenruhe bis zum Jüngsten Tag. Bereits das Ablegen von Blumen am Grabstein kann die Totenruhe stören.

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Von besonderem Interesse für Besucher des Jüdischen Friedhofs Ohlsdorf dürften sein:
  • Die Aussegnungshalle, auch Abdankungshalle genannt. Sie steht gleich am Friedhofseingang (und somit unter „Zurück zum Rundweg um den Hauptfriedhof Ohlsdorf”). Von hier aus führt eine Lindenallee zu den Grabstätten. Die Linden sind beschnitten, so dass die Baumäste kein Baumdach bilden.
  • Das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Es liegt der Aussegnungshalle gegenüber.
  • Die Ehrenanlage für die auf deutscher Seite im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten. Auch sie liegt bei der Aussegnungshalle, und zwar gleich am Friedhofseingang nach rechts praktisch am Friedhofszaun zur Ilandkoppel hin.
  • Die umgesetzten Grabmale des historischer Grindelfriedhofs. Umgesetzt wurden rund 450 Steine der ursprünglich etwa 8000 Grabmale. Sie sind unterteilt in den „Portugiesenfriedhof” der sephardischen Gemeinde und den „Grindelfriedhof” der aschkenasischen Juden. Der Grindelfriedhof wurde ab 1937 geräumt.
  • Eine Gedenkplatte und die ziemlich verrostete Pforte des ehemaligen Jüdischen Friedhofs am Neuen Steinweg (aschkenasische und sephardische Gräber, insgesamt 57 Bestattungen im Zeitraum Januar bis Mai 1814).
  • Die umgesetzten Grabsteine des zwischen 1939 und 1941 geräumten historischen Ottensener Friedhofs. Umgesetzt wurden etwa 285 Steine von ursprünglich etwa 9000. Sie sind neben den Grabmalen des Grindelfriedhofs zum Zaun hin aufgestellt.
Weitere Bereiche der Friedhofes sind
  • Neuer Jüdischer Friedhof
  • Neuer Portugiesenfriedhof (145 Steine)
  • Ehrenfriedhof für prominenten Mitglieder der Hamburger Gemeinden

Auf den sephardischen Arealen dominieren flache liegende Grabplatten, sarkophagartige Blöcke und langgezogene pyramidenartige Grabmale (fast in Zeltform). Sephardische Grabinschriften sind meist einsprachig (portugiesisch, seltener spanisch). Mitunter sind sie zweisprachig, d.h. zusätzlich hebräisch. Ornamente zeigen biblische Szenen, die auf den Namen des Verstorbenen anspielen. Als Totengedenksymbole werden Totenschädel, gekreuzte Knochen, Stundenglas, Engels- und Fledermausflügel verwendet.

Über die jüdischen Friedhöfe in Hamburg (historisch)

Glaubensflüchtlinge aus Portugal und Spanien waren die ersten Juden, die sich in Hamburg niederlassen durften. Hamburg wurde dadurch zur portugiesischsten Stadt Deutschlands. („Sepharad” bezeichnet im Buch Obadja ein nicht näher bestimmbares Exilland. Es wurde später mit Spanien gleichgesetzt. Das dortige friedliche Zusammenleben von Christen, Moslems und Juden brachte im Mittelalter eine bedeutende Kultur hervor.)

Jeder der jüdischen Friedhöfe hatte einen anderen gesellchaftlichen Stellenwert. Die Friedhöfe Königstraße und Ottensen wurden vor allem als Begräbnisplatz für berühmte Rabbiner und Gemeindeführer genutzt, Der Friedhof an der Königstraße ist der älteste jüdische Friedhof in Hamburg. Auf ihm wurde von 1611 bis 1869 bestattet. Die Nationalsozialisten räumten ihn nicht ab, sondern er sollte zur „Rassenforschung” erhalten bleiben.

Grindelfriedhof: Hamburg sperrte wegen kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Schweden seine Grenzen nach Dänemark. Vorher hatten die Hamburger Juden konnten ihre Toten im benachbarten dänischen Altona bestattet. Das konnten sie nun nicht mehr. Ersatzweise wurde 1711 der Grindelfriedhof auf Hamburger Gebiet angelegt.

Nach 1715 war die Grenze wieder offen. Der Grindelfriedhof wurde nun als Friedhof für die Juden der unteren Gesellschaftsschichten genutzt: Abtrünnige, uneheliche Kinder und Fremden die nicht der Gemeinde angehörten.

Nach 1835 jedoch verbaten die dänischen Behörden die Bestattung Hamburger Juden in Altona. Der Grindelfriedhof wurde der jüdische Hauptfriedhof in Hamburg.

Auf dem Jüdischen Friedhof Langenfelde wurden ausschließlich orthodoxe Mitglieder der Hamburger Gemeinde bestattet.

Auf dem Friedhof Königsreihe liegen die Wandsbeker Oberrabbiner bestattet.

Quellenangabe: u.a. Kirsten Heinson: Das jüdische Hamburg, ein historisches Nachschlagewerk, Göttingen 2006, Wallstein-Verlag.


Letztes Upload: 01.12.2016 um 14:24:07