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Ohlsdorfer Friedhof • Beim Wasserturm an der Cordesallee:
Grabmal Woermann, Kaufmann und Reeder (Q24,1-4/76-82)

Bild: Ohlsdorfer Friedhof, Grabmal Carl Woermann
Der Dichter Hans Kinau, besser bekannt als Gorch Fock, schrieb 1914: Hamburgs große Kaufleute würden in Ohlsdorf „wie alte germanische Helden im Waldesdunkel” ruhen. Er beschrieb aber auch, eine „beinahe heitere Gelassenheit überkommt mich zwischen den Grabreihen. Er erscheint nicht mehr zerstörend, der Tod, eher ordnend, schlichtend, vollendend.”

Zumindest das erste Zitat trifft auf das Familiengrab Woermann perfekt zu. Das zweite Zitat bezieht sich wohl eher auf die bescheideneren Gräber.

Auf dem Familiengrab der Familie Woermann im Planfeld Q24,1-4 und 76-82 unweit des alten Wasserturms findet man unter anderen die Grabsteine für

Carl Woermann 11.3.1813-25.7.1880, Kaufmann und Reeder und

Adolph Woermann 10.12.1847-4.5.1911, Kaufmann und Reeder

Adolph Woermann war zu seiner Zeit der größte Privatreeder der Welt. Der Brockhaus, Leipzig 1923, schreibt über die Familie Woermann (verkürzt zitiert, allerdings hat sich der Brockhaus beim Vornamen Adolph vertan):
Woermann, Karl, war Kunsthistoriker und Dichter. Sein Bruder Adolf ... leitete 1872-74 die seit 1852 bestehende Handelsniederlassung seines Vaters Carl Woermann in Liberia, wurde 1874 Teilhaber, 1880 Chef der Firma Carl Woermann in Hamburg, richtete eine westafrikanische Dampferlinie, die Woermannlinie ein ...Er erwarb 1884 das Kamerungebiet und übertrug seine Rechte an das Deutsche Reich, 1884-90 Mitglied des Deutschen Reichstags (national liberal), gest. 4.Mai 1911 in Hamburg.

Weitere Informationen:
Die Woermann-Linie (Artikel von 1939)

Bild: Afrikahaus, Große Reichenstrasse
Bild: Afrikahaus, Große Reichenstrasse, der Innenhof


Bilder und Informationen zum Afrikahaus
in der Großen Reichenstraße in Hamburg, dem Sitz der damaligen Reedereien. Die drei nachfolgenden Bilder zeigen das Afrikahaus (Große Reichenstraße 27, 1899 erbaut von Martin Haller und Hermann Geißler) von der Straße aus fotografiert, den Innenhof und einen der beiden afrikanischen Elefanten im Innenhof. Alle drei Bilder habe ich am 31.Dezember 2002 aufgenommen. Der prächtige Innenhof wurde 1998 in der alten Form wieder hergestellt.

Bismarck betitelte Adolph Woermann als „königlichen Kaufmann”, Albert Ballin bezeichnete Adolph Woermann bei dessen Ableben als „der größte Hanseat”. Ohne Frage war Woermann einer der ganz großen Gewinner der deutschen Kolonialpolitik. Im Ersten Weltkrieg verlor die Reederei allerdings fast alle ihre Dampfer.

Bild: Afrikahaus, Große Reichenstrasse, Innenhof, Elefantenstatue
Bild: Woermannhaus in Swakopmund, Namibia
Das Woermannhaus in Swakopmund/Namibia ist eine der Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Letztes Upload: 17.05.2017 um 17:47:21