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Ohlsdorfer Friedhof • Vom alten Wasserturm zum Eingang Kornweg:
Die „Primus”-Opfer

Umgebungskarte Wasserturm Robert Leo und Kinder
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Primus-Opfer
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Primus-OpferZweimal das gleiche Denkmal: Oben 2002, links 1905 nach einer Postkarte aus dieser Zeit. Die Bäume sind gewachsen, 2002 versperren sie die Sicht auf die Kapelle 5. Aber auch ohne die Bäume hätte man die Kapelle 5 nicht sehen können, denn sie ist während des Zweiten Weltkriegs abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Primus-Opfer
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Primus-Opfer Bild: Friedhof Ohlsdorf, Primus-Opfer
Diese Grabanlage liegt etwas abseits des Fußweges auf der nördlichen Seite im Planfeld U31. Es ist die letzte Ruhestätte von 78 Opfern des Unterganges des Ausflugsdampfers „Primus” auf der Elbe bei Nienstedten am 21.Juli 1902. Ursache war die Schiffskollision mit dem erheblich größeren Seeschlepper „Hansa” der Reederei HAPAG. Die Kollision fand in der Nacht vom 20. auf den 21.Juli 1902 kurz nach Mitternacht statt. Auf einer der Texttafeln an der Grabanlage wird der Hergang wie folgt beschrieben:
Durch Zusammenstoß der „Hansa”
mit dem „Primus” fanden in der Nacht vom
20. auf den 21.Juli 1902
auf der Elbe bei Nienstedten
101 Personen,
Mitglieder und Freunde der
Liedertafel „Treue” von 1887
zu Eilbeck,
ihren Tod in den Fluten.

Das Todesdatum ist auf den Grabsteinen nicht angegeben, da es mit dem Untergangsdatum übereinstimmt. Hinweis: Die beiden sich schmusenden Engel am Sockel der Statue sind nicht die Engel des Hintergrundbildes!


Der Raddampfer „Primus” wurde 1839 von Ditchburn & Mare an der Mündung des Bow Creeks in die Themse für die Itzehoer/Hamburger Dampfschiffahrts-Gesellschaft & Co. gebaut. Heute steht die Bahnstation Canning Town (Docklands Light Railway und London Underground) ziemlich genau dort, wo früher die Werft war.

Der erste Name des kleinen Dampfers war „Itzehoe”. Kapitän Pickenpack in Buxtehude kaufte ihn 1856. Er dürfte der vierte Eigner des nur 27,7 m langen Dampfers gewesen sein.

Zur Zeit des Unglücks gehörte das Dampfschiff den Kaufleuten Pickenpack und Hinck in Cranz an der Estemündung im Alten Land. Es befand sich auf der Rückfahrt von einem Kirscherntefest in Cranz nach Hamburg und war mit 185 bis 214 Personen leicht überbesetzt.

Durch die Kollision ist vermutlich Wasser in den Kesselraum eingedrungen und es kam zu einer Explosion. Eine Stichflamme löste bei den Passagieren Panik aus. Viele sprangen über Bord und ertranken. Der Raddampfer „Primus” sank innerhalb einer Viertelstunde.

Später wurde er gehoben, repariert und von neuen Eignern unter dem Namen „Buxtehude” wieder in Fahrt gebracht. Das Unglücksschiff wurde jedoch von den Fahrgästen gemieden und verschwand bald von der Elbe. Nach 1906 wurde die Buxtehude ex Primus auf der Elbe nicht mehr gesehen. 1910 wurde das Schiff verschrottet.[221,Seiten 34,75,76]

Seitenraddampfer „Primus”
Werft:Ditchburn & Mare, Blackwall bei London
Stapellauf:1839
Abwrackung:1910
Einsatzgebiet:Niederelbe
Eigner:Pickenpack & Hinz, Cranz (zur Zeit des Unglücks)
Länge:22,73 m über alles
Breite:Rumpf: 3,07 m, über Radkästen: 7,92 m
Tiefgang:maximal 0,63 m
Verdrängung:60 t
Vermessung:24 NRT
Maschine:2 * Zweizylinderdampfmaschine 25 PSi (?)
Besatzung:dr...7 Mann
Fahrgäste:zugelassen für 172 Passagiere
Anmerkungen:Technische Daten laut deutscher Wikipedia, Suchbegriff „Primus (Schiff)”, abgerufen am 31.5.2015. Die dortigen Angaben zu den Maschinen sind nicht eindeutig genug und wurden deshalb mit einem Fragezeichen versehen.

Die exakte Opferanzahl konnte nicht ermittelt werden, da die exakte Anzahl der Fahrgäste nicht bekannt war. In verschiedenen Quellen werden 101, 102 oder 103 Opfer genannt.

Auf einer Gedenktafel am nördlichen Elbufer von Nienstedten bei „Jacobs Treppe” steht statt „Blackwall” fälschlich „Blackwill”.


Letztes Upload: 18.05.2017 um 06:40:37