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Ohlsdorfer Friedhof • Vom alten Wasserturm zum Eingang Kornweg:
Historische Kriegerdenkmale

Deutsche Soldatengräber 1914-1918 Grablegung Jesu  und FINIS VITA - NON AMORIS
Die Hauptinformationsquelle für diesen Teil meiner kleine Website ist die Zeitschrift Ohlsdorf-Online Nr.70 vom August 2000. Aus dieser Quelle stammt auch die kursiv gekennzeichneten Zitate auf dieser Seite.

Am Nebenzugang zu den deutschen Soldatenfriedhöfen von der Mittelallee aus stehen mehrere historische Kriegerdenkmale und bilden ein kleines Denkmalmuseum. Mir sind aus dieser Sammlung vier Denkmäler besonders aufgefallen.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabplatte Das letzte Lied/Am Grabe in Polen (11.10.2002)
Diese Gedenkplatte erinnert an den am 4.12.1914 in Polen gefallenen Sohn der Familie Bove-Rode mit dem Gedicht: „Am Grabe in Polen”.

Das letzte Lied hat ausgeklungen
Das Dir der Steppenwind hat gesungen
Und lind und sacht
Hat Dir der Schnee Dein Bett gemacht
Und Dich in tiefste Ruh gewiegt
Mein Kamerad nun magst Du träumen
Wie unter den verschneiten Bäumen
So fern und weit
Zur Weihnachtszeit
Dein Elternhaus in Frieden liegt.

Die Platte wurde 1998 von der ehemaligen  i Familiengrabstätte (Löwengrab) hierher gebracht.


Bild: Friedhof Ohlsdorf, Denkmal für die Gefallenen der Baudeputation (20.7.2011)
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Denkmal für die Gefallenen der Baudeputation (20.7.2011)Der Gedenkplatte unmittelbar gegenüber steht dieser große Gedenkstein. Er lagerte fast vergessen auf einem Materialplatz der Tiefbauabteilung in Billstedt. Er ehrt die 168 im Ersten Weltkrieg gefallene Mitarbeiter der Baudeputation. 1993 wurde er hier aufgestellt. Der Entwurf zu diesem Stein ist dem Bildhauer Richard Kuöhl zuzuschreiben.

Die auf dem Foto nur schwer lesbare Inschrift lautet:

Einhundert und
achtundsiebenzig
Angehörige der
Baudeputation
liessen ihr Leben
für das
Vaterland
im Weltkriege
1914 - 1918

Der Ehrung ihres
Andenkens ist
dieser Stein
geweiht

Auf der Rückseite des Steines wird weniger aufwändig an den Zweiten Weltkrieg erinnert.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Walter Roy, „Ich trage die Fahne” (11.10.2002)
Das Grabmal für den Fähnrich Walter Roy stand urspünglich im Bereich des Millionhügels im Planfeld AD14.[225,Seite 88] Danach lag es fast 30 Jahre lang unbemerkt auf einem Lagerplatz und befindet sich seit 1997 zusammen mit dem teilweise rekonstruierten Sockel hier. Der Entwurf stammt von dem Bildhauer Kunstprofessor Arthur Bock. Es stellt einen aufgebahrten Fahnenträger mit entblößtem Oberkörper dar. In der rechten Hand hält er das Schwert, links die Fahne. Die Inschrift ist dem „Cornet” von Rainer Maria Rilke entnommen. Hier schreibt Rilkes fiktiver Vorfahre Christoph Rilke während des Krieges gegen die Türken 1663 einen Brief an seine Mutter:

Meine gute Mutter,
seid stolz: Ich trage die Fahne,
seid ohne Sorge: Ich trage die Fahne,
habt mich lieb: Ich trage die Fahne.

Er fällt am nächsten Tag in der Schlacht.


Rainer Maria Rilkes Jugenddichtung „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke” aus dem Jahre 1899 war zwischen 1912 und 1945 eine der in Deutschland meistgelesenen Dichtungen. Es ist Heldenliteratur in Reinkultur. Wie mein altes Lexikon besagt, war der„Kornett” der jüngste Offizier einer Eskadron. Er trug die Standarte (französisch: Cornette). Im 16. und 17. Jahrhundert gab es in einer Reiterkompanie den Kornettreiter, denn jede Reiterkompanie führte eine Standarte. Wer Rainer Maria Rilkes Jugenddichtung nachlesen möchte (das Werk ist nur etwa 2600 Worte lang): Bei Gutenberg.spiegel.de findet man mit einigem Suchen die Erzählung im World Wide Web.


Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Leutnant Julius Krause (11.10.2002)Der Leutnant Julius Krause starb 21jährig fürs Vaterland- eine lateinische Inschrift auf der Innenseite des Schildes lässt hier nicht den geringsten Zweifel aufkommen (Die Inschrift ist auf dem Bild nicht erkennbar). Am Sockel steht: Für das Vaterland sterben heißt im Andenken der Menschen ewig leben.

Nach dem antiken Vorbild des sterbenden Achill ließ die Mutter dem geliebten Sohn ein heroisierendes Denkmal nach dem Entwurf des Bildhauers Roland Engelhard setzten. Nach Ablauf der Grabstätte schenkte sie es dem Friedhof. Das Grabmal stand ursprünglich im Planfeld U32,196.[202,Katalognr. 8 und 733]


Letztes Upload: 23.02.2017 um 16:34:30