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Ohlsdorfer Friedhof • Vom alten Wasserturm zum Eingang Kornweg:
C.H.F. Müller alias „Röntgenmüller” (V30,428-435)

Robert Leo und Kinder Familiengrab Rachow ex Kien an der Kriegerehrenallee
Vom Kreisverkehr, in den die Kapellenstraße, die Kriegerehrenallee und und der Ostring einmünden, führt zwischen Kapellenstraße und Kriegerehrenallee ein ausgeschilderter Fußweg zur Grabanlage der Primus-Opfer. Vom Kreisverkehr aus das erste Grab rechts des Fußweges ist das Familiengrab Müller. Das Grabmal zeigt die Inschrift „Ruhestätte der Familie Florenz Müller”.
Bild: Familiengrab Florenz Müller / Röntgenmüller (8.2.2015)
Der 20-jährige gelernte Glasbläser Carl Heinrich Florenz Müller (*29.1.1845 Piesau/Thüringen; † 24.11.1912 Hamburg), später „Röntgenmüller“ genannt, richtete 1865 in Hamburg zwischen der Alexanderstraße und dem Steindamm eine bescheidene Werkstätte ein. Er fertigte zunächst künstlerisch gestaltete Hohlgläser. Seine Spezialität waren Imitationen von venezianischen Flügelgläsern des 16. und 17. Jahrhunderts.

1873 begann er mit der Fertigung von Glasgeräten für wissenschaftliche und technische Anwendungen. Die Herstellung von Ziergläsern ließ er in den nächsten Jahren auslaufen.

Im August 1881 fand in Paris die Erste Internationale Elektrizitätsausstellung statt. Auf ihr wurde u.a. die von Thomas Alva Edison entwickelte Glühlampe gezeigt. Bereits ein Jahr darauf produzierte Müller - als Erster in Deutschland - Glühlampen.

Wilhelm Conrad Röntgen überreichte am 28.12.1895 dem Vorsitzenden der Würzburger physikalisch-medicinischen Gesellschaft seine erste Abhandlung über die von ihm am 8.11.1895 entdeckten X-Strahlen mit dem Titel „Ueber eine neue Art von Strahlen”. Sehr schnell wurde seine Arbeit gedruckt, so dass Röntgen bereits am folgenden Neujahrstag an etwa 70 befreundete Wissenschafter erste Sonderdrucke seiner Abhandlung zuschicken konnte.[Monika Dommann: Die magische Büchse der Elektra, abgerufen 8.2.2015]

C.H.F. Müller versuchte unverzüglich, Röntgenröhren zu fertigen. Bereits im März 1896 wurde die erste Röntgeneinrichtung am Krankenhaus Eppendorf in Betrieb genommen. In ihr werkelte eine Röhre von Müller.

Leider erlitt C.H.F. Müller bei seinen Arbeiten mit Röntgenstrahlen Strahlenschädigungen. Er musste sich 1904 von der Leitung des Betriebs zurückziehen.

Philips Deutschland wurde 1926 in Berlin gegründet. Das Lieferprogramm umfasste anfänglich vier Produktreihen: Lautsprecher, Gleichrichter, Netzanschlussgeräte und Ersatzröhren.

Bereits 1927 erwarb Philips die Firma C.H.F. Müller („Röntgenmüller“) in Hamburg

In den Jahren 1929/30 wurde ein seinerzeit neuzeitlicher mehrstöckiger Zweckbau aus Beton und Glas in der Nähe des Hamburger Flughafens an der Straße Fuhlsbüttler Damm erbaut. Der Straßenabschnitt vor dem Zweckbau wurde 1931 in „Röntgenstraße” umbenannt. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg ohne Beschädigungen. Das Werk und seine Produktionsvielfalt wurden mehrfach erweitert und modernisiert.

Noch bis etwa 1987 firmierte das Werk unter C.H.F. Müller Röntgenwerk. 1987 wurde es in Philips Medical Systems DMC GmbH umbenannt. DMC steht für „Development and Manufacturing Centre”.


Ein Teil der Biografie basiert auf Anita Kuisle: „Müller, Carl Heinrich Florenz” in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 444 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn12840566X.html, abgerufen am 5.2.2015

Außerdem verwendet: http://www.zeit.de/1949/29/seit-1896-roentgenroehren, abgerufen am 5.2.2015

Hinweis zur Röntgenstraße: Die Röntgenstraße bildet die Stadtteilgrenze zwischen den Stadtteilen Fuhlsbüttel und Ohlsdorf. Die Philips Medical Systems liegt - wie auch die Strafvollzugsanstalt Fuhlsbüttel - im Stadtteil Ohlsdorf.


Wir gehen an den Primusräbern vorbei zurück zum Fußweg und folgen ihm in der alten Richtung (Nordost).

Letztes Upload: 23.02.2017 um 16:34:30