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Ohlsdorfer Friedhof • Vom alten Wasserturm zum Eingang Kornweg:
Grablegung Jesu und FINIS VITA - NON AMORIS

Historische Kriegerdenkmale Familiengrab Meyer (Bl52,675-679)
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grablegung Jesu (2003)
Von den Kriegerdenkmälern sind es nur wenige Meter zur Mittelallee. Hier fällt eine Skulptur aus angerosteten dicken Stahlblechen besonders auf. Die Bezeichnung der Skulptur ist „Grablegung Jesu”, also nicht etwa „Grablegung Jesus” oder „Grablegung Christi”.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grablegung Jesu (2003)Die Skulptur besteht aus Schiffbaublechen. Die Bleche wurden mit Schneidbrenner ausgeschnitten und ergeben wirkungsvoll gekantet diese formenreiche und eindrucksvolle Skulptur zwischen den Kriegsgräbern und der Mittelallee.

Sie sollten auf jeden Fall die Infotafel lesen und über den Rasen gehen, um unmittelbar an die Skulptur heranzutreten. Sie können danach darüber rätseln, wie die Skulptur wohl gefertigt wurde.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grablegung Jesu (2003)Wieso ist die Skulptur nicht angestrichen, sondern schutzlos der Witterung preisgegeben? Vielleicht gibt es tiefere Gründe. Der technische Grund ist, dass Schiffbaustahl (genau wie Schienenstahl) einen hohen Kohlenstoffanteil hat. Er rostet dadurch erheblich langsamer als normaler Baustahl.

Wenn es geschneit hat, macht die Skulptur einen ganz anderen Eindruck auf den Betrachter!

Textauszug aus der Infotafel:
Grablegung Jesu
Gloria J.Umlauft-Thielicke
Gebaut in der Lehrwerkstatt der Schiffswerft Blohm&Voss im Jahr 2000

„Aus der kreuzförmigen Eisenfläche erheben sich drei Figuren, senken ihre ausgestreckten Arme über die Köpfe nach vorne, um eine liegende Figur sanft zu halten und in ihr Grab zu legen.

Die drei Menschen entstehen aus der Fläche und beugen sich gemeinsam, aber doch ganz unterschiedlich in ihrer Gestik, zu dem Toten.”

Bild: Friedhof Ohlsdorf, finis vita - non amoris (17.5.2010)Am 17.5.2010 kam ich wieder an der „Grablegung Jesu” vorbei. Mein Schritt stockte und ich wunderte mich: „Wieso hat man ein Taubendenkmal ausgerechnet auf dem Friedhof aufgestellt ?”

Bei näherer Betrachtung wurde ich unsicher, ob es wirklich zwei Tauben sein sollen. Die Tauben, die auf dem Dachfirst meines Hauses sitzen, haben eine andere Körperhaltung!

Auch die - von der Straße aus nicht vollständige lesbare Inschrift - gab mir Rätsel auf. FINIS VITA - NON AMORIS steht auf dem Sockel. Dass könnte Latein sein - aber hatte nicht schon im 16. Jahrhundert ein gewisser Herr Luther gegen die übermäßige Verwendung der lateinischen Sprache in Deutschland heftig protestiert, weil sie kaum jemand in Deutschland versteht ?

Kurz gesagt: Es ist Latein und besagt „Leben endet - Liebe nicht”. Gemeint ist wohl, dass „das Leben endet, die Liebe endet jedoch nicht”.

Eine Nachforschung im Internet ergab, dass dies Denkmal 2009 aufgestellt wurde. Die beiden von mir als Tauben erkannten Skulpturen stellen zwei sich liebende Menschen dar.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, finis vita - non amoris (17.5.2010)
Bild: Friedhof Ohlsdorf, finis vita - non amoris und Grablegung Jesu (7.5.2016)
Wenn man das neue Denkmal um 180° drehen würde, dann wäre die Inschrift von der Straße aus vollständig lesbar. Wer die lateinische Inschrift verstünde, könnte einen Bezug zur Grablegung Jesu bilden. Und auch eine falsche Interpretation der Skulpturen als Tauben würde seltener passieren!

Dies Denkmal wurde von Ricarda Wyrwol gestaltet. Sie wurde 1962 in Braunschweig geboren. 1987 kam sie nach Hamburg. Seit 1995 betreibt sie ein eigenes Atelier in Hamburg St. Georg. Sie sieht den Menschen als ein so diffiziles Gebilde an, dass der Mensch nicht direkt dargestellt werden sollte. Sie gestaltet daher nur die Hülle, in der man sich den Körper vorstellen kann. (Kursiver Text auszugsweise zitiert aus http://www.curator4art.de/pics/ricarda_wyrwol/RicardaWyrwol.pdf, Verfasser Dr. Martin H. Schmidt, im Oktober 2009).


Letztes Upload: 15.05.2017 um 17:05:39