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Ohlsdorfer Friedhof • Krematorium und Nebenallee:
Familiengräber Fahr, Lomer, Röver, von Conring (V12 - der verwunschene Platz)

Das Familiengrab Halben Die Paar-Anlage bei Kapelle 2
„Der verwunschene Platz” - so nenne ich diesen Platz, denn ich kenne keinen offiziellen Namen. An der Kreuzung der Nebenallee mit der Teichstraße biegen wir nach rechts (nach Süden) in die Teichstraße. Nach rund 20 m auf der rechten Seite der Teichstraße findet sich die Andeutung eines Weges neben einem schräg stehenden Laubbaum (Stand November 2011). Aber der Blick von der Straße auf dem verwunschenen Platz wird durch hohe Rhododendren versperrt. Unmittelbar hinter den Rhododendren (im ersten Rhododendronbusch gleich an der Straße ist ein Obelisk aus schwarzem Granit versteckt) tut sich diese Ansicht auf:
Bild: Friedhof Ohlsdorf - V12 - der verwunschene Platz (26.11.2011)
Foto oben: Bereits die schwarze Steineinfassung rechts im Foto und der breite Fußweg lässt erahnen, dass sich hier etwas Großes befindet. Und links im Foto ist eine mit Efeu umrankte größere Struktur zu sehen.

Was mag das sein?

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab Lomer (V12) (26.11.2011) Gleich rechts neben der schwarzen Steineinfassung steht ein Engel auf dem mit „Lomer” beschrifteten rötlichen Sandsteinsockel. Für die WMF war dieser Engel des Bildhauers R. Liebhaber ein Verkaufserfolg: 31 Exemplare sind auf dem Ohlsdorfer Friedhof bekannt. Allerdings haben nur zwei davon diese Größe . Alle weiteren sind kleiner![202, Eintrag 281]

Vor dem Sockel liegen etliche Kissensteine ebenfalls aus rotem Sandstein. Es handelt sich um ein Familiengrab (V12,154,159-166).


Foto unterhalb: Das Foto blickt von der anderen Seite auf den Platz. Rechts ist der Engel auf dem Familiengrab Lomer zu sehen. Das benachbarte große schwarze Familiengrab Andr. Fahr dominiert den Platz.

Vor der fast 6 m breiten und 3,30 m hohen Grabwand liegen viele kleine schwarze Kissensteine. Zwei davon seien hier erwähnt: Joh. Andreas Fahr (*29.3.1824; †23.8.1896) und Chr. Andreas Fahr (*25.1.1855; †19.3.1925). Beide waren Kaffeemakler in der Firma Andr. Fahr.[Frank M. Hinz: Planung und Finanzierung der Speicherstadt in Hamburg, Hamburg Lit 2000, ISBN 3-8258-3632-0, Seite 226, Fußnote 786]

Bild: Friedhof Ohlsdorf - V12 - der verwunschene Platz (26.11.2011)
Bild: Friedhof Ohlsdorf - V12 - Enno von Conring (29.11.2011)Im Rhododendrongebüsch rechts neben dem Engel steht eines der wenigen auf dem Ohlsdorfer Friedhof noch vorhanden Grausgusskreuze. Es ist ein besonders schönes Exemplar aus diesem Werkstoff. Es ist mit pflanzlichen Motiven und mit einem Schmetterling geschmückt. Gewidmet ist es dem General z.D. Enno von Conring (*17.5.1829; †28.5.1886).
Bild: Friedhof Ohlsdorf - V12 - Enno von Conring (29.11.2011)
General z.D., Stichwort „Offizier” in Meyers Konversations-Lexikon, 1888: Wenn ein Offizier mit der gesetzlichen Pension zur Disposition (z. D.) gestellt wird, so scheidet er aus dem aktiven Dienste, steht aber unter Kontrolle der Landwehrbehörden und kann durch Kabinettsorder in Dienststellungen, z. B. als Landwehrbezirkskommandeur, Platzmajor etc., berufen werden und bezieht dann, unter Fortfall der Pension, den Gehalt seiner Dienststelle. Der Offizier z. D. ist von der Zahlung der Kommunalsteuern befreit. Ein mit der gesetzlichen Pension verabschiedeter Offizier (a. D.) scheidet zwar aus dem Militärverband gänzlich aus und steht nicht mehr unter Kontrolle der Landwehrbehörden, gleichwohl haben sich diese über seine Verwendbarkeit im Fall der Mobilmachung ein Urteil zu verschaffen; diese Offiziere haben deshalb die Pflicht, bei Zahlungsübertragung ihrer Pension auf eine andre Kasse ihren neuen Wohnort der Landwehrbehörde anzuzeigen.
Bild: Friedhof Ohlsdorf - V12 - Familiengrab Röver (26.11.2011)
Dem Familiengrab Andr. Fahr gegenüber steht bereits seit 1882 das Familiengrab Röver. Hier treffen roter Sandstein, Granit und Marmor zusammen. Der Sandstein schwindet langsam, der Bewuchs gewinnt die Oberhand. Ob ein bösartiger Zauberer oder eine Hexe das Grabmal vewunschen haben, so dass es von der Vegetation überwuchert werden konnte? Es ist mein Namensgeber für den verwunschenen Platz!

Die Grabwand Röwer steht - durch etwas Vegeration getrennt - Rücken an Rücken mit dem magischen Kreuz des  i Familiengrabes Rieckmann.

Bild: Friedhof Ohlsdorf - V12 - Familiengrab Röver (26.11.2011)In der Mitte ist Hinrich Conrad Röver (*1822; †1882) dargestellt. Nur einen einzigen Hinweis habe ich dazu gefunden: Als eine der ersten deutschen Firmen erhielten wir von der Britischen Militärregierung die Lizenz zum Betreiben des Schiffsmaklers- und Speditionsgeschäftes. Die Firma war 1856 von Hinrich Conrad Röver gegründet worden, war also 92 Jahre alt.[Verfasser mir unbekannt: Neues aus alten Berufen, Mitteilungen, Mitteilungsblatt der Zeitzeugenbörse Hamburg, Ausgabe 34, Januar-April 2007]

Letztes Upload: 15.10.2017 um 13:56:47