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Ohlsdorfer Friedhof • Krematorium und Nebenallee:
Familiengrab Hünlinghof (S23,129-132, 134-135, 142-144)

Familiengrab Kröhnke und Nossack Familiengrab ED Weber
Vom Familiengrab Lippert aus ist gar nicht weit zum sehr großen Grabmal der Familie Hünlinghof. Man findet das Grabmal am einfachsten, wenn man vom Kreisverkehr aus die Waldstraße in Richtung Süden/Richtung Cordesallee geht. Dann folgt man dem zweiten nach rechts abgehenden Fußweg. Parallel zur Waldstraße verläuft ein weitere Fußweg. Den Fußweg biegen wir nach rechts, wieder in Richtung Kreisverkehr, ein. Das Familiengrab Hünlinghof wird gleich durch das erste Grabmal auf der linken Seite markiert.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab Hünlinghof
Die Größe überrascht: Das Grabmal ist 4,55 m hoch und 8,20 m breit. Das Foto zeigt nicht die seitlichen Bänke - sie werden von den Rhododendren verdeckt.

Nur mühsam sind die Informationen unter dem Mittelteil zu entziffern. Sie lauten:

H Ü N L I N G H O F
HANS16.10.18881.7.1905
HUBERT28.11.184817.8.1906
AUGUSTE18.12.186131.1.1921
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab HünlinghofDer Sohn ist ein Jahr vor dem Vater verstorben. Dies liefert die Erklärung für das große Hochrelief:

Der Sohn empfängt seinen gerade eben verstorbenen Vater im Paradies.

Der Sohn wird dabei von einem Engel geführt. Im oberen Hintergrund singen die Engel.

Der Bildhauer Valentino Casal (*1867 Venedig: †1950 Berlin) hatte das Denkmal geschaffen. Der Bildhauer hatte seit etwa 1904 in (Berlin-)Friedenau eine Werkstatt.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab HünlinghofFoto links: Das Hochrelief schräg von unten fotografiert.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab Hünlinghof, linker Seitenflügel Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab Hünlinghof, rechter Seitenflügel
Die Frau in der Nische des linken Seitenflügels hält ein Kleinkiind im Arm. Der Text über der Nische lautet:

DIE REINE LIEBE
DIE WAHRE LIEBE
DIE UNVERGAENGLICHE LIEBE

Der Schmied in der rechten Seitennische wird mit einem Vorschlaghammer und einigen Maschinenteilen zu seine Füßen dargestellt. Im wirklichen Leben wird sich kein Schmied so zur Arbeit begeben! Der Text über der Nische lautet:

DER EIGNEN KRAFT WILL ICH VERTRAUEN
UND AUF GOTTES HÜLFE BAUEN


Wer war Hubert Hünlinghof?
Das Hamburger Adressbuch von 1905 enthält diese beiden Einträge:

Hünlinghof, Hubert in Firma Chs. Lavy & Co. Hochallee 9
und
Chs Lavy & Co, Bleichenbrücke 25/29, Inhaber: J.H. Hünlinghof u. G.M. Kelter.

Das Hamburger Adressbuch von 1909 verweist unter Hünlinghof lediglich auf seine Witwe.

Der Engländer Christopher Hughes Edward Charles Lavy (*16.8.1842 Hamburg; †10.5.1928 Hamburg) war Kaufmann, Industrieller und Lokalpolitiker in Hamburg. Von 1882 bis 1910 gehörte er als Mitglied der Fraktion Linkes Zentrum der Hamburgischen Bürgerschaft an. Sein Vater, Otto Charles Lavy, hatte seine Firma 1838 als Handelsunternehmen gegründet. Sie war im In- und Exportgeschäft tätig, stellte außerdem Oberbekleidung und Regenschirme her. Um 1900 soll sie etwa 500 Angestellte beschäftigt haben.[teilweise Deutsche Wikipedia, Suchbegriff Charles Lavy, abgerufen am 20.9.2014]

Eine Verfeinerung der Darstellung der Firmengeschichte ergibt sich aus der Website der als Krawattenmanufaktur existierenden LACO GmbH[Abruf Ende September 2014]. So steht in einem der dort aufgeführten Presseartikel, dass Christopher Hughes Edward Charles Lavy die Firma bereits 1890 verkauft hatte. Statt „500 Angestellte” steht in jenem Zeitungsartikel „zeitweilig mehr als 500 Menschen”.[Hamburger Abendblatt vom Februar 2003]


Letztes Upload: 17.11.2017 um 07:31:25