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Ohlsdorfer Friedhof • Krematorium und Nebenallee:
Familiengrab Kleinwort - der Knabe (U26,35-58/U27,1-17)

Das Grabmal Friedrich Wencke Am Ende der Nebenallee
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Kleinwort, Knabe mit Kranz
Wir wählen den kürzesten Weg vom Grabmal Wencke zum östlichen Abzweig der Kapellenstraße am Lippertplatz. Nur wenige Meter links (östlich) neben der Stelle, an der der Fußweg die Rhododendronbüsche zur Straße hin verlässt, sitzt ein Knabe. Er ist fast in den Rhododendren versteckt, aber er ist von der Kapellenstraße sichtbar. Er stutzt sich mit seinem rechten Arm auf einem Kranz ab. Der Kranz ist wohl ebenso groß wie der Knabe.

Voller Erwartung blickt uns der Knabe entgegen. Was mag er im Sinn haben?

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Kleinwort, Knabe mit KranzVielleicht möchte der noch nicht schulpflichtige Knabe uns fragen, welcher Text über ihm auf dem Grabdenkmal eingeschlagen wurde. Für mich ist der Text fast unlesbar, so das ich diese Frage ohne etwas Schummelei nicht beantworten könnte! Nach etwas Schummeln würde ich raten: ”Dort steht FAMILIE I.H. KLEINWORT geschrieben.”
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Kleinwort, Knabe mit KranzFoto links: Die genauere Betrachtung zeigt, dass das hübsche Grabmal nur noch ein Fragment ist.

Der Knabenstatue fehlt eine Hand. In der Nähe des Kopfes ist in der Wand der Rest eines Holzdübels sichtbar. Am Denkmal sind einige weitere Dübellöcher zu erkennen. Die leeren Dübellöcher sind bereits im 1990 veröffentlichten Katalog vermerkt.[202, Katalog Nr. 360]

Der Katalog basiert auf einer in den Jahren 1981 bis 1986 erfolgten Bestandsaufnahme. Demnach wurden die ehemals vorhandenen metallenen Bestandteile dieses Denkmals spätestens 1986 entfernt.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Kleinwort, Überführungsvermerk
Der Überführungsvermerk lautet: Vom St. Petri Kirchhof übergeführt 1901.
Aus dem Nummernkreis der Grablage U26,35-58/U27,1-17 geht hervor, dass hier eine Familiengrabstätte für 40 Beisetzungen eingerichtet war. Sichtbar ist nur noch das Grabdenkmal. Wilhelm Cordes soll es entworfen haben.[202, Katalog Nr. 360] Signiert hat es jedoch der Bildhauer Walter Zehle.
Walter Zehle
Bild: Signatur am Grabmal der Familie I.H. KleinwortDas Denkmal ist mit „W. ZEHLE” signiert.

Das Hamburger Adressbuch von 1901 enthält zwei passende Einträge:

  • O.A.E. Zehle, Bildhauer, Stiftr.62
  • Zehle, Walter, Bildhauer, Stiftstr. 60, Wohn. Steindamm 79

Bei O.A.E. Zehle dürfte es sich um den Stuckateur und Bildhauer Otto August Emil Zehle handeln. Er war der Vater der Brüder Walter Zehle und Hermann Wilhelm Ernst Zehle.

Walter Zehle (*15.3.1865 Hamburg; †1940)[202,Seite 196] war als Bildhauer tätig. Sein jüngerer Bruder Hermann Wilhelm Ernst Zehle (*28.02.1876 Hamburg-St.Georg, † 14.01.1940 Berlin-Wilmersdorf) war als Bildhauer, Landschafts- und Tiermaler tätig.

Lediglich über Hermann Wilhelm Ernst Zehle ist etwas im Web zu finden.[Uni Magdeburg, Abruf 21.5.2017]

Auf dem Friedhof Ohlsdorf ist Walter Zehle mit mindestens einem weiteren Grabmal und den bildhauerischen Dekorationen am  i Mausoleum von Schröder vertreten.[202, Katalog Nr. 383 und 418]


Letztes Upload: 11.06.2017 um 15:21:03