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Ohlsdorfer Friedhof • Vom alten Wasserturm zum Eingang Kleine Horst:
F.A. Schwarz - ein schwarzes Denkmal (AA22,39-56)

Lachmann - weinendes Mädchen Ruhestätte Philipp Morelli und Frau
Nahe beim vorherigen Grabmal unserer kleinen Expedition ist eine Wegkreuzung. Unser bisherige Weg setzt sich auf der anderen Seite der Kreuzung als schmaler Plattenweg fort. Wir biegen jedoch nach rechts (in Richtung Norden) ab und folgen dem gepflasterten breiten Weg.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab F.A. Schwarz (16.2.2017)
16.2.2017: Das Familiengrab F.A. Schwarz vom „Stillen Weg” aus. Kurz vorher wurden hier Rhododendren zurückgeschnitten. links im Hintergrund ist das nahegelegene  i Mausoleum August Freiherr von Ohlendorff sichtbar.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab F.A. Schwarz (16.2.2017)
Die überwiegend aus schwarzem Granit bestehende Grabwand ist nicht ganz 6 m breit. Die von der WMF gefertigte Galvanostatue ist lediglich 1,40 m hoch. Es wird vermutet, dass sie auf einen Entwurf von Heinrich Pohlmann zurückgeht. Die Grabanlage wird auf 1904 datiert.[202, Katalognr. 377]

Die Galvanostatue stellt einen segnenden Engel dar. Allerdings ist ihr eine Hand abhanden gekommen. Der mehrzeilige Text unterhalb lautet:

Was weinest Du? weinst um ein teures Grab?
Such, was unsterblich nicht im Aschenhügel.
Der Geist aus Gott schwang himmelan die Flügel-
Was weinest Du?

Dabei handelt es sich um eine verhunzte Kürzung der 8. von 10 Strophen des Gedichtes „Was weinst du (Ostergruß)”. Gereimt hat es der Theologe, Kirchenlieddichter und Lyriker Friedrich Karl (von) Gerok (*30.1. 1815 Vaihingen an der Enz; †14.1.1890 Stuttgart).

Vollständig lautet die Strophe:

Was weinest Du? Weinst um ein teures Grab?
Such, was unsterblich nicht im Aschenhügel!
Nur Erde wars, die man der Erde gab,
Der Geist aus Gott schwang himmelan die Flügel.
Ihn fesselt nicht die morsche Totenruh' -
Was weinest Du?


Friedrich August Schwarz (*22.11.195ß; †10.11.1926)
Die Stöberei im Word Wide Web über die Familie F.A. Schwarz ergab: Herr F.A. Schwarz war Prokurist im Privatbankankhaus Eduard Frege & Co. Er wurde 1880 von den geschäftsführenden Direktoren der Vereinsbank in Hamburg in den Bankvorstand berufen. Bis zu seiner Pensionierung 1919 gehörte er dem Vorstand als Direktor an. Anschließend wechselte er in den Aufsichtsrat und war dort bis 1924 für die Vereinsbank tätig. 1925 verfassten er und seine Ehefrau Thekla Auguste Caroline Schwarz geb. Duncker ihr gemeinsames Testament. Demnach sollte ein Großteil ihres Vermögens in eine Stiftung zum Bau und Erwerb von Stiftswohnungen für in erster Linie schwerkriegsbeschädigten deutschen Kriegsteilnehmern aus dem Ersten Weltkrieg eingebracht werden.

Informationen und das grammatisch angepasstes Zitat stammen aus Michael Werner: Stiftungsstadt und Bürgertum, München 2011, Kapitel Einleitung[books.google.de, Abruf 4.3.2017] Dort ist nachzulesen, welche Beweggründe zu diesem Testament geführt haben (könnten) und was aus der Stiftung geworden ist: Die Bankierswitwe hat ihren Ehemann um fast 2 Jahrzehnte überlebt. Sie verstarb am 8.2.1945. Das mehrfach an die Verhältnisse angepasste Testament konnte erst nach der Währungsreform von 1948 vollstreckt werden. Da die Währungsreform die Nachlasswerte der Witwe erheblich reduziert hatte, blieb nur die Möglichkeit einer Zustiftung. Sie ging 1952 an den Hartwig-Hesse-Witwenstift.


Letztes Upload: 05.03.2017 um 07:46:46