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Friedhof Ohlsdorf • Der kleine Ring:
Hanseatische Kampfgenossen bei Kapelle 4

Grabanlage mit Brunnen bei J16 oder H16 Das Grabmal Rave
Bild: Ohlsdorfer Friedhof, Rückseite der Kapelle 4 (12.3.2015)
Das Foto oberhalb zeigt die Rückseite der Kapelle 4 am 12.3.2015. Die Schneeglöckchen blühen! Ganz in der Nähe sind einige besonders  i hübsche Wasserschöpfstellen zu sehen.

Versammlungsraum in Kapelle 4 (spärisches Panoramafoto)


Das Foto unterhalb zeigt die Vorderseite der Kapelle 4.

Bild: Ohlsdorfer Friedhof, Kapelle 4 und das Denkmal des Vereins Hanseatischer Kampfgenossen von 1813 bis 1814 (2.10.2002)
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Kapelle 4 gegen 1900Bild links: Die Ausschnitte aus zwei alten Postkarte von etwa 1900 zeigen, dass die Kapelle ursprünglich einen höheren Turm hatte. Der Turm wurde 1996 entfernt.

An der Kapelle 4 (oder Kapelle IV, wie sie auch bezeichnet wird) befindet sich eine Erklärungstafel. Ihr Text ist:

KAPELLE 4

Kapelle 4 wurde 1896-1898 nach Plänen
von Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes
errichtet, der auch die übrigen Kapellen
des alten Teils außer Kapelle 6 entwarf.

Cordes verstand sie als öffentliche Zweck-
bauten, denen gleichzeitig sakrale Würde
mit überkonfessionellem Charakter
gegeben werden musste. Dies erreichte er
durch Mischung von profanen und sakralen
Elementen.

In ihrer malerischen Erscheinung wirken
die Bauten als malerische Ergänzung
der Parklandschaft.

Der Obelisk im Vordergrund des Bildes kennzeichnete die „Ruhestätte der Mitglieder des Vereins HANSEATISCHER KAMPFGENOSSEN von 1813 bis 1814”. Auf der Graugussplatte im Sockel steht „VEREIN” statt „VEREINS” geschrieben.


Hanseatische Kampfgenossen

Der aus Sandstein bestehende Obelisk trägt oben ein Kreuz in der Form des Eisernen Kreuzes. Im Sockel befinden sich vier Graugussplatten mit den Inschriften:

  • RUHESTÄTTE DER MITGLIEDER DES VEREIN HANSEATISCHER KAMPFGENOSSEN VON 1813 UND 1814.
  • GEWEIHT AUCH DENEN DIE IM HEILIGEN KAMPFE GEFALLEN SIND - SÜSS IST'S UND EHRENVOLL FÜR'S VATERLAND ZU STERBEN.
  • EIN GRAB VEREINE DIE EINST IN DEN TAGEN DES KAMPFES VERBUNDEN WAREN IN FESTER TREUE.
  • Gott war mit uns

Hinter „Gott war mit uns” ist kein Punkt auf der Graugussplatte vorhanden. Nur auf dieser Graugussplatte des Denkmals werden kleine Buchstaben und Frakturschrift verwendet. In den beiden oberen Ecken nur dieser Graugussplatte befindet sich je ein auffliegender Schmetterling. Die Inschrift "Gott war mit uns" ist an einen Kreisumfang geschmiegt. Unter der Inschrift befand sich früher eine Darstellung der Kriegsgedenkmünze der Hanseatischen Legion.[203, Seite 74, Bild 80] Die Gedenkmünze ist hinter dem weiter unten stehenden Link „Hanseatische Legion” beschrieben.

Dies Kriegerdenkmal stand von 1832 bis 1924 auf dem Begräbnisplatz der St. Maria Magdalenen-Klosterkirche vor dem Dammtor. Es zierte das Genossenschaftsgrab der Hanseatischen Kampfgenossen. Unmittelbar am Obelisken hatte man eine Gruft für den Leinwandmakler Johann Joachim Hanfft (*1780; †1827) angelegt. Hanfft hatte eine Reiterschwadron ausgerüstet und mit ihr als Rittmeister gegen die Franzosen gekämpft. Der Hanfftsweg in Hamm-Nord ist nach ihm benannt. Sein Beruf wird auch als Schlachtermeister angegeben.

Die „Hanseatische Bürgergarde” unter dem Bleideckermeister David Christopher Mettlerkamp (*1774; †1850) unterstütze die russischen Truppen bei der Belagerung Hamburgs. Die Franzosen hatten Hamburg von 19.11.1806 bis zum 31.5.1814 besetzt. Es gab jedoch eine Unterbrechung der Besatzungszeit vom 18.März 1813 bis zum 29.Mai 1813.


Im März 1813 zog ein 1500 Mann starkes russisches Vorauskommando aus Kosaken, Dragonern und Husaren unter Oberst Baron von Tettenborn in Hamburg ein. Die französischen Besatzer hatten kurz vorher überraschend Hamburg verlassen.

Der Oberst Baron von Tettenborn veranlasste die Aufstellung eines Freiwilligencorps und einer Bürgergarde.

Das Freiwilligencorps, die  i Hanseatische Legion, sollte am Befreiungskrieg teilnehmen. Es bestand zunächst aus einer Gruppe Hamburger Bürger. Diesem Verband schlossen sich Freiwillige aus den Hansestädten Bremen und Lübeck an.

Bereits Ende April kamen die Franzosen mit 20000 Mann wieder. Sie besetzten am 29.April Harburg und Mitte Mai Wilhelmsburg. Von dort begannen sie, Hamburg zu beschießen.

Die Hanseatische Legion und die Hanseatische Bürgergarde verteidigten die Stadt gegen die Truppen der Marschälle Davout und Vandamme. Die Stadt war aber nicht zu halten. Tettenborn verließ in der Nacht vom 29. auf den 30.Mai 1813 die Stadt. Die Hanseatische Legion und ein Teil der Hanseatischen Bürgergarde gingen mit ihm. Am 30.Mai 1813 besetzten die Franzosen Hamburg erneut.

Die Hanseatische Legion und die Teile der Hanseatischen Bürgergarde, die mit Tettenborn gegangen waren, schlossen sich in Mecklenburg der Nordarmee unter General Wallmoden an. Die Verbände nahmen an den Kämpfen im Mecklenburgischen und später in Schleswig teil.

Die Mitglieder der Hanseatischen Legion kehrten am 30. Juni 1814 nach Bremen, Hamburg und Lübeck zurück.


Zur nächsten Etappe auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf geht es weiter von der Kapelle in Richtung des Obelisken zunächst geradeaus.

Letztes Upload: 22.04.2017 um 07:32:33