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Vom Haupteingang
zum Seehof

Außen um den
Friedhof herum

Auswahl-
seite Ohlsdorf

Auswahl-
seite Kuöhl

Innen am Zaun um den Friedhof Ohlsdorf:
Bathurst, die Ju 90 D-AIVI „Preußen”
und das Grabdenkmal Paul Wilhelm Bäumer (H6)

Der ehemalige Friedhofseingang Ilandkoppel Familiengrab Herm. Burmester
Bild: Der Bathurst-Obelisk und die Bäumer-Säule auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf (16.5.2003)
Hier stehen ein Obelisk und ein stilisiertes Kreuz dicht hintereinander auf einer Wiese in der Bergstraße des Ohlsdorfer Friedhofs. Beide ehren Flieger, die bei Abstürzen umgekommen sind. Der Obelisk erinnert an den Absturz bei Bathurst. Er trägt die Inschrift

Sie flogen für Deutschland
Bathurst (Westafrika)
26. November 1938

Die Junkers Ju 90 D-AIVI „Preußen” stürzte am 26. November 1938 in Bathurst (Gambia) ab. 12 Grabplatten sind im Kreis um den Obelisken angeordnet.

Der Obelisken trägt oben an seinen vier Seiten die Symbole von BMW, Junkers (der Flügelmann, ein stilisierter Ikarus) und Lufthansa sowie den Reichsadler aus dem Luftwaffenhoheitszeichen. Man vermutet, dass dem Reichsadler das Hakenkreuz entfernt wurde. Der Obelisk wurde von Ludwig Kunstmann entworfen - so geht es aus dem Artikel von Helmut Schoenfeld unter dem Titel „Die Grabstätte der Bathurst-Flieger in Ohlsdorf” in der Ausgabe Nr.105 vom Mai 2009 der „Zeitschrift für Trauerkultur” hervor.

Der Obelisk besteht aus Muschelkalk und ist 7 Meter hoch. Er wurde Ende 1941 errichtet.

Ein Foto des Flugzeuges wird auf dieser Internetseite gezeigt. Im Textteil wird die Entwicklungsgeschichte der Ju 90 beschrieben.

Bild: „Der große Dessauer”, Modell im Verkehrsmuseum Dresden, August 2007
Das Ganzmetall-Großraum-Verkehrsflugzeug Junkers - Ju 90, Spitzname „Der große Dessauer”, konnte 40 Passagiere befördern. Die Ju 90 D-AIVI „Preußen” wurde von vier BMW-Motoren angetrieben. Das Foto zeigt ein Modell dieses Flugzeugtyps im Verkehrsmuseum Dresden, August 2007.
Technische Daten der Junkers Ju 90
Max. Geschwindigkeit:380 km/h
Leistung:4 * 750 PS
Reichweite:2092 km
Dienstgipfelhöhe:5750 m
Baustoff:Duralumin, Ganzmetall, Glattblechbauweise
Bauart:freitragender Tiefdecker mit doppeltem Seitenleitwerk
Höhe:7,50 m
Spannweite:35,00 m
Länge:26,00 m
Fluggewicht:22000 kg
Besatzung:4 bis 7
Fluggäste:40
Verwendungszweck:Viermotoriges Großraum-Schnellverkehrsflugzeug
für Personen und Fracht
Der erste Prototyp mit vier Daimler-Benz Triebwerken wurde im Juni 1937 fertiggestellt. Diese Maschine stürzte am 6. oder 7.Februar 1938 ab. Ihr Nachfolgemuster wurde mit BMW 132-Triebwerken ausgestattet. Diese Maschine stürzte bei Ihrer Erprobung bei Bathurst am 26.November 1938 ab.

Von der Ju 90 wurden insgesamt 13 Maschinen für die Lufthansa gebaut. Nach Kriegsbeginn wurden sie nach und nach der Luftwaffe übergeben. Die Luftwaffe setzte sie als Langstreckenaufklärer ein. Lange waren sie dort nicht mehr im Einsatz. 1943 ging die letzte Maschine durch Bruch verloren.

Die militärische Weiterentwicklung der Ju 90 war die Ju 290.

Ein anderes bekanntes Langstreckenflugzeug aus dieser Zeit ist die Focke Wulf 200 „Condor”. Mit ihr wurde 1938 der erste Nonstopflug von Berlin nach New York durchgeführt. Er dauerte 24 Stunden.

Besat-
zung
Passa-
giere
Geschwin-
digkeit km/h
Verwendung
im 2. Weltkrieg
FW 200 „Condor”426420maritimer Fernaufklärer
und Fernbomber
Ju 904 bis 740350 bis 380Langstreckenaufklärer


Das Grabdenkmal Paul Wilhelm Bäumer
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Paul Bäumer (11.10.2009)
Die Säule für Paul Wilhelm Bäumer (*11.5.1896 in Meiderich; †15.7.1927 bei Kopenhagen) wurde von Richard Kuöhl (Ausführung: Steinbildhauerei Max Rühle, Hamburg-24) geschaffen. Auch sie besteht aus Muschelkalk. Die beiden Adler symbolisieren die Luftfahrt.

Das Denkmal für Paul Wilhelm Bäumer ist zehn Jahre älter als der Bathurst-Obelisk. Die große Rasenfläche, die beide Gräber vereint, entstand erst später. Eine alte Postkarte vom Grab Bäumers zeigt Bäume sehr nahe am Grabmal. Diese Postkarte zeigt auch, dass in der Zeit zwischen Beisetzung und Aufstellung des Grabmals ein Propeller das Grab markierte.

Es war ein großes Begräbnis mit zehntausenden(!) von Hamburgern. Paul Wilhelm Bäumer war im Ersten Weltkrieg einer der erfolgreichsten Jagdflieger der Jagdstaffel Boelcke. Er errang 43  Luftsiege. Er war genauso populär wie beispielsweise Manfred Freiherr von Richthofen aus der gleichen Jagdstaffel. Auf www.frontflieger.de befindet sich u.a. ein Foto von ihm.

Nach dem Ersten Weltkrieg gründete Bäumer am 7. November 1922 in Hamburg die Bäumer Aero GmbH. Die Firma hatte ihre Werkstatt am Platz des heutigen Luftfrachtzentrums auf dem Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel. Mitte der 20er Jahre war ihr zweisitziger Tiefdecker „Sausewind” ein erfolgreiches Produkt. Die „Sausewind” war damals eine technische Sensation. Sie war auf Schnelligkeit getrimmt, der Rumpf hatte die aerodynamisch günstige Form eines Torpedos. Die beiden Piloten saßen hintereinander.

Am 15. Juli 1927 stürzte Paul Wilhelm Bäumer mit einer „Rofix” der Berliner Rohrbach-Flugzeugwerke am Rande des Kopenhagener Flughafens Kastrup in den Oeresund. Die Bäumer Aero GmbH wurde am 14. Oktober 1932 aus dem Handelsregister gelöscht.

Vor seiner Kriegskarriere war er Zahntechniker. Nach dem Krieg war er als Zahnarzt tätig. Erich Maria Remarque nennt in seinem Roman „Im Westen nichts Neues” den Protagonisten ebenfalls „Paul Bäumer”. Der Roman erschien 1928. Remarque war einer von Bäumers Patienten.

Im Web findet man einiges über die Bäumer Aero GmbH und die „Sausewind”. Ein Beispiel ist die Seite Bäumer Aero GmbH.

Technische Daten der Bäumer Aero B IV a „Sausewind”
Baujahr:1928
Besatzung:2
Länge:6,25 m
Spannweite:9,00 m
Flügelfläche:11,20 qm
Höchstgeschwindigkeit:230 km/h
Motor:3-Zylinder Wright L4
Leistung:65 PS
Dienstgipfelhöhe:6000 m
Reichweite (max.):2000 km

Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, stehen in einem Halbrund sehenswerte aufwändige Grabmale. Hier finden sich u.a. Statuen von Arthur Bock und O. E. Ulmer. Hinter der inneren Reihe, die zur Wiese hin angelegt ist, befindet sich ein ebenfalls halbrunder Weg mit weiteren Grabmalen.


Letztes Upload: 15.05.2017 um 17:05:33