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Ohlsdorfer Friedhof • Nordteich und Stiller Weg:
Das Grabmal für Fritz Stavenhagen

Ein Gedenkplatz für nicht beerdigte Kinder Der Grabstein für Wolfgang Borchert
1904 wurde dieser Bereich geformt: Damit überschüssiges Wasser aus dem Nordteich versickern kann, ließ Cordes hier eine Bodenverftiefung am Ende eines vom Nordteich kommenden Baches anlegen. Der Bodenaushub wurde nicht abgefahren, sondern er wurde neben der Bodenvertiefung aufgehäuft und bildet den Hügel. Der Bereich wurde landschaftlich reizvoll gestaltet und mit Heide bepflanzt. Er erhielt den Spitznamen „Heideloch”. Der Versickerungsteich war der Heideteich am Heidehügel.

Mittlerweile wird der Bereich als „Dichterecke”, wohl seltener als „Ehrenfriedhof für niederdeutsche Dichter” bezeichnet: 1926 wurde der 1906 verstorbenen Dichter und Schriftsteller Fritz Stavenhagen aus dem Planfeld AE29 nach hierher umgebettet. Möglicherweise das zweite Grab in diesem Bereich war das Grab für den Dichter und Lehrer Robert Garbe (*16.1.1878 Hamburg; †21.2.1927 Hamburg).


Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Fritz Stavenhagen (20.10.2012)
Auf dem kleinen Hügel der Dichterecke (Planfeld AC5,14) befindet sich ein einziges Grab. Der hier begrabene Dichter ist Fritz Stavenhagen. Er wurde am 18.9.1876 in Hamburg geboren und starb am 9.Mai 1906 in Großborstel an einem Gallenleiden. Er dichtete auf plattdeutsch und gilt als Vertreter der „Heimatkunst”. Er schrieb die Dramen „Mudder Mews” und „De ruge Hoff”, Hamburger Geschichten, u.a.

Beim Grab auf dem Hügel steht eine Sitzbank - ein idealer Platz, um im Sommer im Freien ein Buch zu lesen!

Seine Brille von etwa 1906 entspricht fast genau der Brillenmode für junge Männer von anno 2000.

Das Denkmal mit dem Medaillon wurde erst 20 Jahre nach dem Tod des Dichters aufgestellt, um sein literarisches Wirken zu würdigen. Auf dem Medaillon ist „Hamann” als Hersteller angegeben. Der Bildhauer Paul Hamann lebte vom 1891 bis 1973.

Meine Tante Alice sah das Drama Mudder Mews im März 1919 im Hamburger Thalia-Theater. Sie schrieb dazu in einem Brief:
Echt und wahr werden dann solche noch heute bestehenden Verhältnisse unter Proletariern geschildert. Familien- und Nachbartratsch und Klönschnack und Anstand und Sitte haben stets Streit und Unfrieden zur Folge. So auch hier! Die Schwiegermutter, ein wahrer Abklatsch verdammter Ordnung, richtig ein Drachen, bringt letzten Endes die duldsame Schwiegertochter soweit, dass sie sich ins Wasser stürzt. Das ganze war ein echtes Volksstück.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Fritz Stavenhagen (16.11.2002)

Letztes Upload: 12.04.2017 um 12:54:10