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Ohlsdorfer Friedhof • Nordteich und Stiller Weg:
Das Grab von Richard Josef Luksch

Grabkreuz Günther Mohr Kapelle 8, das Kolumbarium
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Familiengrab Falke (20.10.2012)
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Kissenstein Gustav Falke beim Familiengrab Falke (20.10.2012)Etwa 30 Meter westlich vor der Straße „Westring” steht das auf der vorigen Seite beschriebene geschmiedete Grabkreuz für Günther Mohr. Dort sind wir nur rund 30 m vom Grab des Bildhauers Richard Josef Luksch entfernt. Dessen bekanntestes Werk dürfte der geschnitzte alte schwarze Eichenstamm in der U-Bahn-Station  i Jungfernstieg der Kelljung-Linie sein.

Richard Josef Luksch ist im Familiengrab Falke mit der Grabnummer Ac7, 109-113 beigesetzt. Man findet es, indem man von Grabkreuz Mohr ein wenig wieder zurück in Richtung Dichterhügel geht und dann rechts in etwa 20 m Entfernung vom Bach zwischen den Gräbern nach dem Kissenstein mit einer Schriftplatte für Gustav Falke sucht.

Bild: Kissensteine Ursula Falke-Luksch und Richard Josef Luksch (20.10.2012)
Oberhalb des einen Kissensteins für Gustav Falke liegen in einer Reihe fünf weitere Kissensteine. Die beiden rechten Kissensteine beziehen sich auf Richard Josef Luksch und seine 1923 angeheiratete zweite Frau, Ursula Falke-Luksch (*23.3.1896; †25.10.1981). Sie war Tänzerin und hätte altersmäßig seine Tochter sein können. Der Kissenstein für ihre Schwester Gertrud Falke-Heller ist der mittlere Stein in der Reihe.

Das auf dem obersten Foto dieser Seite erkennbare Steckschild rechts neben dem Kissenstein für Gustav Falke erinnert daran, dass der Verein Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. die Sanierung der Familiengrabstätte unterstützt hat.

Bild: Grabmal Detlev von Liliencron, Friedhof Hamburg-RahlstedtRichard Josef Luksch (*23.1.1872 in Wien; †21.4.1936 in Hamburg) schuf die rosenstreuende Mädchenfigur auf dem Grab des Lyrikers Detlev von Liliencron (*3.6.1844 in Kiel; †22.7.1909 in Alt-Rahlstedt) auf dem Friedhof Rahlstedt. Dies ist eines der reizvollsten Grabdenkmale in ganz Hamburg.

Seine erste Frau Elena Luksch - Makowsky war Bildhauerin und Malerin. Sie hat ihn um 30 Jahre überlebt. Elena wurde 1878 in St Petersburg geboren. Sie wuchs in einer sehr gut betuchten Künstlerfamilie in praktisch paneuropäischer Umgebung auf. 1898 nahm sie ein Auslandsstipendium in München wahr. Dort lernte sie Richard Josef Luksch kennen. 1900 war die Heirat. Beide zogen nach Wien um. 1907 erfolgte der Umzug nach Hamburg, denn Richard Josef Luksch trat sein oben erwähntes Lehramt an.

Von ihr stammt die Statue „Ein Frauenschicksal” im Cafe Liebermann in der Hamburger Kunsthalle (1912).

Elena Luksch - Makowsky starb 89-jährig am 15.9.1967. Auch sie wurde in Ohlsdorf begraben (Grabummer Ah21, 107. Grabstein aus Granit, etwa 1 m hoch und 59 cm breit mit dem Relief einer Mutter mit drei Kindern, von ihr selbst gefertigt). Auf der gleichen Grabstelle befindet sich das Grab eines ihrer Söhne: Peter Luksch, Maler, *1901; †1988). Die Schreibweise ihres Geburtsnamens wird unterschiedlich angegeben. Ich fand ihn auch unter Makowska, Makowskaja und Majakowskaja. Makowsky wird wohl richtig sein.

Gustav Falke (*11.1.1853 in Lübeck; †8.2.1916 in Hamburg) war Schriftsteller und Musiklehrer in Hamburg. Man findet Näheres über ihn in jedem besseren Lexikon. 1903 setzte ihm die Stadt Hamburg zu seinem fünfzigsten Geburtstag ein regelmäßiges, festes Gehalt aus. Dieser Ehrensold von 3000 Mark sicherte ihm fortan eine unabhängige schriftstellerische Existenz. Die satirische Zeitschrift „Kladderadatsch” verkündete daraufhin, dass es zu einem „Run” der „Dichter” auf die Stadt gekommen sei. Jeder Zug hätte Hunderte von ihnen in die Stadt gebracht. Er war mit Detlev von Liliencron befreundet.

Die Geschwister Gertrud Falke (*1891; †1984) und Ursula Falke (*1896; †1981) betrieben in Hamburg ab 1913 eine Schule für Modernen Tanz. Auch führten sie als Tanzpaar Bühnenauftritte und Gastspiele durch und beteiligten sich an den Künstlerfesten. Sie galten als die Stars der Hamburger Ausdruckstanz-Szene. Gertrud heiratete 1922 den Juristen Hermann Heller (*17.7.1891 in Teschen; †5.11.1933 in Madrid) und zog aus Hamburg fort. Nun startete Ursula eine Solo-Karriere. Richard Luksch entwarf für Ursula Falke Gesichtsmasken und Kostüme, die den Charakter ihrer Tänze verstärken sollten.


Letztes Upload: 12.04.2017 um 12:54:10