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Ohlsdorfer Friedhof • Nordteich und Stiller Weg:
Grabwand Traun/Bruhn

Korvettenkapitän Karlowa (Kreuzer „Blücher”) Grabmale Diederichsen und Familie Dall
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabwand Traun/Bruhn (15.8.2010)
Grabwand Traun/Bruhn - unverkennbar: Wilhelm Cordes

Alternativ könnte man die Lage des Familiengrabs „Sthamer” (vergleiche vorige Seite unter Korvettenkapitän Karlowa) mit „neben einem im Halbkreis verlaufenden Fußweg” beschreiben. Ein Stück weiter diesen Fußweg in Richtung Westen liegt ebenfalls neben dem Fußweg die große Familiengrabstätte Traun/Bruhn.

Vom Fußweg aus ist kein Name zu entdecken. Statt dessen ist links neben dem Mittelteil zu lesen: „Arbeit ehrt”. Rechts neben dem Mittelteil steht: „Arbeit nährt”. Auf dem Mittelteil prangt: „Der Geist, aus dem wir handeln, ist das Höchste”.
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabwand Traun/Bruhn, Relief rechts (15.8.2010)„Arbeit ehrt” und „Arbeit nährt” sollen durch die großen Reliefs versinnbildlicht werden. Aber werden sie dadurch wirklich versinnbildlicht? Der schöne Satz in der Mitte ist in Johann Wolfgang von Goethes Bildungsroman „Wilhelm Meisters Lehrjahre - Buch 7” zu finden. Er steht dort im unmittelbaren Zusammenhang mit der Ethik und dem Gewissen: Der Geist, aus dem wir handeln, ist das Höchste. Die Handlung wird nur vom Geist begriffen und wieder dargestellt. Niemand weiß, was er tut, wenn er recht handelt; aber des Unrechten sind wir uns immer bewusst.
Eine Betrachtung des rechten Reliefs „Arbeit nährt” unter Kenntnis der Herkunft des Goethezitats macht mißtrauisch. Schaut der Fischer am Ruder sich nicht um, als ob er ein schlechtes Gewissen hätte? Vielleicht fischen die drei Fischer im Trüben!
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabwand Traun/Bruhn, Relief links (15.8.2010)Im linken Relief ziehen drei Männer gemeinsam an einer einzigen Leine ein Boot. Der Hinweis „Arbeit ehrt” mag angesichts dieser schwer körperlich arbeitenden und wohl auch schlecht entlohnten Männer angebracht sein. Aber wieso muss ausgerechnet Goethe zitiert werden? Hat Goethe jemals wirklich körperlich schwer gearbeitet? Und außerdem: Wer sagt denn, dass die Männer das Boot in ehrlicher Absicht fortziehen?
Die der Grabwand vorgelagerten Gräber sind in einer Hierarchie angeordnet. Hauptperson ist ohne Frage Heinrich Traun (*8.5.1838; †10.9.1909). Er war Fabrikant und später Senator im Hamburgischen Senat.

Heinrich Traun ließ 1908 vom St. Paulifriedhof seinen Großvater, seinen Vater Christian Justus Friedrich Traun und seine Mutter Bertha Ronge geschiedene Traun hierher umbetten. Auf dem Grabstein für Bertha Ronge ist jedoch nur „Bertha Traun geb. Meyer” vermerkt. Beide Grabsteine liegen links am Zugang zur Grabanlage. Ebenfalls links, aber mehr in der Nähe zur Grabwand hin, findet sich der Grabstein für Friedrich Adolph Traun (*29.3.1876; †11.7.1908). Er gewann bei den Ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen eine Goldmedaille im Tennis-Herrendoppel.

Ein Studium der Namen auf den Grabsteinen auf der rechten Seite offenbart, weshalb das Familiengrab mit Traun/Bruhn bezeichnet wird.

Heinrich Traun übernahm 1878 alle Anteile der Harburger Gummi-Kamm-Compagnie und änderte den Firmennamen in „Dr. Heinrich Traun Gummiwaren”. 1901 wurde die Firma in „Heinr. Traun & Söhne” umbenannt. Heinrich Traun schied aus, seine Söhne führten das Geschäft fort.

Traun war vom 1.2.1901 bis zum 10.1.1908 Senator in Hamburg.

Heinrich Traun war sozial engagiert. Unter dem Stichwort „Heinrich Traun” wird in Wikipedia darauf eingegangen (Stand August 2010). Die Inschrift auf seinem Grabstein verdeutlicht dies: „Lasset uns Gutes tun und nicht müde werden”.

Der Traunstieg in Hamburg-Neuland wurde 1942 nach Christian Justus Friedrich Traun (*1804; †1881) benannt. Christian Justus Friedrich Traun war der Gründer der Harburger Gummi-Kamm-Compagnie und Schwiegersohn des Stockfabrikanten „Stockmeyer” Heinrich-Christian Meyer (*1797; †1848).[26, unter Stockmeyerstraße und Traunstieg]

Das nächste Ziel ist das Grabmal Diederichsen. Geht man aus dem Grabbereich Traun/Braun zum halbkreisförmig gebogenen Weg zurück, so folgt man dem Weg nach rechts. Bereits nach wenigen Metern gehen vom gebogen Weg wieder nach rechts zwei Fußwege ab. Am linken diese beiden Fußwege liegt nach etwa 50 Metern auf der rechten Seite das Grabmal Diederichsen.

Letztes Upload: 17.02.2017 um 18:55:55